„Die Leute lieben dich – oder sie hassen dich. Gewöhn dich besser daran, so wird es bleiben.“ Mit dieser Haltung kann man entweder gleich aufhören oder zum Angriff nach vorn blasen. Quentin Tarantino wählte die zweite Möglichkeit und erschuf um sich herum ein Imperium, das gleichermaßen kritisiert wie geschätzt wird.

Wie in jedem seiner Filme taucht Quentin Tarantino auch in "Deathproof" in einer Nebenrolle auf Bild: Senator

Die Lektion der Hass-Liebe lernte Quentin Tarantino bereits bei seinem ersten Regie-Workshop während des berühmten Sundance-Film-Festivals. Nachdem seine ungewöhnliche Art zu schneiden und seine Story zu erzählen von Filmemachern wie Jon Amiel kritisiert wurde, zweifelte Tarantino stark an sich selbst. Entmutigt begab er sich auf einen langen Spaziergang und dachte über seine Zukunft nach, bis er schließlich von Terry Gilliam und Volker Schlöndorff aufgebaut wurde, die begeistert seinen Mut zu Experimenten lobten.

Um die Erkenntnis reicher, es nie allen recht machen zu können, ging der Filmbesessene seinen Weg unbeirrt weiter und schuf trotz zahlreicher Rückschläge Werke, ohne die die Filmindustrie heute um einiges ärmer wäre. Dabei wurde ihm seine Obsession praktisch in die Wiege gelegt. Seine Eltern benannten ihn nach Quint Asper, einer Figur aus der Westernserie „Rauchende Colts„. Der erste Tarantino-Querverweis war geboren. So schnell es ging, nahm ihn seine Mutter mit ins Kino und der junge Quentin liebte es, seine Freizeit mit Martial-Arts- und B-Movies zu verbringen und sie in sich aufzusaugen: „Wenn ich auf jemanden stoße, der mich interessiert, dann will ich alles sehen, was er gemacht hat. Zuletzt ging es mir so bei Paul Mazursky.“

Der legendäre Tanz von John Travolta und Uma Thurman geht in die Popkultur ein Bild: Scotia (Buena Vista)

Der Mutter sei Dank

10 Stars, die versehentlich den Tod eines Charakters verraten haben

Schon als kleiner Junge kaufte Tarantino einen Filmsoundtrack nach dem anderen und legte mit ihnen den Grundstein zu seinem Talent als Drehbuchautor: Zur Musik erinnerte er sich an die auf der Leinwand gezeigten Szenen und malte sich gleichzeitig neue Handlungsstränge aus. Mit 22 Jahren lernt er bei seinem Job in einer Videothek die damals ebenfalls unbekannten Roger Avary und Jerry Martinez kennen. Gemeinsam pflegen sie an Ort und Stelle ihre Filmobsession und mit ihnen bringt Tarantino seine Vorstellungskraft zum ersten Mal zu Papier, was im Ergebnis zu den Drehbüchern „My Best Friend’s Birthday“ und „The Open Road“ führt.

Während der Großteil der Aufnahmen von „My Best Friend’s Birthday“ beim Entwickeln verbrennen, scheitert „The Open Road“ aufgrund seines Umfangs bei den Studios. Alles kein Hinderungsgrund für Tarantino: „Die Arbeit an ‚My Best Friend’s Birthday‘ war die beste Filmschule, denn wenn man das Geld statt in die teure Ausbildung in ein Filmprojekt steckt, hat man hinterher immerhin einen Film – und man hat gelernt, wie es geht.“

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