„Im gegenseitigen Einvernehmen“, „neue künstlerische Ausrichtung“ - das sind die üblichen Phrasen, wenn sich ein Studio und sein Hauptdarsteller nicht einig werden. Aber es geht auch anders!

Eine Allüre zuviel: Edward Norton Bild: Kurt Krieger

Das zumindest beweisen gerade Marvel und Edward Norton. Der Filmproduktionsarm des Comic-Giganten und der Golden Globe-Preisträger („Zwielicht„) konnten sich nicht auf einen Vertrag für „The Avengers„, die Fortsetzung von „Der unglaubliche Hulk“ einigen.

Was folgte, kann man im für gewöhnlich zuckersüßen Hollywood-Sprachgebrauch als glattes PR-Debakel bezeichnen. Denn Kevin Feige, Produktionschef bei Marvel Studios, ließ sich unmittelbar nach Platzen der Verhandlungen zu folgender Aussage hinreißen:“Wir haben uns entschloss, Bruce Banner nicht mehr von Edward Norton darstellen zu lassen. Unsere Entscheidung basiert auf der Tatsache, dass wir für die Rolle jemanden brauchen, der die Kreativität und den Kooperationswillen der übrigen Besetzungsmitglieder mitbringt und sich in ein Ensemble einfügt.“

Das saß! Den Vorwurf, einer kapriziöse Hollywood-Diva zu sein, wollte Edward Norton nicht auf sich sitzen lassen und schoss noch am selben Tag zurück. Sein Agent Brian Swardstrom erklärte in einer Pressemitteilung, dass „das beleidigende Statement von Kevin Feige einen völlig falschen Eindruck vermittle“. „Edward Norton habe sich vielmehr sehr auf die Zusammenarbeit mit Regissseur Joss Whedon und Stars wie Robert Downey Jr., Samuel L. Jackson und Scarlett Johansson gefreut“, so Swardstrom. Einzig und allein Marvel sei schuld daran, dass es nicht zu einer Einigung zwischen den Parteien kam.

Das Besetzungskarussell ist bereits in Schwung

Bilderstrecke starten(11 Bilder)
10 Stars, die versehentlich den Tod eines Charakters verraten haben

Kevin Feige würde verschweigen, dass Marvel bereits gegeben Zusagen plötzlich zurückgezogen hätte, Norton wochenlang im Unklaren über die weiteren Pläne ließ und dem Schauspieler schließlich quasi nebenbei mitteilte, dass man nicht mehr mit ihm arbeiten wolle. „Mr. Feiges Äußerungen sind unprofessionell, hinterhältig und schlichtweg falsch“, so Swardstrom weiter. „Edward Nortons Talent, seine tadellose Arbeitsauffassung und professionelle Integrität haben etwas Besseres verdient, ebenso wie die zahllosen Marvel-Fans!“

Wer nun die Rolle von Norton als Bruce Banner / Hulk übernehmen wird, ist noch völlig unklar. Unbestätigten Medienberichten zufolge soll ausgerechnet Joaquin Phoenix auf der Wunschliste der Marvel-Leute ganz oben stehen. Ob jedoch der sensible Charakterdarsteller seinen selbst auferlegten Ruhestand vom Filmgeschäft ausgerechnet für einen Blockbuster wie „The Avengers“ unterbricht, darf bezweifelt werden.

Zu den Kommentaren

News und Stories

Kommentare