Sarah Polley

Sarah Polley

Leben & Werk

Vom kanadischen Kinderstar zur Charakterdarstellerin, der Regisseurin Isabel Coixet wegen ihrer Wandlungsfähigkeit die Rolle der Hanna in “Das geheime Leben der Worte” auf den Leib schrieb, gehört Sarah Polley zu den Hollywood-Rebellen und politischen Aktivisten ihrer Zunft, ist Ikone des Independent-Films, mit über 50 Spielfilmen und TV-Movies in ihrer Filmografie (bis 2006) ein Workaholic erster Güte und hat neben der Schauspielerarbeit sechs Filme in eigener Regie abgedreht. Polley bevorzugt seit den Anfängen Rollen als Leidende, als Schmerzensmadonna und tiefgründige, seelische Verletzungen verbergende junge blonde Frau mit in sich gekehrtem Blick im bleichen Gesicht, das Abgründe ahnen lässt. Seit Polley in Atom Egoyans Meisterwerk “Das süße Jenseits” 1997 ihren internationalen Durchbruch als körperbehindertes Mädchen, das durch eine Lüge ein auch seelisch eingeschneites Dorf rettet, feiern konnte, ist sie in Dramen und Melodramen begehrt, versiert und zu Hause.

Sarah Polley wurde 1979 in Toronto in eine Schauspielerfamilie geboren, trat mit vier Jahren in der Disney-Produktion “Wenn Träume wahr werden” auf und verlor mit elf Jahren ihre Mutter Diane, die an Krebs starb. Sarah schmiss die High School und ging zum Film. Sie war 1988 der sture Sidekick Sally in Terry Gilliams “Münchhausen”-Verfilmung und 1992 Waisenmädchen in “Lantern Hill”. Im kanadischen Fernsehen wurde sie zum Kinderstar in mehreren Serien (u.a. “Ramona”) und löste später auf eigenen Wunsch den Vertrag mit den Disney-Studios, auf dessen “Blacklist” sie steht. Der Hintergrund: Die bekennende Sozialistin Polley wollte 1992 während des Golfkrieges ihren “Peace”-Button während einer Pressekonferenz nicht ablegen. Darüber hinaus engagierte sie sich für die Sozialistische Partei Kanadas und verlor 1995 während einer Kundgebung in Queens Park, Florida durch polizeiliche Maßregelungen ein paar Zähne.

Das Rebellische findet sich in Sarah Polleys Rollen wieder, ob in “Das süße Jenseits”, wo sie die selbst komponierten Lieder zur Gitarre singt, oder im Schnee-Western “Das Reich und die Herrlichkeit” von Michael Winterbottom, wo sie sich mit ihrer Mutter (Nastassja Kinski) gegen eine ganze Stadt stellt. Nach dem Erfolg von “Das süße Jenseits” war Polley in Filmen von Hal Hartley, Thom Fitzgerald, David Cronenberg (“ExistenZ”) und Kathryn Bigelow (die Geschichte einer Schiffsreise in “Das Gewicht des Wassers“) zu sehen. Regisseurin Isabel Coixet wählte sie unter Dutzenden von Kandidatinnen für die Hauptrolle in “Mein Leben ohne mich” aus, wo sie genau in dem Moment die Lust am Leben wiederentdeckt, als sie sich vom Leben verabschieden will. Coixet besetzte sie erneut in “Das geheime Leben der Worte”, wo sie als wortkarge Pflegerin mit schrecklicher Kriegsvergangenheit auf einer Bohrplattform durch den Humor ihres Patienten (Tim Robbins) wieder zu sich findet.

Polley inszenierte 1999 ihren ersten Film (“The Best Day of My Life”) und hat, Kurzfilme und Fernsehepisoden inklusive, bis 2006 (“Away From Her”, nach einer Story von Alice Munro) sechs eigene Filme inszeniert. Sie wurde mehrfach mit dem kanadischen Genie Award (u.a. für “Mein Leben ohne mich”) und dem Gemini Award (für “Lantern Hill”) ausgezeichnet und gewann für “Das süße Jenseits” die Preise der Kritiker von Boston und Chicago.

Privat wurde Polley durch ihre Affären mit wesentlich älteren Männern bekannt, die erste noch als Minderjährige unter Duldung ihres Vaters. Sie war mit Stephen Rea und Michael Winterbottom liiert und ist seit 2003 mit David Miller, dem sozialistischen Bürgermeister von Toronto, verheiratet.

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