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Alles über den Joker

Ehemalige BEM-Accounts |

Sir Michael Caine Poster
© Warner

Die Begeisterung der Fans war riesengroß, als bekannt wurde, dass im zweiten Film der neuen Batman-Reihe Heath Ledger als Joker zu sehen sein würde.

Markenzeichen: Der Joker hinterlässt am Tatort eine Spielkarte Bild: Warner

Schließlich galt der Australier zu Recht als eines der größten jungen Schauspieltalente und hatte in Filmen wie „Brokeback Mountain“ oder „Candy“ eindrücklich bewiesen, dass er vielschichtige Figuren großartig darstellen kann. Der tragische Tod des Mimen im Januar war ein großer Schock.

KINO.DE hatte zu Ledgers Lebzeiten Gelegenheit, das Set von „The Dark Knight“ in einem Flugzeughangar bei London zu besuchen - und Ledgers Kollegen waren schon beim Dreh voll des Lobes über seine Arbeit. Wir haben die interessantesten Aussagen über die letzte große Filmrolle von Heath Ledger zusammengetragen.

Christopher Nolan und Heath Ledger beim Dreh Bild: Warner

CHRISTOPHER NOLAN (REGIE)

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12 Stars, die Rollen nur wegen des Geldes gespielt haben

» Erfahren wir in „Dark Knight“, wie der Joker zu dem wurde, was er ist?

Nolan

» War Heath Ledger ihre erste Wahl für den Joker?

Nolan: Ja, es war einer der wenigen Fälle, wo alles passte. Ich hatte in den letzten Jahren schon oft mit Heath gesprochen und nie die richtige Rolle für ihn gefunden. Dabei wollte ich unbedingt mal mit ihm arbeiten. Als er hörte, dass der Joker im zweiten Film vorkommen würde, wollte er den Part unbedingt und ich hatte unabhängig davon auch an ihn gedacht. Und so haben wir uns getroffen, bevor es überhaupt ein Drehbuch gab.

Wir haben darüber gesprochen, wie der Joker in die Welt passen könnte, die wir in „Batman Begins“ entworfen haben. Wir hatten von Anfang an dieselbe Vorstellung davon. Es war großartig, mit ihm Ideen entwickeln zu können, weil er schon in einer so frühen Phase des Projekts eingebunden war. Er spielt die Figur genau so, wie wir sie zusammen aufgebaut haben.

Alles über den Joker

Heath Ledger spielt den Joker nicht als grellen Spaßvogel, sondern als psychisch deformierten und gewalttätigen Menschen… Bild: Warner

» Wie entgeht man dem ständigen Vergleich mit Jack Nicholson?

Nolan: Das haben wir gar nicht versucht. Heath ist ein sehr ausdrucksstarker Schauspieler und drückt der Rolle unverkennbar seinen eigenen Stempel auf. Der Joker ist diesmal schon von der Geschichte her als viel düsterere Figur angelegt und was Heath daraus macht, unterscheidet sich deutlich von Jack Nicholsons Interpretation. Heath orientiert sich eher an den allerersten Darstellungen des Jokers in den Comics.

Wenn der Zuschauer im Kino sitzt, wird er sich über den Vergleich keine Gedanken machen. Natürlich gibt es solche Vergleiche vorher, aber unser Film baut eine völlig eigenständige Welt auf, die sich stark von der in einem Tim-Burton-Film unterscheidet. Der Hauptpunkt dabei ist, dass alle Figuren bei uns als Menschen aus der wirklichen Welt gezeigt werden, deren Handlungen dem Zuschauer glaubwürdig und nachvollziehbar erscheinen sollen.

…für Batman ist er daher die schlimmste Bedrohung. Bild: Warner

» Sie sind also weniger davon ausgegangen, wie man es anders als Jack Nicholson machen kann, sondern mehr von Heaths Ideen?

Nolan: Heath und ich haben über den Vergleich nicht einmal gesprochen. Wir haben einfach eine Welt von Batman entwickelt, die wir im Film zeigen wollen. Es ist, wie gesagt, eine deutlich realistischere Welt und damit war die Hauptfrage, wie der Joker in eine solche „echte“ Welt eingepasst werden kann. Heath musste eine sinnvolle psychologische Begründung für das Handeln des Jokers als echtem Menschen finden. Und das ist ihm sehr gut gelungen.

AARON ECKHART (HARVEY DENT / TWO FACE):

Christian Bale und Heath Ledger liefern als Gegnerpaar schauspielerische Ausnahmeleistungen Bild: Warner

» Christopher Nolan legt mindestens ebensoviel Gewicht auf die Konflikte der Figuren wie auf Action. Wie ist das für die Schauspieler?

Eckhart

Der Joker als wilder Mix aus Iggy Pop und Pete Doherty Bild: Warner

LINDY HEMMING (KOSTÜME)

» Wie sind Sie auf den neuen Look des Jokers gekommen?

Hemming

Heath ist so großartig in der Rolle und seine Bewegungen sind so ungewöhnlich, dass er schon in der Silhouette sehr eindrucksvoll wirkt. Das haben wir dann noch durch einen 60er-Jahre Mantel unterstreichen können. Insgesamt ist der Joker ein wilder Mix aus vielen Stilen, er verkörpert eine Art moderne Punk-Romantik.

Die maskierte Joker-Gang macht Gotham City unsicher Bild: Warner

» Was hat es mit den ganzen maskierten Typen auf sich, die im Film oft zu sehen sind, wenn der Joker auftritt?

Hemming: Der Joker lebt sozusagen in einer parallelen Unterwelt. Er gabelt überall Kleinkriminelle und Ganoven auf und nimmt sie in seine Gang auf. Immer, wenn man also den Joker am Werk sieht, ist sein Gefolge um ihn herum. Sie haben eine alte Kiste mit Masken gefunden, die sie für ihre Bande benutzen. Der Clou dabei ist, dass niemand eigentlich weiß, wer nun genau Teil dieser Gang ist - das gilt auch für die Mitglieder untereinander. Wenn jemand getötet wird, kann einfach ein anderer dessen Maske aufsetzen und seinen Platz einnehmen. Das gibt dieser Bande so eine verstörende Zwielichtigkeit.

Die Masken tragen dazu bei und wirken wirklich großartig im Film, ich bin davon völlig begeistert. Es funktioniert sogar bei Statisten, die in Jeans und T-Shirt in die Garderobe marschiert sind, doch als sie die Masken aufsetzten, wirkten sie plötzlich extrem bedrohlich. Das gibt dem ganzen Film noch eine extra Wendung, denn zwischen diesen ganzen Irren aus der Gang wirkt der Joker manchmal fast normal - was er natürlich mitnichten ist.

CHRISTIAN BALE (BRUCE WAYNE / BATMAN):

Irgendwie braucht Batman den Joker… Bild: Warner

» Wie furchterregend ist der Joker für Batman?

Bale

Andererseits schlummert auch in Batman ein Monster. Irgendwie braucht er Gegner wie den Joker und das Chaos, das dieser verursacht. Batman kennt ja schließlich selbst auch nichts anderes. Er hat seine Eltern verloren, sein Haus und den Glauben an so etwas wie eine heile Welt. Wenn er Bösewichte bekämpft, gibt ihm das ein starkes Gefühl von Identität, es zeigt ihm, wer er ist.

Der Joker ist ein absoluter Zyniker, er nimmt nichts und niemanden ernst - denn für ihn hat nichts in der Welt einen Wert… Bild: Warner

» Wie bereitet man sich darauf vor, solch düstere Figuren zu spielen?

Bale: Wir haben im ersten Film ja schon gezeigt, warum die Welt von Batman so ist, wie sie ist. An diese Vorgeschichte halte ich mich, da muss ich mir nicht monatelang den Kopf zermartern, wer dieser Typ ist.

Es klingt zwar toll, wenn Schauspieler erzählen, dass sie immer in der Figur bleiben und so Zeug, aber ich halte das bei einem sieben Monate langen Dreh für völlig unmöglich. Man tut, was für die Figur nötig und nützlich ist. Wenn man mehr tut, kostet das zu viel Energie…

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