Roman Polanski ist wieder ein freier Mann

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Das politische Tauziehen zwischen den USA und der Schweiz um Starregisseur Roman Polanski scheint beendet.

Wieder auf freiem Fuß: Roman Polanski Bild: Kurt Krieger

Wie die Schweizer Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf am Montag in Bern der Presse mitteilte, wurde der von den USA gestellte Antrag auf Auslieferung gegen Roman Polanski abgelehnt und gleichzeitig dessen Hausarrest in seinem Ferienhaus in Gsaad aufgehoben. Der Regisseur kann sich damit wieder frei bewegen.

Polanski war überraschend im September letzten Jahres von den Schweizer Behörden verhaftet und anschließend Hausarrest erteilt worden. Gegen den mittlerweile 76-Jährigen liegt in den USA ein Haftbefehl vor, weil er sich vor 32 Jahren der amerikanischen Justiz entzogen hatte.

Entgegen zahlreicher Falschmeldungen in den internationalen Medien, ging es in dem Haftbefehl nicht um die Vergewaltigung der damals 13-jährigen Samantha Geimer. Die Staatsanwaltschaft hatte diesen Vorwurf, sowie vier weitere Anklagepunkte, die sie Polanski zur Last legte, bereits 1978 fallen gelassen.

Polanski hatte sich in dem Verfahren des „unzüchtigen Verhaltens mit einer Minderjährigen“ schuldig bekannt. Wie im Deal mit der Staatsanwaltschaft vereinbart, trat er damals eine 90-tägige Haft mit psychologischer Untersuchung vor der endgültigen Urteilsverkündung an. Mit Einwilligung der US-Behörden reiste der Regisseur kurz vor Ende der Strafe nach Europa, um Locations zu scouten.

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Politikum statt Justiz-Skandal

Als während dieser Reise mehrere Klatschmagazine den Freigänger - unter anderem auf dem Münchner Oktoberfest - beim Feiern mit jungen Frauen fotografierten, kündigte das zuständige US-Gericht an, den Deal zwischen Polanskis Anwälten und der US-Staatsanwaltschaft in seinem Urteil nicht zu berücksichtigen. Polanski kehrte daraufhin nicht wie vereinbart für den Rest der 90-Tage-Strafe in die USA zurück. Da der Regisser auch die französische Staatsbürgerschaft besaß und dort seinen offiziellen Wohnsitz hatte, wurde er damals nicht ausgeliefert.

Der Strafbefehl gegen ihn blieb aufrecht bestehen. Und anders als eine Strafe wegen der ihm zur Last gelegten Vorwürfe, die bereits längst verjährt wären, verjährt der Haftbefehl wegen seiner Flucht vor der US-Justiz nach US-Recht nicht. Aufgrund dieses Strafbefehls schlugen die Schweizer Beamten dann 2009 zu, sehr überraschend, da Polanski in den Jahren sich immer wieder für mehrere Monate in Gstaad aufhielt, ohne von der Schweizer Justiz behelligt zu werden.

Allgemein werden Spannungen zwischen den USA und Bern, bzw. der Versuch, diese abzubauen, für den Sinneswandel der Schweizer Behörden im September letzten Jahres im Fall Polanski angenommen. Wie die USA nun auf die erneute Wende der Schweizer reagieren, ist noch völlig offen, In jedem Fall wird der Oscar-Preisträger („Der Pianist„) weiterhin nicht in die USA einreisen können, ohne verhaftet zu werden.

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