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Leben & Werk

Sie gehört zu den Nebendarstellerinnen, die als smarte Szenenstehlerinnen die Würze amerikanischer Filme ausmachen. Mit ihrer stets hinreißenden Mischung aus patenter Lebenseinstellung, bemerkenswerter Selbstsicherheit und kindlicher Verletzbarkeit sind Sandra Ohs einprägsame Charaktere der pure Genuss. In ihrer kanadischen Heimat Fernsehstar, hatte sie wegen ihrer koreanischen Herkunft im Nachbarland Schwierigkeiten, an Rollen zu gelangen, wurde aber mit den Filmen „Sideways„, „Unter der Sonne der Toskana“ und als Ärztin in der TV-Serie „Grey’s Anatomy“ einem breiteren Publikum bekannt und mit zahlreichen Film-, TV- und Theaterpreisen ausgezeichnet.

Sandra Oh riss als schwangere Freundin von Diane Lane in der romantischen Komödie „Unter der Sonne der Toskana“ mit ihrem Auftreten in Lanes Landhaus den Film an sich, begeisterte als schlagfertige, freizügige und Motorrad fahrende Weineinschenkerin Stephanie in Alexander Paynes Road Movie „Sideways“ und ist als Dr. Christina Young in der ABC-TV-Serie „Grey’s Anatomy - die jungen Ärzte“ seit 2005 die Seele des Krankenhauses von Seattle.

Sandra Oh wurde 1971 in Neapean, ein Vorort von Ottawa in der kanadischen Provinz Ontario, als Tochter koreanischer Eltern geboren. Mit vier Jahren nahm sie Ballettunterricht und stand in ihrer Schule in Ottawa mit zehn Jahren erstmals auf der Theaterbühne. Oh schloss ihr Studium der Darstellenden Kunst an der National Theatre School in Montreal ab und war seit 1987 in TV und Filmrollen zu sehen. Zu einem Quotenhit wurde ihr TV-Movie „The Diary of Evelyn Lau“, Geschichte einer gequälten Dichterin, die mit vierzehn von zu Hause ausriss und ins Drogen- und Prostituiertenmilieu geriet. Oh hatte tausend Mitbewerberinnen ausgestochen. Als sie 1994 in Cannes dafür den FIPA d’Or-Preis gewann, überraschte sie, als sie sich bei der Entgegennahme in fließendem Französisch bedankte. Im selben Jahr noch erhielt sie für die Hauptrolle in „Double Happiness„, Coming-of-Age-Story einer chinesisch-kanadischen Frau, den Genie Award (kanadischer Oscar), den sie ein zweites Mal 1998 für ihre Rolle des rebellischen Teenies in Don McKellars Endzeitfilm „Last Night“ gewann.

Mit einer Nebenrolle in „Bean - Der ultimative Katastrophenfilm“ begann Sandra Ohs amerikanische Filmkarriere in zahlreichen Independent-Produktionen. In „Die rote Violine“ war sie Madame Ming in der chinesischen Episode der Geigen-Odyssee. Als Freundin, Sekretärin, Lehrerin, Ärztin oder Beraterin sah man Oh in „Plötzlich Prinzessin“ (mit Anne Hathaway), „Lügen haben kurze Beine“ (mit Frankie Muniz und Paul Giamatti), dem Psycho-Horrorfilm „Hard Candy“ und „The Night Listener“ (mit Robin Williams). Im in Südafrika gedrehten Episodenfilm „3 Needles“ war Oh als Nonne zu sehen.

Sandra Oh trat in Werbefilmen auf und war in einer Episode der MTV-Serie „American Dad!“ 2005 als Animationsfigur zu sehen. Für Disneys Zeichentrickfilm „Mulan II“ sprach sie die Ting Ting.

Sandra Oh ist im Lauf ihrer Karriere mit zwei Genie Awards, dem Cable ACE Award (für ihre freche Assistentin in der HBO-Comedy-Serie „Arliss“), dem Theatre Guild Award (für „Stop Kiss“ in New York) und zwei Screen Actor’s Guild Awards (für „Sideways“ und „Grey’s Anatomy“) ausgezeichnet worden. Für „Grey’s Anatomy“ war sie für den Emmy nominiert und gewann 2006 den Golden Globe.

Sandra Oh heiratete 2003 den Regisseur Alexander Payne („Sideways“) und lebt seit 2006 getrennt von ihm. Sie lebt in Los Angeles.

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