Leben & Werk

Mit 16 Jahren begann Rudolf Platte zu schauspielern, mit 23 ging er nach Berlin und wurde zum „Komödianten vom Dienst“ - charakterisiert durch seinen melancholischen oder verunsicherten Gesichtsausdruck sowie den schlaksigen Gang. Seit Beginn der 50er-Jahre spielte er in zahlreichen Filmkomödien mit, was ihm bald den Ruf eines Klamaukdarstellers eintrug. Der entscheidende Durchbruch zum Charakterschauspieler gelang ihm erst 1960 in der Titelrolle der TV-Verfilmung von Zuckmayers „Hauptmann von Köpenick“. In Berlin nannte man ihn scherzhaft „Langspiel-Platte“, weil Theaterstücke, in denen er auftrat, in der Regel zu Dauerbrennern wurden. Der letzte Kinofilm, in dem Platte mitwirkte, war Fassbinders „Die Sehnsucht der Veronika Voss„. Darin verkörperte er einen vom Holocaust traumatisierten, morphiumsüchtigen Juden.

Rudolf Platte wurde am 12. Februar 1904 in Dortmund-Hörde geboren. Er begann seine schauspielerische Laufbahn am Theater und führte dort zuweilen Regie. Auch politisches Kabarett gehörte zum Repertoire des Künstlers. 1929 begann seine Arbeit als Filmschauspieler, die ihn in mehr als 200 Filmen, meist als Nebendarsteller, auf die Leinwand und ab den 60er-Jahren ins Fernsehen brachte. Gleich zweimal war Platte mit der Schauspielerin Georgia Lind verheiratet. Nur Tage nach ihrem Tod starb auch er am 18. Dezember 1984 in Berlin. Sein Vermögen kam den SOS-Kinderdörfern zugute.

Plattes Einstieg als Filmschauspieler gelang mit „Revolte im Erziehungshaus“ (1929). Zu seinen bekannteren filmischen Werken gehören „Der Stolz der 3. Kompanie“ (1931), „Hitlerjunge Quex“ (1933), „Charleys Tante“ (1934) und Gasparone“ (1937). In „Der Meisterdetektiv“ (1944) übernahm er eine seiner ganz wenigen tragenden Rollen. In den 50er-Jahren folgten schier unzählige Filmrollen: „Absender unbekannt“ (1950), „Pension Schöller“ (1952), „Die tolle Lola“ (1954), „Ihr 106. Geburtstag“ (1958) und „Die Buddenbrooks“ (1959). Ab Mitte der 60er-Jahre wurden Plattes Filmrollen etwas rarer. Jedoch wirkte er noch in „Herrenpartie“ (1964), „Die Herren mir der weißen Weste“ (1969) und „Der Hit“ (1978).

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