Raues Piratenleben

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Romantische und abenteuerliche Piratenfilme standen von Anfang an ganz oben auf der Liste der Produzenten. Was zu Beginn auch wunderbar funktionierte, erlebte 1995 mit Geena Davis schließlich seinen Untergang und sollte für acht Jahre vergessen sein - bis sich Regisseur Gore Verbinski an dem Genre neu versuchte und alle Einspielrekorde brach.

Die neue Piratengeneration beginnt mit Johnny Depp Bild: Buena Vista

Der Piratenfilm gehört wohl zu den ältesten Filmgenres. Bereits 1926 enterte der erste Seeräuber Douglas Fairbanks in „Der schwarze Pirat“ die Kinoleinwände - wenn auch noch ohne Ton. Zehn Jahre später kamen die Schauspieler, die zu den großen Piraten ihrer Generation werden sollten: Errol Flynn und Burt Lancaster.

Flynn begann 1935 sein Leben als Freibeuter „Unter Piratenflagge“ und feierte seinen größten Erfolg mit „Der Herr der sieben Meere“ 1940 auf hoher See. Burt Lancaster bekanntestes Abenteuer unter der Totenkopfflagge ist „Der rote Korsar“ von 1952. Damals waren Piratenfilme das Größte und der Publikumsmagnet schlechthin. Doch irgendwann passten sie nicht mehr in die Zeit und die Abenteuer verschwanden nach einigen Flops aus dem Kino.

Vorbildlicher Pirat und "Der Herr der sieben Meer": Errol Flynn Bild: Warner

Seeräuber - R.I.P.

Selbst Roman Polanskis Komödie „Piraten“ von 1986 mit Walter Matthau als Held - vielleicht nicht die beste Wahl - konnte nichts mehr retten. Geena Davis‘ Versuch mit „Die Piratenbraut“ von Renny Harlin 1995 wieder Land zu gewinnen, fiel ins Wasser. Schließlich trauten sich weder Schauspieler, noch Produzenten und Regisseure an das Genre. Der Piratenfilm war tot.

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Bis Walt Disney einen verrückten Einfall hatte. In den Disneyparks gibt es ein Attraktion genannt „Pirates of the Caribbean“. Die Fahrt in einem Boot durch einen karibischen Hafen unter der Belagerung von Seeräubern ist seit 1967 der große Publikumsliebling. Warum also nicht einen Film daraus machen?

Wenn, dann richtig versagen

Geena Davis konnte als "Die Piratenbraut" auch nichts mehr retten Bild: Constantin

Mit Erfolgsproduzent Jerry Bruckheimer und Regisseur Gore Verbinski trauten sich schließlich zwei große Namen an das Thema. „Was hatte ich schon zu verlieren?“, so Verbinski. „Im Fall eines Flops wollte ich wenigstens richtig auf die Schnauze fallen. Diese Gefahr bestand auf jeden Fall, da derartige Filme so gut wie nicht mehr existierten.“

Aber das Risiko sollte sich auszahlen. „Fluch der Karibik“ erweckte die Piraten wieder zum Leben und machte das Kinopublikum erneut zu Fans. Nicht zuletzt dank eines großartigen Johnny Depp. Zusammen mit der damaligen Newcomerin Keira Knightley sowie „Herr der Ringe„-Star und Mädchenschwarm Orlando Bloom konnte der Film mit einer Traumbesetzung aufwarten.

Pirat zu sein ist wieder in: Keira Knightley und Jack Davenport Bild: Buena Vista

Zweifel am Abenteuer

Obwohl Knightley sich am Anfang gar nicht so sicher war, obsie auch mitspielen sollte. „Moment, ich mache einen Piratenfilm - so was hat seit 50 Jahren nicht mehr funktioniert“, zweifelte Knightley. „Und das Drehbuch basiert auf einem Vergnügungspark!“ Doch bei der Premiere war sie überzeugt: Die Herren der Meere sind zurück!

Bloom jedoch genügte es, als er hörte Johnny Depp hätte sich verpflichtet. Die Geschichte war ihm ziemlich egal. Hauptsache, er konnte mit seinem Idol arbeiten. Die spannende Story tat ihr Übriges und Johnny Depp kreierte mit Jack Sparrow - pardon Captain Jack Sparrow - einen neuen, außergewöhnlichen Freibeuter, nach eigenen Angaben eine verrückte Mischung zwischen Stones-Rocker Keith Richards und dem Stinktier Pepe Le Pew von den Looney Tunes. Publikum und Kritiker dankten es ihm mit vollen Kinosälen und einer Oscar-Nominierung - auch wenn die Produzenten zuvor noch an Depps Idee zweifelten.

Spinne versenkt!

Nach Vorbild Errol Flynn: Orlando Bloom als William Turner Bild: Buena Vista

„Ist er schwul? Ist er betrunken? Wir hatten keine Ahnung, was er da macht“, so Bruckheimer, der sich eigentlich einen jungen Burt Lancaster als Sparrow wünschte. Doch der Erfolg gab Depp Recht. Während sich Orlando in seiner Darstellung eher an Erol Flynn orientierte, sprang Depp mit vollem Körpereinsatz in seine neu kreierte Rolle und behielt die Goldzähne selbst noch nach den abgeschlossenen Dreharbeiten.

Nachdem die Fans des Piratenabenteuers nun drei Jahre auf eine Fortsetzung warten mussten, ist es endlich soweit und „Fluch der Karibik 2“ kommt ins Kino. Bereits am ersten Wochenende brach der Film in den US-Kinos alle Rekorde und fegte „Spider-Man“ ganz locker von der Spitze. Die Comic-Verfilmung war mit einem Einspielergebnis von 114 Millionen Dollar am ersten Wochenende schon seit vier Jahren der Spitzenreiter. Doch „Fluch der Karibik 2“ hat Spidy nun mit 135 Millionen Dollar am Eröffnungswochenende geentert. In nur 16 Tagen sprengte das Sequel die 300-Millionen-Dollar-Marke.

Gibt es auch nach Teil drei ein Wiedersehen mit Jack, Elizabeth und Will? Bild: Buena Vista

Piraterie

Mit dem Erfolg kommen auch die Neider. So klagt nun ein Drehbuchautor die Piraten an, ihm seine Idee geklaut zu haben. Royce Mathe erklärt, er habe schon in den 80er-Jahren Drehbücher und Zeichnungen für ein ähnliches Projekt entwickelt. Warum sich der Autor allerdings erst nach dem zweiten Abenteuer meldet - bleibt wohl sein Geheimnis… Buena Vista hat die Anschuldigungen von sich gewiesen.

Der dritte Film befindet sich bereits im Dreh und soll schon 2007 in die Kinos segeln. Ob es danach noch weitergehen wird, ist fraglich. Wenn es nach Johnny Depp geht, könnte er noch einige Male in die Rolle von Sparrow schlüpfen. „Ich würde in eine tiefe Depression fallen, wenn ich ihm auf Wiedersehen sagen müsste“, scherzt Depp. „Ich werde das Kostüm behalten und damit durch das Haus stolzieren, um meine Kinder oder den Rest der Welt zu unterhalten. Wenn es ein gutes Skript gibt, warum nicht einen vierten, fünften und sechsten Teil von ‚Fluch der Karibik‘?. Klar, irgendwann muss der Wahnsinn aufhören -, aber ich glaube nicht, dass es jetzt sein muss.“

Fans werden Depp da nur Recht geben und noch können sie hoffen, dass es auch nach Teil 3 ein Wiedersehen mit Sparrow, Elizabeth und Will Turner geben wird. Trinkt aus Piraten, yo-ho!

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