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Leben & Werk

Sanft bestimmte Träumerin. Geschätzte Theater-, TV- und Filmschauspielerin und Regisseurin, deren Kollegen ihre Disziplin und Professionalität rühmen, ist Rosemarie Fendel vor allem durch ihre Stimme ein Begriff. Keine kann so sanft sprechen wie sie, so säuselnd, singend, schnurrend, schleichend erotisch, verführerisch flüsternd parlieren und mit einem leichten Heber in der Tonlage Neugier, Verwunderung oder konsternierte Ablehnung begreiflich machen. Fendel sinniert beim Sprechakt, was träumerisch und unbeschreiblich weiblich wirkt. Mit dieser Stimme ist sie begehrte Synchronsprecherin für u.a. Elizabeth Taylor, Sophia Loren und Jacqueline Bisset geworden und die Königin der Nacht in Curt Lindas Animationsfilm „Die kleine Zauberflöte„.

Im Film gehörte sie mit Lebenspartner Johannes Schaaf zu den Wegweisern des Neuen Deutschen Films der 60er- und beginnenden 70er-Jahre. Schaaf führte Regie bei drei gemeinsamen Filmen: „Tätowierung„, „Trotta“ und „Traumstadt„. In „Tätowierung“ rezitiert sie im Wechselgesang mit ihrem Filmpartner beim Gang durch die Baumblüte Goethes Osterspaziergang. In „Trotta“ verführt sie als emanzipierte bisexuelle Almarin zur Zeit der k.u.k.-Monarchie die junge Baronesse Trotta (Doris Kunstmann). In der utopischen Parabel „Traumstadt“ geht sie mit ihrem Mann im Chaos der totalen Freiheit einer illusionären Gesellschaft unter.

Wegen der Bühnenarbeit war Fendel lange Jahre nicht präsent. Als sie mit TV-Arbeit beginnt und auch Regiearbeiten („Der Heuler“) übernimmt, ist sie häufig als Mutter, Schwiegermutter, beste ältere Freundin oder verschrobene ältere Dame zu sehen, die von Barbara Auer (Dominik Grafs „Die Reise nach Weimar“) bis Hannelore Elsner („Ich schenk dir meinen Mann“) Töchtern und jüngeren Frauen ihre Überlegenheit, Ablehnung oder Verachtung demonstriert, wenn sie hinreißend arrogant mit einem spitzen Nebensatz und hochgezogener Augenbraue bei gleichzeitigem Senken des Blicks die „Andere“ kurz und schmerzvoll mit einem Satz vernichtet.

Rosemarie Fendel wurde 1927 in Böhmen geboren, nahm nach dem Krieg privaten Schauspielunterricht und debütierte 1964 an den Münchner Kammerspielen. Seitdem hat sie von München bis Berlin, Frankfurt bis Darmstadt teils mit eigenen Inszenierungen Theatergeschichte als „gewinnendes Beispiel“ (Peter Iden) geschrieben. Aus der Ehe mit dem Schauspieler Hans von Borsody stammt Tochter Suzanne von Borsody, die selbst gesuchte Schauspielerin geworden ist.

Für „Trotta“ erhielt Rosemarie Fendel 1972 den Bundesfilmpreis in Gold.

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