Eine Hommage an ein (vielleicht) gefallenes Regie-Idol, eine königliche Halbschwedin und die Verbindung eines fünfstündigen indischen Gangster-Epos zu Robert De Niro…

Malin Buska ist "Kristina of Sweden" Bild: Marga Boehle

Polanski traut sich wieder …

Festivalbesuche werden bei ihm wohl noch längere Zeit ein leichtes Magengrimmen verursachen, aber Starregisseur Roman Polanski traut sich wieder. Nachdem er 2009 überraschend beim Zürich Film Festival verhaftet worden, wo er mit einer Hommage geehrt werden sollte und den Silbernen Bären der Berlinale 2010 für „Der Ghostwriter“ nicht persönlich hatte entgegen nehmen können - er saß bis Juli 2010 in der Schweiz in Hausarrest - ist Polanski jetzt endgültig back im Scheinwerferlicht.

In Cannes lief „Roman Polanski: A Film Memoir„, eine bewegende, während des Hausarrests in seinem Haus in Gstaad entstandene Dokumentation über sein außergewöhnliches Leben, von Höhen und Tiefen geprägt wie kaum ein anderes: von seiner Kindheit im Krakauer Ghetto, seiner grandiosen Karriere in Europa und Amerika, gekrönt von einem Oscar für „Der Pianist„, der Tragödie des Mordes an seiner Frau Sharon Tate in Los Angeles, den Umständen seiner Verhaftung in und seiner Flucht aus den USA und seinem Leben heute, mit seinen Kindern und seiner Frau Emmanuelle Seigner.

Im großen Rahmen der Cannes Classics gefeiert wurden Polanski und sein Star Nastassja Kinski, um die es leider in den letzten Jahren allzu ruhig geworden ist, bei der Wiederaufführung der sorgfältig restaurierten Fassung seines vielfach ausgezeichneten Dramas „Tess“ von 1979. Ein großartiges Erlebnis auf der großen Kinoleinwand, das nichts von seiner Faszination eingebüßt hat.

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Blaues Blut aus Schweden

Mika Kaurismäki

Der Film, der ab Februar 2013 in Schweden und Deutschland entsteht, erzählt von der echten Königin Christina von Schweden, die 1632 im Alter von fünf Jahren durch Tod ihres König Gustav II. auf den Thron kam. Nachdem sie wie ein Mann erzogen worden war, kam sie tatsächlich im Alter von 18 Jahren auf den Thron und konnte mit dafür sorgen, dass der Dreißigjährige Krieg 1648 mit dem Westfälischen Frieden beendet wurde. 1654 dankte sie ab und verließ Schweden in Richtung Rom, wo sie zum katholischen Glauben übertrat. Königin Christina von Schweden ist eine von drei Frauen, die in den vatikanischen Grotten begraben sind.

Mit wahrlich königlichem Auftreten präsentierte sich Malin in Cannes der Presse. Fast hätte man einen Hofknicks versucht …

Sagen wir doch einfach, dass es regnete …

Der indische Filmemacher Anurag Kashyap, der in der Sektion „Quinzaine des réalisateurs“ sein Fünf-Stunden-Epos „Gangs of Wasseypur“ präsentierte, ließ sich von ein paar himmlischen Tropfen und ein bisschen Sturm nicht aus dem Konzept bringen. Kein Wunder, denn die Produktion des Mammut-Projekts war sicher stürmischer.

Ein indisches „Es war einmal in Amerika“ - Sergio Leones 220-Minuten-Meisterwerk, das den Regisseur inspiriert haben mag, stellte Robert De Niro übrigens persönlich in einer restaurierten Fassung im Rahmen der Cannes Classics an der Croisette vor.

„Gangs of Wasseypur“ ist ein Gangster-Drama, das zwischen 1941 und 2009 spielt und von der Rivalität zweier Clans im indischen Hinterland handelt. Eine knallharte Mafia-Geschichte in zwei Teilen um sechs Mobster-Generationen, bei der man so ganz nebenbei auch noch etwas über die (Unabhängigkeits-)Geschichte des Subkontinents lernt. So spannend, packend und auch für westliche Zuschauer erträglich - ohne Gesangs- und Kitsch-Origen - war Bollywood-Kino noch nie…

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