Sergio Leone

Producer • Regisseur • Drehbuchautor
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Leben & Werk

Er machte Clint Eastwood zum Star, war der Vater des Italo-Western und schuf mit „Spiel mir das Lied vom Tod“ eine einzigartige Synthese aus klassischem amerikanischen und opernhaft italienischen Western. Sergio Leone (1929 – 1989, jeweils Rom) wurde als Sohn des Regisseurs Vincenzo Leone und der Schauspielerin Francesca Bertini („Assumpta Serna“) quasi ins Filmmilieu hineingeboren und assistierte jahrelang italienischen und amerikanischen Regisseuren bei der Produktion von Monumentalfilmen wie „Quo Vadis?“, „Ben Hur“ und Filmen der „Maciste“- und „Herkules“-Reihen der „Sandalen“-Filme, die die italienische Filmindustrie in Schwung brachten. Leones eigene Beiträge zum Genre sind „Die letzten Tage von Pompeji“ (den er für den erkrankten Mario Bonnard beendete), „Der Koloß von Rhodos“ (um den durch ein Erdbeben vernichteten Leuchtturm, der eines der sieben Weltwunder der Antike ist), und „Sodom und Gomorrha“, in dem er die Second-Unit-Regie für Robert Aldrich übernahm. Mit der in den texanisch-mexikanischen Westen verlegten Adaption von Akira Kurosawas Samurai-Film „Yojimbo“ begründete Leone den Italo-Western: „Für eine Handvoll Dollar„, mit Clint Eastwood in der Hauptrolle des schweigsamen Fremden mit Poncho und Zigarillo, der zwei Banden gegeneinander ausspielt, wurde ein überraschender Welterfolg. Leone perfektionierte seine Stil und schuf mit „Für ein paar Dollar mehr“ und „Zwei glorreiche Halunken“ eine Trilogie, die in ihrer Perfektion aus gedehnten rituellen Handlungen, Anti-Helden als Vertretern des Beute-Kapitalismus (Kopfgeldjäger), staubigen Grenzstädten, sadistischen Banditen und ironischen Details das Genre definierte. Einen wesentlichen Anteil am Erfolg hatten die kommentierende und teils vor Drehbeginn entstandene Musik von Ennio Morricone, der Leones Hauskomponist wurde, und die in Scope-Panoramen, sprechenden Detailaufnahmen und Zooms souverän schwelgende Kamera von Tonino Delli Colli. Leones Hauptwerk wurde 1968/69 der „König der Western“: in „Spiel mir das Lied vom Tod“ setzte er Henry Fonda in seiner einzigen Schurken-Rolle als Killer ein und feierte Claudia Cardinale als schöne Hure und Mutter Amerika. In Amerika gedreht, deutet Leone darin im gewohnt epischen, ironischen und rituellen Erzählstil den Bau der Eisenbahn als Entstehungsmythos Amerikas. Der Film begründete auch die Weltkarriere von Charles Bronson, der einen einsamen Rächer mit Mundharmonika spielte. Leones Revolutionsepos „Todesmelodie“ (mit Rod Steiger und James Coburn als mexikanischer Bandit und irischer Revolutionär in Mexiko) wurde ein finanzieller Fehlschlag, nach dem Leone über ein Jahrzehnt ausschließlich produzierte und erst mit seinem (letzten) Film, dem epochalen Gangsterfilm „Es war einmal in Amerika“ wieder zur Regie fand. Robert De Niro und James Woods spielten in dem kunstvoll verschachtelten, mehrere Jahrzehnte umspannenden Epos ein Gangsterpaar, das durch Gier und Verrat verbunden ist. Leones Kriegsfilm über die Belagerung von Leningrad im Zweiten Weltkrieg kam nicht zu Stande. Er starb überraschend am 30. April 1989 an einem Herzinfarkt.

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