Sabine Azéma

Schauspielerin
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Leben & Werk

Französische Schauspielerin und César-Preisträgerin. Mit Temperament, Energie und Improvisationsfreude gehört Sabine Azéma seit ihrem sensationellen Durchbruch in Bertrand Taverniers „Ein Sonntag auf dem Lande“ (1984) zu den populärsten französischen Filmschauspielerinnen. Niemand lotet alle Facetten großbürgerlicher Frauen aus wie Azéma, die gleichermaßen als frustrierte Zicke, überspannte Dame, gelangweilte Salonlöwin, clevere Geschäftsfrau, Nymphomanin oder nervenzerrüttete Mutter mit erotischen Geheimnissen fasziniert. In acht der als Liebes- und Glücksexperimente angelegten Filme von Alain Resnais spielte sie die Hauptrolle, 2009 in „Vorsicht Sehnsucht“ als Zahnärztin und Amateurpilotin in einer ménage à trois. 2010 wird sie in der Komödie „Un homme très recherché“ vom flüchtigen Sträfling (Daniel Auteuil), der sie umbringen soll, vor dem Selbstmord gerettet.

Sabine Azéma stürmte 1984 wie ein Wirbelwind ins französische Kino, als sie in „Ein Sonntag auf dem Lande“ die feurige Tochter eines alternden Malers des fin de siècle spielte. Eine elegante, standesbewusste Dame von Welt, war sie, wieder für Tavernier, im Nachkriegsdrama „Das Leben und nichts anderes“ (1990). Die zwischen Drama und Singspiel angelegten Konversationskomödien von Resnais, boten ihr ideale Möglichkeiten, mit süffisantem, persiflierendem Spiel Charaktere zu entwickeln, so in „Das Leben ist ein Roman“ (1983, als verklemmte Lehrerin), „Liebe bis in den Tod“ (1984), „Mélo“ (1986), „Smoking/No Smoking“ (1993, in neun Rollen), „Das Leben ist ein Chanson“ (1997), „Pas sur la bouche“ (2003), „Herzen“ (2006, als religiöse Fanatikerin) und „Vorsicht Sehnsucht“.

Sabine Azéma wurde 1949 in Paris als Tochter eines Anwalts geboren. Nach dem Abitur ging sie für ein Jahr nach England. Sie studierte an den Pariser Schauspielschulen Cours Florent und Conservatoire national d’art dramatique, debütierte 1974 auf der Bühne als Tochter von Louis de Funès, 1975 in einer TV-Serie und 1976 im Kinofilm, die erste Hauptrolle spielte sie 1981. Sie spielte für Robert Enrico im Öko-Thriller „Death Town“ (1986), für Bernard Blier in „Mein Mann“ (1996) eine Nymphomanin, für Etienne Chatiliez in „Das Glück liegt in der Wiese“ (1995) eine untreue Industriellengattin und in „Tanguy – Der Nesthocker“ (2001) die Mutter am Rande des Nervenzusammenbruchs.

Zu ihren Filmen gehört mit „Fünf Tage im Juni“ (1988) der einzige Spielfilm des Komponisten Michel Legrand, dessen Jugenderinnerungen in einer poetischen Odyssee per Fahrrad (und mit Annie Girardot) durch das von Deutschen besetzte Frankreich führen. Seit Mitte der 2000er Jahre begann eine fruchtbare Zusammenarbeit mit den Brüdern Arnaud und Jean-Pierre Larrieu, für die sie in „Malen oder lieben“ (2005) die Ehefrau des wohlhabenden Frührentners Daniel Auteuil, in der Komödie „Le Voyage aux Pyrénées“ (2008) die nymphomane Ehefrau von Jean-Pierre Darroussin und, in einer Nebenrolle, in der Komödie „Les derniers jours du monde“ (2009), die Marquise d’Arcangues verkörperte.

1992 inszenierte Azéma den Dokumentarfilm „Bonjour Monsieur Doisneau ou Le photographe arrosé“, 1997 für arte den TV-Film „Quand le chat sourit“.

Sabine Azéma wurde 1985 mit dem César für „Ein Sonntag auf dem Lande“ und 1987 mit dem César für „Mélo“ ausgezeichnet. Sie war weitere fünf Mal nominiert. 1987 war sie Mitglied der Jury in Cannes, 1996 Gastgeberin des Filmfestivals.

Azéma war in erster Ehe mit Dramatiker Michel Lenglirey verheiratet. Seit 1988 ist sie mit Alain Resnais verheiratet. Beide Ehen blieben kinderlos. (geh)

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