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Englands Hollywood-Exporte

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Sir Michael Caine Poster
© Kurt Krieger, Amazonas, Icestorm

Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten und das Filmmekka schlechthin. Produktionsstätte der Kinoblockbuster und Heimat der Promi-Metropole Los Angeles. Will man es als Schauspieler zum ganz großen internationalen Ruhm bringen - kommt man an Hollywood einfach nicht vorbei. Und so zieht es auch die Schauspieler von der britischen Insel immer wieder über den großen Teich.

Sie haben ihr Glück versucht und Erfolg geerntet Bild: Kurt Krieger, Amazonas, Icestorm

Schon im „Goldenen Zeitalter“ der 20er-, 30er- und 40er-Jahre als noch nicht jeder Haushalt mindestens einen Fernseher hatte, von Home-Cinema noch lange nicht die Rede war und Hollywood schon als die ultimative Traumfabrik galt, suchten und fanden englische Schauspieler ihr Glück in Tinseltown.

Einer der ersten Inselbewohner, der den Sprung über den Atlantik wagte, wurde mit Stummfilmen zum Star und endete als damals reichster und unabhängigster Promi Hollywoods: Charlie Chaplin. Als der Londoner 1912 mit seiner Theatergruppe in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten kam, entschied er sich zu bleiben und seine großartige Filmkarriere sollte ihm recht geben.

Leinwandlegende und Frauenschwarm Cary Grant Bild: Pressefoto

Englishmen in L.A.

Nicht anders erging es Leinwandlegende Cary Grant - ja, auch er ist Engländer. Sein bürgerlicher Name: Archibald Alexander Leach. Als 16-Jähriger kam Grant nach Amerika, spielte über 400 Shows am Broadway und verliebte sich in das Land. Auch er blieb und wurde zum großen Star und Frauenschwarm. Seine berühmtesten Filme sind von Landsmann Alfred Hitchcock: „Über den Dächern von Nizza“ mit Grace Kelly und „Der unsichtbare Dritte.

Obwohl sich die Filmindustrie mittlerweile auch in Großbritannien gefestigt hat, eifern englische Schauspieler weiterhin ihren Vorbildern nach. Während manche dabei auf der Strecke bleiben und an der Traumfabrik scheitern, schaffen andere den Sprung in die erste Liga.

Jung, talentiert und englisch

Derzeit Englands schönster Export: Keira Knightley und Orlando Bloom Bild: Buena Vista

Jüngstes Beispiel Keira Knightley: Die Engländerin spielte sich mit 17 Jahren in „Kick It Like Beckham“ ganz nach oben. Während die Komödie in den USA leichte Startschwierigkeiten hatte, wurde Knightley schon in die Dominikanische Republik geschickt und stand für „Fluch der Karibik“ vor der Kamera. Der Rest ist Geschichte. Mittlerweile wurde Knightley für ihre Rolle in „Stolz und Vorurteil“ für den Oscar nominiert.

Und dann gibt es da natürlich noch Keiras Filmpartner aus „Fluch der Karibik“: Orlando Bloom. Er gilt derzeit wohl als Englands heißester männlicher Export. Der Junge aus Canterbury führt seit „Herr der Ringe“ ein Jet-Set-Leben zwischen Los Angeles und London. Am Ende zieht es sie doch alle wieder zurück in die Heimat. Sei es um in britischen Produktionen mitzuwirken, oder einfach, um dem Geburtsland einen Besuch abzustatten.

Bleiben ihrer Heimat treu: Sam Mendes und Kate Winslet Bild: Kurt Krieger

Identitätskrise?

Dass die Karriere in Hollywood viele Flugstunden bedeutet, nehmen die meisten englischen Stars in Kauf. Ein Umzug, kommt für die Mehrheit gar nicht in Frage: „Ich werde nie von England wegziehen“, so Kate Winslet. „Manche glauben, dass Sam und ich in Hollywood leben sollten, aber das wollen wir nicht“, erklärt die Ehefrau von Regisseur Mendes. „Wenn es die Arbeit verlangt, leben wir in New York, aber wir bevorzugen England. Wir sind beide stolz darauf, Engländer zu sein. Es ist wichtig für mich das englische Mädchen zu bleiben und ich liebe England.“

Viele Schauspieler von der Insel arbeiten schon so lange in Hollywood, dass man dabei manchmal ihre Herkunft vergessen könnte: Die großartige Dame Judi Dench, die ehemaligen Mitglieder der Royal Shakespeare Company Ian McKellen und Patrick Stewart. Auch „Underworld„-Vampir Kate Beckinsale wird oft für eine Amerikanerin gehalten, da ihr Durchbruch mit dem US-Kriegsfilm „Pearl Harbor“ kam.

Engländer auf Abwegen

Schlagkräftiger und treuer Butler Michael Caine Bild: Warner

Mr. British, Hugh Grant, gab sein Holywooddebüt 1994 in der englischen Produktion „Vier Hochzeiten und ein Todesfall„. 1999 brachte er sich durch eine skandalträchtige Verhaftung in die Schlagzeilen. Er wurde mit einer Prostituierten im Auto erwischt. Geschadet hat der Vorfall dem damals 29-Jährigen aber nicht. Im Gegenteil. Mit Knuddelimage - wie es Grant selbst nennt - als englischer Gentleman und Junggeselle fand er in Liebeskomödien seinen Platz in der Traumfabrik.

Um alle britischen Schauspieler aufzuzählen, die mittlerweile ihren Weg gemacht und Hollywood erobert haben, könnte man einige Seiten füllen. Auch wenn aller Anfang schwer war und viele wie Tim Curry immer noch der Meinung sind: „Als Engländer in Hollywood wird man entweder als Butler oder Schurke gecastet“, hat Englands Schauspielexport schon längst den Hollywood-Olymp erreicht.

Oscar-preisgekröntes Meisterwerk: "Der ewige Gärtner" mit Ralph Fiennes und Rachel Weisz Bild: Kinowelt

Ziel erreicht

In dem Zitat von Curry, mag ein Hauch von Wahrheit stecken. Doch gibt es mittlerweile auch Helden-Rollen für englische Schauspieler. Dass sie immer wieder gerne als Butler eingesetzt werden, lässt sich nicht leugnen und ist auf ihren britischen Akzent zurückzuführen. Jüngstes Beispiel: Michael Caine als treuer Butler Alfred Pennyworth in „Batman Begins.“ Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass der Held von einem Engländer - um genau zu sein - von einem Waliser verkörpert wird: Christian Bale.

Dieses Jahr durfte sich auch eine Engländerin über einen Oscar als beste Hauptdarstellerin freuen: Rachel Weisz bekam den Goldjungen für „Der ewige Gärtner“ an der Seite von Landsmann Ralph Fiennes. Damit wäre wohl erneut bewiesen: Die Engländer sind in Hollywood angekommen.

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