Sandra Nettelbeck

Schauspielerin • Regisseurin • Drehbuchautorin • Cutterin
Sandra Nettelbeck Poster

Leben & Werk

Familienfilme und Komödien mit sympathischen Charakteren und fantasievollen Situationen und Effekten zeichnen die Filme von Regisseurin und Autorin Sandra Nettelbeck aus, die mit „Bella Martha“ auch international reüssierte. In Locarno noch außerhalb des Wettbewerbs gelaufen, erhielt der Film auf dem Filmfestival in Mons den Großen Preis für den Besten Film und das Beste Drehbuch, Martina Gedeck und Sergio Castellito wurden als Beste Hauptdarsteller ausgezeichnet, und im Juni 2002 erhielt Gedeck für ihre Rolle der Meisterköchin Martha den Deutschen Filmpreis „Lola“ als Beste Hauptdarstellerin. „Bella Martha“, der zu den in den USA erfolgreichsten deutschen Filmen zählt, folgt Martha durch eine humorvolle Lebens-, Liebes- und Kochgeschichte, in deren Verlauf sie Verantwortung für ihre junge verwaiste Nichte übernimmt und sich in einen italienischen Kochpartner verliebt.

1966 in Hamburg geboren, beendete Nettelbeck 1984 die Schulausbildung und war direkt danach als Produktionsassistentin verschiedener Filme tätig. 1988 begann sie ihr Filmstudium an der San Francisco State University, produzierte mehrere Videos und zwei Kurzfilme, von denen „A Certain Grace“ 1992 auf dem San Francisco Film Festival als Bester Kurzfilm ausgezeichnet wurde. Nettelbeck gehörte seit 1992 zur Filmequipe von Spiegel TV und Premiere und inszenierte 1995 für Luna Film ihr Debüt „Unbeständig und kühl„, in dem wie in einem der frühen Fassbinder-Filme eine Gruppe von Freunden (darunter Nettelbeck selbst als Taxifahrerin, die bei einem Unfall ums Leben kommt) im Berlin der 90er in einem verregneten Sommer auseinanderbricht. Das Melodram mit Regula Grauwiller und Horst Günter Marx in Hauptrollen und Jasmin Tabatabai und Nicolette Krebitz in Nebenrollen lief auf Grund der Resonanz auch im Kino.

Nettelbecks zweiter Film „Mammamia“ wurde 1998 auf dem Max-Ophüls-Festival mit dem Hauptpreis und dem zu diesem Anlass erstmals vergebenen Drehbuchpreis ausgezeichnet. Die Tragikomödie um eine harmoniesüchtige Tochter (Christiane Paul), die am Muttertag der Mutter (Senta Berger) den Freund (Peter Lohmeyer) vorstellt und erfährt, dass diese sich nach 30 Jahren Ehe scheiden lassen will, ist mit jenem Takt, dem Gespür für Rhythmus und der sicheren Hand inszeniert, die in „Bella Martha“ bestätigt wurden.

Sandra Nettelbecks Mutter ist Petra Krause, die in den 50er- und 60er-Jahren mit die bekannteste Fernsehansagerin war. Die Tochter hat zu ihr eine in den Worten von Senta Berger „sehr schöne und vielleicht sogar einzigartige Verbindung“, die zu „Mammamia“ führte.

Nach dem internationalen Erfolg von „Bella Martha“ inszenierte Nettelbeck 2003/2004 mit großer Besetzung (Barbara Auer, Johanna ter Steege, Peter Lohmeyer, Ulrich Thomsen, August Zirner) „Sergeant Pepper“, einen Familienfilm mit Abenteuerelementen um einen schüchternen Jungen (den beim Hamburger Kindercasting entdeckten Neal Lennart Thomas), der nie sein Tigerfell auszieht, an Wunder glaubt und im sprechenden Mischlingshund Sergeant Pepper einen Freund findet, dem zwei Erbschleicher auf den Fersen sind.

Im Anschluss realisierte Nettelbeck zwei internationale Produktionen. Ein persönliches Anliegen war ihr das Thema Depression, das sie im Drama „Helen“ behandelte. Ashley Judd spielt darin die an der Krankheit leidende Titelfigur. Michael Caine setzte sie für das auch humorvolle Drama „Mr. Morgan’s Last Love“ in stimmungsvoller Kulisse in Paris in Szene.

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