Leben & Werk

Er ist der Erfinder von „Django“ und Regisseur einiger der besten Italo-Western („Mercenario, der Gefürchtete“, „Leichen pflastern seinen Weg“). Sergio Corbucci (1927 - 1990, jeweils Rom) begann als Filmkritiker und Regieassistent, drehte in den 50er Jahren Melodramen („Insel der Sünde“), Kriminalfilme („Brutale Gewalt“) und Komödien („Toto, Peppino und das süße Leben“, eine Parodie auf Fellinis Meisterwerk), bevor er mit italienischen Antikfilmen seinen Durchbruch als Action-Regisseur schaffte. Corbuccis wichtigster Sandalenfilm, der weit über dem Durchschnitt der Gattung rangiert, wurde das Rom-Epos „Romulus und Remus“ (1961, das Gipfeltreffen von Gordon Scott und Steve Reeves), bei dem Sergio Leone am Drehbuch mitschrieb. Corbucci hatte bereits drei Italo-Western, teils unter dem Pseudonym Stanley Corbett, inszeniert, darunter den bemerkenswerten „Minnesota Clay“ mit Cameron Mitchell, als er 1966 mit „Django“ und Franco Nero in der Titelrolle (der Name stammte von dem Zigeunergitarristen Django Reinhardt) das Genre um die Figur des Rächers bereicherte. Django schleppt auf dem Weg durch eine Schlammlandschaft einen Sarg hinter sich her und holt im entscheidenden Moment daraus ein Maschinengewehr hervor. „Mercenario, der Gefürchtete“ ist ein Revolutionswestern, der Einflüsse auf Sergio Leones „Todesmelodie“ zeigt und wegen der Musik von Ennio Morricone sowie der aufeinanderfolgenden Schlusssequenzen berühmt wurde. In dem Schnee-Western „Leichen pflastern seinen Weg“ (1968) spielte Jean-Louis Trintignant einen stummen Kopfgeldjäger, der seinen Gegnern die Daumen abschießt und im Finale von einem anderen, dem „bösen“ Söldner (Klaus Kinski) in Christus-Pose erschossen wird: die definitive Entmythologisierung des Western lange vor Clint Eastwoods „Erbarmungslos“. Der wie fast alle Arbeiten Corbuccis in diesem Genre ironische Western „Lasst uns töten, Companeros!“ (1970, mit Franco Nero und Tomas Milian) sieht Iris Berben als Revolutionärin. Nach dem Abflauen der europäischen Western-Welle inszenierte Corbucci wieder Komödien (Leinen los - wir saufen ab“, „Robinson Jr.“) und Kriminalfilme („Leichen muss man feiern, wie sie fallen“, mit Marcello Mastroianni und Ornella Muti) sowie Filme für das Fernsehen, von denen der Terroristenfilm „Gefährliche Begegnung“ auf Rekordeinschaltquoten kam.

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