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Leben & Werk

Von ihm stammt das legendäre Credo: „Ein Film ist wie ein Schlachtfeld - Liebe, Hass, Aktion, Gewalt und Tod. Mit einem Wort: Emotion.“ Er spricht es als Party-Gast in Jean-Luc Godards „Pierrot le fou - Elf Uhr nachts“. Fuller, von den französischen Kritikern der „Cahiers du Cinéma“ als Autor entdeckt, wurde Kultfigur für Filmer des New Hollywood und der jungen Wilden um Quentin Tarantino. Fuller (1912-1997) war der jüngste Polizeireporter der USA, schrieb mit 22 seinen ersten Roman und debütierte nach einigen Drehbucharbeiten mit dem Western „Ich erschoß Jesse James“. Fullers Filme sind schnelle, schnörkellose Arbeiten, mit Außenseiter-Helden am Rande des Wahnsinns, aber nicht melodramatisch gebrochen, sondern mit einer tragischen Verbissenheit, die sie in den Tod treibt. Fullers Radikalität trug ihm den Ruf eines Enfant terrible von Hollywood ein, und er konnte bis 1964 nur 16 Filme inszenieren: Western („Hölle der tausend Martern„, „Vierzig Gewehre“, in dem Barbara Stanwyck erschossen wird), Kriegsfilme („Die Hölle von Korea„, „Verboten!“), Agenten- und Abenteuerfilme („China-Legionär“, „Inferno“) und Kriminalfilme im Stil des Film noir („Polizei greift ein“, „Alles auf eine Karte“). Sein Journalistenfilm „Park Row“ (1952) zeichnet das Zeitungsbusiness ebenso knallhart, wie sein Psychiatriefilm „Schock-Korridor“ Filme wie „Einer flog über das Kuckucksnest“ vorwegnahm. Fullers Filme wirkten zu ihrer Zeit gewalttätig, waren berühmt für ihre krassen Expositionen und brachen Zensurbestimmungen: So war er der erste, der einen weißen Amerikaner mit einer Asiatin leben ließ („Tokio-Story“), in „Hölle der tausend Martern“ siegen die Indianer, und im selben Film wird die Wirkung einer Revolverkugel im Gesicht eines Menschen gezeigt. Als ehemaliger Reporter baute er auf Fakten und nutzte authentisches Material wie Landkarten, Urkunden und andere Dokumente. Seine Helden sind brutal, egoistisch und zynisch, selbst seine unterschätzten kleinen Action-Filme wie „Outsider - Haie am Höllenriff“ (mit Burt Reynolds) oder „Straße ohne Wiederkehr“ (mit Keith Carradine) enthalten Schockmomente von irritierender Wirkung, die etwa Tarantinos „Resevoir Dogs“ beeinflusst haben. Nach 1964 fand Fuller keinen amerikanischen Produzenten mehr, arbeitete in Europa und musste immer längere Pausen einlegen. Er inszenierte den „Tatort: Tote Taube in der Beethovenstraße“ für den WDR und den Polit-Thriller „Die Madonna und der Drache“. Als Darsteller trat er, unverkennbar mit seinem wehenden weißen Haarschopf und der riesigen Zigarre, u.a. in drei Filmen von Wim Wenders („Der amerikanische Freund„) auf. In dem deutsch-französisch-israelischen Spielfilm „Golem - Der Geist des Exils“ (1992) liegt er nackt auf dem Totenbett und wird von Hanna Schygulla gewaschen. Tim Robbins und Mika Kaurismäki haben 1996/97 kurz vor seinem Tod Dokumentationen über und mit Fuller erarbeitet.

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