Die Jurymitglieder der 13. Shocking Shorts Awards um Dr. Dieter Wedel und Esther Schweins waren sich einig: „Souterrain“ von Grusel-Newcomer Erwin Häcker setzte die besten Schock-Akzente.

Regie-As Simon Verhoeven hatte seine besten Gruselmomente bei "Black Swan" © 13TH STREET Universal/Gert Krautbauer

Die „Shocking Shorts Awards“ machten auch in ihrem 13. Jubiläumsjahr ihrem Namen alle Ehre. Als Location diente ein altes gespenstisches Kraftwerk mitten im Englischen Garten in München. Rauch waberte durch die Gänge, Lichtblitze zuckten durch die Luft. Verunstaltete Assistenten und vom Grauen gezeichnete Mädels, die aus ihrem Bauchladen diverse Rauchwaren reichten, streiften durch das Anwesen. Mittendrin: Moderator Christian Berkel als machtbessessener Wissenschaftler.

Das diesjährige Motto „Hochspannung - Das Experiment“ wurde wunderbar umgesetzt. Schon am Eingang wurden die rund 600 Gäste originell auf den Abend eingestellt, indem sie mit „Testperson“ markierte Einlassbänder erhielten. Pünktlich um 21.13 Uhr öffneten sich die Tore und die Masse marschierte zielstrebig zum Horrorhaus. Dort wurden kurz darauf die drei Finalisten „Souterrain“, „Too Focused“ und „Herr Albtraum und die Segnungen des Fortschritts“ vorgestellt.

Sie waren die vielversprechendsten Kurzfilme, die die Jury (u.a. Dr. Dieter Wedel, Esther Schweins, Max Riemelt, Mirjam Weichselbraun, Dominique Horwitz, Sebastian Fitzek) aus rund 200 Werken von Nachwuchsregisseuren herausgepickt hatte.

Ab nach Hollywood!

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„Schockierende Momente gefallen mir am Besten bei ‚Too Focused‘, wo die Geschichte als solche wirklich sehr gut ist“, berichtet eine bestens gelaunte Esther Schweins und verrät ihren persönlichen Lieblingsfilm des Wettbewerbs: „‚Herr Albtraum und die Segnungen des Fortschritts‘ ist zwar ein Animationsfilm, dafür aber umso sehenswerter.“ Das Hochspannungsrennen gewann unter den Horrorkennern jedoch ein anderer: „Souterrain“ von Newcomer Erwin Häcker. Seine Belohnung kann sich sehen lassen: Er erhält einen „Backstage-Pass“ für die Universal Studios in Hollywood.

Wie schon der erste Gewinner, der spätere Oscar-Preisträger Florian Henckel von Donnersmarck im Jahr 2000, durchläuft er beim Major-Studio für zwei Wochen wichtige Abteilungen wie Drehbuch-Entwicklung, Produktion oder Marketing und ist am Set einer Hollywood-Produktion dabei. Vielleicht bekommt er danach die Gelegenheit, einen Horrorhit vom Kaliber eines „Black Swan“ zu drehen. Für Regiemeister Simon Verhoeven nimmt der Thriller mit Nathalie Portman und Mila Kunis als rivalisierende Primaballerinas im Vergleich zu den Filmen der letzten Zeit eine wahre Ausnahmestellung ein: „Das war künstlerisch ein hoch interessanter Horrorfilm. So wie früher in den 70er Jahren ‚Rosemary’s Baby‘ oder ‚Der Exorzist‘. Etwas, was es sehr lange nicht mehr gab. Eigentlich ein Arthouse-Horrorfilm.“

Besonders beeindruckend fand der Filmemacher die Tanzszenen: „Gerade, dass man die Tanzszenen alle nur mit einer und nicht mit fünf Kameras gedreht und dann noch wie wild unterschnitten hat, sondern choreografiert mit der Kamera in Bewegung. Diese Regieleistung fand ich unglaublich! Das ist ein sehr beeindruckender Film.“ Schlaflose Nächte bereitete TV-Tänzerin Isabel Edvardsson ein schlimmer Säger: „Besonderes gegruselt habe ich mich bei ‚Saw‘. Eigentlich bei allen Szenen!“

Sprach’s und feierte mit Kollegen wie David Kross, Anna Maria Sturm, Hannes Jaenicke, Max von Thun, Eva Habermann und Marco Kreuzpaintner mit einem leichten Schauer über dem Rücken noch ein wenig weiter. Das Experiment ist gelungen.

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