Mit ihm geht ein Stück große Kino-Leidenschaft…

Wurde 90 Jahre alt: Lord Richard Attenborough, hier in "Jurassic Park" Bild: Universal

Lord Richard Attenborough, Oscar-Gewinner für „Gandhi“ und einer der ganz Großen des britischen Kinos, ist tot. Dem internationalen Kinopublikum bleibt er insbesondere auch als Parkbesitzer Hammond in „Jurassic Park“ im Gedächtnis. Er wurde 90 Jahre alt.

Richard Attenborough, der typische englische „good sport“, wurde 1976 zum Sir und 1993 zum Lord geadelt. Über Jahrzehnte im englischen und amerikanischen Film als Darsteller, Produzent und Regisseur tätig, schuf er als seinen Wunschfilm die Biografie „Gandhi“, die aus seinen anderen Arbeiten („Chaplin„, „Oh! What a Lovely War„, „Shadowlands„, „A Chorus Line„) herausragt und acht Oscars gewann.

Zwanzig Jahre brauchte Attenborough, bis der Film fertig war: „Ich ging mehrere Male bankrott, musste mein Haus verpfänden und meine Familie machte eine Menge durch“, sagte Attenborough über sein Herzensprojekt. „Ich habe das alles riskiert, weil mir der Film einfach so wichtig war.“

Kein elitäres Gehabe

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Als Darsteller war Attenborough in den Komödien aus den Ealing-Studios ebenso zu Hause, wie er als zorniger junger Mann und sozial bewusster Arbeiter in Filmen des New British Cinema der beginnenden 60er („Zorniges Schweigen“) seinen Tribut leistete. 1963 wurde er als einer der vielen Kriegsgefangenen gefeiert, die in „Gesprengte Ketten“ den Ausbruch aus einem deutschen Lager schaffen. Damit begann seine internationale Karriere mit Filmen wie „Der Flug des Phoenix“ (er zeichnet die Pläne für die Reparatur des abgestürzten Flugzeugs), „Kanonenboot am Yangtse-Kiang“ (mit Steve McQueen als Matrose) oder als „John Christie, der Frauenwürger von London„. Attenboroughs großes Repertoire als Charakterdarsteller zeigte sich in Blockbustern (er war der alte Millionär und Eigner des „Jurassic Park“) wie in Gastauftritten (Kenneth BranaghsHamlet„).

Attenborough bekleidete zahlreiche Ehrenämter des britischen Films, war als Funktionär einflussreich und war viele Jahre Chairman des British Film Institute.

2008 erlitt Attenborough einen Schlaganfall und saß seither im Rollstuhl. Mit seiner Ehefreu, der Schauspielerin Sheila Sim, war er sieben Jahrzehnte verheiratet, das Paar hatte drei Kinder. Seit 2013 lebten die beiden gemeinsam in einem Seniorenheim, der Gesundheitszustand von Lord Richard verschlechterte sich seit dem Schlaganfall kontinuierlich. Am Sonntag verstarb er schließlich, wie sein Sohn Michael bekannt gab.

Sein Vermächtnis für die Filmwelt hat Richard Attenborough einst selbst formuliert: „Meine Philosophie war immer, dass Kunst keine elitäre Gabe für einige wenige Auserwählte ist. Kunst ist für alle da.“

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