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Lesbische Frauen gegen Spike Lee

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Spike Lee Poster
© Petra Stadler

Aus dem Thema lesbische Liebe und Mutterschaft eine Komödie zu machen, war gewagt. Wehe dem, der sich dann noch im Ton vergreift.

Spike Lee ist nicht aus der Ruhe zu bringen Bild: Petra Stadler

Und genau das hat Spike Lee in seinem neuesten Werk mit dem bezeichnenden Titel „She Hate Me“ nach Meinung prominenter lesbischer Frauen getan. Stein des Anstoßes ist die Story des Films:

Jack Armstrong, gespielt von Anthony Mackie aus „8 Mile„, hat gerade seinen Job als Manager in Diensten einer Biotech-Firma gekündigt. Da läuft ihm seine Exfreundin über den Weg, die mittlerweile ihre homosexuellen Vorlieben auslebt. Sie bietet ihm 10.000 $ für eine Schwangerschaft. Doch was als einmaliger Freundschaftsdienst geplant war, entwickelt sich bald zum lukrativen Traumberuf: Jack verdingt sich fortan als professioneller Lesbenschwängerer.

Diese Geschichte sei eine „billige Anbiederung an männliche Fantasien“, wettern schwule Interessenvertreter nun in den USA. Die Schriftstellerin Rosalind Lloyd ging sogar noch weiter:

„Dieser Film ist eine klischeehafte Vereinfachung und in seiner Darstellung absolut schädlich. Klar ist es wünschenswert, wenn der Homosexualität unter Frauen öffentliche Aufmerksamkeit zuteil wird, aber es ist gibt eine Grenze zwischen Aufmerksamkeit und Ausbeutung - und die ist hier eindeutig überschritten. Außerdem würde eine wirkliche Lesbe unter keinen Umständen mit einem Mann schlafen.“

Rückständig, reaktionär - und außerdem einfach schlecht

Kritiker werfen dem stets kontroversen Regisseur zudem vor, er lasse Adoption und künstliche Befruchtung als Wege zur Nachkommenschaft außer acht. Damit gehöre sein Film nicht ins 21. Jahrhundert.

Lees Kommentar zu den gesammelten Vorwürfen fiel indes gewohnt gelassen aus: „Es ist schlicht unmöglich, einen Film zu machen, den jede Lesbe mag. Lesben sind wie jede andere Gruppe von Menschen in sich höchst unterschiedlich.“ Vielen homosexuelle Frauen habe sein Film gefallen.

Die Filmkritik stellt dem kontroversen Werk dagegen ein verheerendes Zeugnis aus - allerdings aus ganz banalen Gründen: mangelndes Timing, fahrige Dialoge und schlechte Darsteller. Ein besonders enttäuschter Juror schrieb: „Ein Spike-Lee-Film hebt entweder ab oder er sinkt wie ein Stein - und dieser ist der Felsen von Gibraltar!“

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