Sam Peckinpah

Schauspieler • Producer • Regisseur • Drehbuchautor
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Leben & Werk

Seine Todesballette in Zeitlupe sind legendär und wurden in der Folgezeit häufig nachgeahmt. Seine Western brachen mit den Regeln des Genres, und um seine Werke entzündeten sich jahrelange Diskussionen um die Darstellung von Gewalt im Film. Der Halbindianer Sam Peckinpah (1925 – 1984) war ein „Outlaw in Hollywood“. Er feierte Außenseiter und Einzelgänger, denen Unabhängigkeit alles bedeutet, und er hielt am Ideal des sich selbst treu bleibenden Helden fest, der untergeht, weil sich die Zeiten ändern. Der Satz „It ain’t like it used to be“, der in seinem Film „Sacramento“ fällt, charakterisiert diese stoische Haltung stolzer Verlierer, die in Herbstlandschaften oder Ruinen bewusst in den Tod gehen oder, wie in seiner poetischen Ballade „Abgerechnet wird zum Schluss“, von einem Auto als Symbol der neuen Zeiten überfahren werden. 1962 entstanden, begründete „Sacramento“ gemeinsam mit John Fords „Der Mann, der Liberty Valance erschoss“ den Spätwestern. Peckinpahs Weltsicht erreichte ihren Höhepunkt in „The Wild Bunch – Sie kennen kein Gesetz“; ursprünglich ein Prestigeprojekt des Warner-Studios, das die erfolgreichen Italo-Western übertreffen sollte. Eine Gruppe alternder Outlaws flieht nach einem misslungenen Überfall nach Mexiko, stellt sich in den Dienst eines konterrevolutionären Generals und wird in einem Showdown, wie ihn das Kino noch nie gesehen hatte, aufgerieben. Peckinpahs exzessiv physisches Kino, durch furiose Montage, Wechsel von Realzeit und Zeitlupe und einer hyperrealistischen Tonspur eine Explosion von Reizen, galt lange Zeit als ultrabrutal. Peckinpah hatte als Assistent des Action-Regiseurs Don Siegel angefangen und jahrelang für das Fernsehen als Drehbuchautor, Regisseur und Produzent (u.a. die Serie „Wanted“, mit Steve McQueen) gearbeitet, bevor er mit dem Western „Gefährten des Todes“ 1961 als Spielfilmregisseur debütierte. Sein Bürgerkriegsfilm „Sierra Chariba“ (mit Charlton Heston und Richard Harris) wurde vom Studio umgeschnitten, „The Wild Bunch“ kam nur gekürzt heraus, und Peckinpahs zweites Meisterwerk „Pat Garrett and Billy the Kid„, in dem James Coburn und Kris Kristofferson das Ende der Western-Träume von Freiheit durch Großgrundbesitzer und das Gesetz erleben, wird ebenfalls gekürzt, existiert aber in einem restaurierten Director’s Cut. Nach Mexiko treibt es Steve McQueen als Gangster in „The Getaway“ in einem Road Movie, das durch die ehelichen Konflikte des Gangsters eine zweite Spannungsebene erhält. Mexiko als Fluchtpunkt der Outlaws ist in „Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia“ Endstation für einen gestrandeten Amerikaner (Warren Oates), der im Kugelhagel endet. „Die Killer-Elite“ zeigt die Geheimdienste als Spielball von Machtgeflechten, der Polit-Thriller „Das Osterman-Weekend“ Agenten unter permanenter Video-Überwachung. „Wer Gewalt sät“ ist ein Vergewaltigungs- und Rachefilm um Gewalt in allen sozialen Beziehungen. „Steiner – Das eiserne Kreuz„, den Peckinpah für den deutschen „Schulmädchen-Report“-Produzenten Wolf C. Hartwig drehte, präsentiert den Landser als Peckinpah-Helden. Gelöst ist Peckinpah nur in „Abgerechnet wird zum Schluss“, in dem ein Outlaw Wasser in der Wüste findet, und in dem Trucker-Movie „Convoy“ (mit Kris Kristofferson), der nach einem Country-&-Western-Hit entstand.

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