Leben & Werk

Sein Name ist verbunden mit Hollywoods Problemfilmen, die moralische und ethische Konflikte publikumswirksam thematisieren, und die vor allem in den 50er und 60er Jahren ein Publikum fanden, bevor sie von der Zeit überholt wurden und das abrupte Ende seiner Karriere bedeuteten. Der Produzent und Regisseur Stanley Kramer wurde 1913 in New York geboren, fing 1934 als Cutter bei MGM an, schrieb Drehbücher, drehte im Zweiten Weltkrieg Ausbildungsfilme für die Armee und war seit 1948 unabhängiger Produzent. Als solcher war er verantwortlich für die Cyrano-de-Bergerac-Version „Der letzte Musketier“ (mit José Ferrer), Fred Zinnemanns Western „12 Uhr mittags“, die Arthur-Miller-Verfilmung „Tod eines Handlungsreisenden„, Edward Dmytryks „Die Caine war ihr Schicksal“ und „Die Männer“, Marlon Brandos erster Film, in dem er einen querschnittsgelähmten Kriegsveteranen mit Eheproblemen spielte. Brando spielte auch die Hauptrolle in dem von Kramer produzierten ersten Bikerfilm „Der Wilde“ (1953), Vorbild für ein ganzes Genre von Rocker-, Motorrad- und Straßenfilmen. Als Regisseur debütierte Kramer mit dem Ärztemelodram „… und nichts als ein Fremder“ (1955, mit Robert Mitchum und Olivia de Havilland). Seine kommerziell große Zeit begann mit „Flucht in Ketten“ (1958), einem Film über Rassendiskriminierung, fortgesetzt 1967 mit „Rat mal, wer zum Essen kommt“ (mit Sidney Poitier). Kramer thematisierte die Atombombe und den Weltuntergang („Das letzte Ufer“), religiöse Vorurteile („Wer den Wind sät„), den Nationalsozialismus (der Gerichtsfilm „Das Urteil von Nürnberg„) und die Schicksale jüdischer Auswanderer in der Bestsellerverfilmung mit Starbesetzung „Das Narrenschiff“ (1965). Seine Road-Movie-Komödie „Eine total, total verrückte Welt“ nahm 1963 die Chaos-Komödien der Zucker-Brüder vorweg. Unter Wert lief sein Historienfilm „Stolz und Leidenschaft“ (1957), ein reiner Abenteuerfilm und pure Action um die Odyssee einer Kanone (mit Cary Grant und Sophia Loren). „Das Geheimnis von Santa Vittoria“ (1969) war eine Kriegskomödie um die Stars Anna Magnani und Anthony Quinn. Kramers letzte Filme waren alle kommerzielle Fehlschläge, sowohl das Jugenddrama „Denkt bloß nicht, dass wir heulen“, die Ölsucher-Story „Oklahoma Crude“ (mit Faye Dunaway und George C. Scott) und der im Zug der Paranoia-Thriller der 70er Jahre entstandene Politfilm „Das Domino-Komplott“ (mit Gene Hackman). Nach „The Runner Stumbles“ zog sich Kramer 1979 vom Filmgeschäft zurück. Im Lauf seiner Karriere hat er mehrere „Golden Globes“ und den Irving G. Thalberg Award für sein Lebenswerk (1961) erhalten. Kramer, stets der Toleranz verpflichtet und ein Filmemacher mit „Botschaften“, war bei seinen Schauspielern sehr beliebt.

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