Sir Noel Coward

Schauspieler • Producer • Musiker • Regisseur • Drehbuchautor

Leben & Werk

Britischer Schriftsteller, Komponist, Sänger, Schauspieler und Regisseur (1899 - 1973). Im Lauf eines außerordentlich bewegten Lebens, das den Vorortburschen früh in die High Society („ich werde die erste Klasse nie aufgeben“) führte und ihn zum einflussreichen Idol der britischen Popkultur machte, gehörte der Hauptteil der Arbeit von Noel Coward dem Theater. Er schrieb über 50 elegante und respektlose Theaterstücke, in denen er oft selbst auftrat. In der Tradition von Oscar Wilde und George Bernard Shaw, versprühte er dialogschmissig geistreichen Witz, sarkastischen Humor und zündende One-Liner und brach Tabus. Einige Stücke (Ernst Lubitschs Dreieckskomödie „Serenade zu dritt„; „Easy Virtue - Eine unmoralische Ehefrau„) wurden verfilmt. Er schrieb Musicals („Bitter Sweet“, zwei Filmversionen), Revuen, mit denen er in Las Vegas auftrat und komponierte Hunderte von Liedern („Mad Dogs and Englishmen„), die er vortrug und die von Musikern wie Paul McCartney, Sting und den Pet Shop Boys gecovert wurden. Als Regisseur zeichnete er für den Kassenschlager „In Which We Serve“ verantwortlich und arbeitete mit Regisseur David Lean zusammen. Zum Ritter geschlagen wurde er 1969. Er starb an Herzversagen in seinem Haus auf Jamaika, wo er begraben liegt.

Noel Peirce Coward wurde im Londoner Vorort Teddington, Richmond upon Thames, als Sohn eines Pianoverkäufers geboren. Als Junge trat er im Londoner Westend auf, 1911 ist sein erster Bühnenauftritt als Schauspielschüler verzeichnet. Mit 14 wurde er Geliebter des pädophilen Malers Philip Streatfield, der ihn in die High Society und literarische Salons einführte, wo Coward auch nach Streatfields Tod 1915 Zugang hatte. Im Ersten Weltkrieg wurde er als kriegsuntauglich eingestuft. Er begann Stücke zu schreiben, von denen „The Vortex“ 1924 den Durchbruch brachte, ein Drama, das Drogen und gleichgeschlechtliche Liebe in der feinen Gesellschaft thematisierte und ein Skandalerfolg wurde. Das Stück „Cavalcade“ erhielt 1933 in der Filmversion den Oscar als Bester Film.

Im Zweiten Weltkrieg arbeitete Coward bei der Truppenunterhaltung im britischen Propagandabüro in Paris und, wie James-Bond-007-Erfinder Ian Fleming, dessen Nachbar er auf Jamaika wurde, für den britischen Geheimdienst MI 5 und stand auf einer schwarzen Liste der SS. Er schrieb, produzierte und inszenierte mit David Lean, dem er am Set oft die Regie überließ, das 1943 mit dem Ehren-Oscar ausgezeichnete U-Boot-Drama „In Which We Serve“, Tribut an die Royal Navy und Lord Mountbatten. Für Lean schrieb er Vorlagen für dessen Regiedebüt „Wunderbare Jahre“ (1944), das Liebesdrama „Begegnung“ (1946) und „Geisterkomödie“ (1944), mit dem die Karriere von Margaret Rutherford (Miss Marple) begann. Ab den 50er-Jahren spielte Coward exzentrische Charaktere in der Agentenkomödie „Unser Mann in Havanna“ (mit Sir Alec Guinness), „In 80 Tagen um die Welt“, Otto Premingers Thriller „Bunny Lake ist verschwunden„, Joseph Loseys „Boom!“ (mit Elizabeth Taylor und Richard Burton) und „The Italian Job - Charlie staubt Millionen ab“ (mit Sir Michael Caine).

Als Society-Löwe war Coward mit Prominenten wie David Niven, Elizabeth Taylor, Julie Andrews und Prinzessin Margaret befreundet. Im Musical „Star!“ (mit Andrews) ist er Vorbild für den Theaterdirektor. Coward hatte Affären mit dem Herzog von Kent und dem Sänger Graham Payne, sein letzter Lebensgefährte. Seine Homosexualität war bekannt, er äußerte sich nie öffentlich dazu, distanzierte sich von der Schwulenbewegung. Coward schrieb Gedichte, drei Memoirenbände, einen Roman und wurde mit dem Tony Lifetime Achievement Award geehrt. Die Londoner Bühne Albery Theatre wurde 2006 in Noel Coward Theatre umbenannt. (geh)

Filme und Serien

News und Stories

  • Jessica Biel in romantischer Komödie "Easy Virtue"

    Jessica Biel („Chuck und Larry - Wie Feuer und Flamme“) spielt die weibliche Hauptrolle in der romantischen Komödie „Easy Virtue“. Die britische Produktion basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von Noel Coward, das erstmals 1928 als Stummfilm von Alfred Hitchcock verfilmt wurde. Die Dreharbeiten unter der Regie von Stephan Elliott („Das Auge“) beginnen nächste Woche in London. Elliott schrieb auch das Drehbuch...

    Ehemalige BEM-Accounts  

Wird oft zusammen gesucht

Kommentare

  1. Startseite
  2. Beliebteste Stars
  3. Sir Noel Coward