Roger Michell

Regisseur
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Leben & Werk

Britischer, in Südafrika geborener Regisseur. Roger Michell gehört zu den Regisseuren, die intime und alltägliche Stoffe mit viel Gespür für deren dramatische Tiefenschichten aufbereiten und aufregend unterhaltsam inszenieren können. Sein größter Erfolg ist die Romanze „Notting Hill“ (1999) mit Julia Roberts und Hugh Grant, der es gelingt, die Liebesgeschichte zwischen einem schüchternen englischen Buchhändler und dem berühmtesten weiblichen Filmstar der Welt in einer wunderbar kitschfreien Balance zu halten. Michell hat Romane von Jane Austen („Persuasion“), Ian McEwan („Enduring Love„) und Hanif Kureishi („Der Buddha aus der Vorstadt“) inszeniert, Kureishi schrieb für ihn zwei Drehbücher („The Mother„, „Venus“).

Roger Michell wurde 1956 in Pretoria geboren. Nach Abschluss des Studiums an der University of Cambridge wurde ihm der Goodbody Award der Royal Shakespeare Company als Bester Angehender Theaterregisseur verliehen. Er inszenierte in London, Southampton, Sheffield und Florenz, stieß 1985 zur Royal Shakespeare Company und war sechs Jahre Resident Director der Truppe. 1990 nahm er am Drama Director’s Course der BBC teil und inszenierte 1992 den Dreiteiler „Downtown Lagos“ und 1993 den preisgekrönten (BAFTA Award) Vierteiler „Der Buddha aus der Vorstadt“ nach Hanif Kureishis Debütroman, den der Autor selbst adaptierte. Die BBC-Produktion von „Persuasion - Jane Austens Verführung“ schaffte es 1996 zur Zeit des Austen-Film-Booms („Sinn und Sinnlichkeit“, „Emma“) in die Kinos und zeichnete sich als sensible Studie ungestillten Verlangens verarmter landadeliger Töchter aus.

Der TV-Produktion „Titanic Town - Zwischen den Fronten“ (1998) mit Julie Walters als Belfaster Hausfrau im Konflikt mit der IRA, folgte der Welterfolg „Notting Hill“. Michell ging in die USA und inszenierte mit Ben Affleck und Samuel L. Jackson das als Morality Play angelegte Drama „Spurwechsel“ (2000) um die Folgen eines Autounfall, der einen Yuppie-Anwalt und einen Arbeitslosen, der ums Sorgerecht für seine Kinder kämpft, zusammenbringt.

Zurück in England, arbeitete Michell an zwei Filmen mit Daniel Craig (James Bond 007 in „Casino Royale“) als Hauptdarsteller. In „The Mother - Die Mutter“ (Buch: Kureishi), der 2003 Skandalfilm in Cannes wurde, ist Craig der Liebhaber einer doppelt so alten Hausfrau und Großmutter (Anne Reid), in „Enduring Love“ (2004) ist Craig in einem beinahe tödlich endenden Katz-und-Maus-Spiel mit einem Fremden (Rhys Iffans) in seiner Existenz bedroht. Wie sehr Michells Filme von ihren Schauspielern leben, zeigt „Venus“ (2006, Buch: Kureishi), in dem zwei alternde Schauspieler (Peter 0’Toole, Richard Griffiths) durch einen vorwitzigen Teenager in die Krise geraten.

Roger Michell war bis 2002 mit der Schauspielerin Kate Buttery verheiratet, mit der er zwei Kinder hat.

2006 ist Michell im Gespräch für den Regieposten von Bond-Film Nummer 22.

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