Er war einer der letzten Charakterköpfe der Traumfabrik…

Wurde 86 Jahre alt: James Garner Bild: Kurt Krieger

Hollywood-Legende James Garner ist tot. Der vielseitige Schauspieler, der in den Fünfzigerjahren mit der Serie „Maverick“ berühmt wurde und in den Sechzigerjahren auch als Filmstar reüssieren konnte, starb in der gestrigen Nacht im Alter von 86 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls. Das deutsche Publikum kennt Garner vor allem aus der Serie „Detektiv Rockford - Anruf genügt„, die in den Siebzigern erfolgreich in der ARD ausgestrahlt wurde.

James Garner, der oft schräge oder tollpatschige Typen verkörperte, avancierte als cleverer Spieler Bret Maverick in der Western-Serie „Maverick“ (1957-1960) zum Star. Mit seiner stattlichen Erscheinung und einer Spur dunkler Exotik im gut geschnittenen Gesicht, entsprach er dem modernen Männertyp der Sechziger und spielte neben Doris Day, Shirley MacLaine, Julie Andrews und Audrey Hepburn. 1974-80 hatte er eine Erfolgssträhne mit der selbstproduzierten Krimiserie „Detektiv Rockford - Anruf genügt“, wo er als tüchtiger aber privat vom Pech verfolgter Ermittler, der am Strand in einem Wohnwagen lebt, zur Kultfigur wurde.

Er spielte in Komödien für Blake Edwards („Victor/Victoria„) und ging mit Clint Eastwood, Tommy Lee Jones und Donald Sutherland auf Weltraumtour („Space Cowboys„). Nach einem leichten Schlaganfall 2008 arbeitete er als Synchronsprecher. Garner, der seine Millionen in Immobilien, Grundstücken, Firmen und der Ölindustrie anlegte, besaß zweitweise eine eigene Bank und lebt abseits von Hollywood auf seiner Ranch in Santa Barbara.

Marinesoldat und Rennsportler

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James Scott Baumgarner wurde 1928 als jüngster von drei Söhnen einer Cherokee-Indianerin und eines Tischlers deutscher Abstammung in Norman, Oklahoma, geboren. Die Mutter starb, als er vier war. Bis zur zweiten Ehe des Vaters lebten er und seine Brüder bei der Großmutter. Ein Streit mit der Stiefmutter endete mit ihrer Trennung vom Vater, der mit den Söhnen nach Los Angeles zog. Mit 16 Jahren verließ Garner die High School, ging zur Handelsmarine und wurde im Koreakrieg verwundet. Er schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch, studierte Betriebswirtschaft, was ihm zu langweilig wurde und lernte Schauspiel an der Berghof School in New York, wo er am Broadway als Komparse in „Die Caine war ihr Schicksal“ mitwirkte. Bekannte vermittelten ihm kleine Rollen. Der Erfolg stellte sich mit „Maverick“ ein. Garner brach die erfolgreiche Serie wegen eines Streits mit den Warner Studios um Gagen ab und wurde zeitweilig Präsident der Schauspielergewerkschaft.

Garners Zeit als Topstar der Sechzigerjahre umfasst Western und Westernkomödien wie „Duell in Diablo„, „Die fünf Geächteten“ (als Wyatt Earp) und „Auch ein Sheriff braucht mal Hilfe„, Thriller wie „36 Stunden“ und „Willkommen, Mr.B.“ (mit Melina Mercouri), Komödien wie „Was diese Frau so alles treibt“ und „Eine zuviel im Bett“ (beide mit Doris Day) sowie „Getrennte Betten“ (mit Lee Remick). Zum Klassiker wurde John Sturges‘Gesprengte Ketten“ (1963), wo er mit Steve McQueen, Charles Bronson, James Coburn und Richard Attenborough den Massenausbruch alliierter Offiziere aus einem deutschen Lager organisiert. Garner spielte Raymond Chandlers Privatdetektiv Philip Marlowe in „Der Dritte im Hinterhalt“ und entdeckte während der Dreharbeiten zu John FrankenheimersGrand Prix“ (1966) seine Leidenschaft für den Motorsport, überlebte mehrere Unfälle.

Auf dem Höhepunkt des Erfolgs von „Detektiv Rockford - Anruf genügt“ brach Garner die Serie 1980 ab, weil er sich als Produzent vom Studio wegen Abrechnungen hintergangen fühlte. In den Achtzigern spielte er für Blake Edwards in der Verwechslungskomödie „Victor/Victoria“ den Nachtclubbesitzer King aus Chicago und den Westernhelden Wyatt Earp als Berater eines Films über Tom Mix (Bruce Willis) in „Sunset„. In der Kinoversion von „Maverick“ (1994), wo Mel Gibson seine frühere Rolle übernahm, war er ein alternder Marshall. Er war Vater von Sandra Bullock in „Die göttlichen Geheimnisse der Ya-Ya-Schwestern“ (2002) und spielte in seinem letzten Kinoauftritt im Jahr 2004 den fürsorgliche Ehemann von Gena Rowlands in dem Liebesfilm „Wie ein einziger Tag„.

James Garner wurde 1977 und 1986 mit dem Emmy Award, 1977 mit dem Bambi und 2004 mit dem Screen Actors Guild Award für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Er hat einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame.

James Garner war seit 1956 mit Lois Clarke verheiratet, die eine Tochter mit in die Ehe brachte, und hatte mit ihr eine leibliche Tochter, die Sängerin ist.

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