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Leben & Werk

Schweizer Schauspieler. Mit schwerem Blick, unaufgeregter Art und seiner sanft melancholischen Ausstrahlung hat Roeland (sprich: Ruhland) Wiesnekker als vielschichtiger Charakterkopf in Film und Fernsehen brilliert. Nach über einem Jahrzehnt in Nebenrollen, explodierte Wiesneckker in einer sensationellen Darstellung als tablettensüchtiger Drogenfahnder in der Klemme im Krimi „Strähl“ (2004), wurde im selben Jahr für die Erfolgsserie „Lüthi und Blanc“ engagiert, und hat in Komödien, Dramen und Thrillern markante, häufig selbstironische und zwielichtige Charaktere verkörpert. Er ist der von Martina Gedeck und ihrer Clique geplagte Nachbar in der Weihnachtskomödie „Meine schöne Bescherung“ (2007), der sexhungrige Schwindler und Sozialarbeiter in der Tragikomödie „Der Fürsorger“ (2009), erlebt als Hausmeister einer Schule in „Ich habe es dir nie erzählt“ (2010) eine Liebesgeschichte mit Barbara Auer als Gerichtsvollzieherin und turtelt als Handlanger auf einem Campingplatz mit Sabine Timoteo und Anna Thalbach in der Komödie „Sommervögel“ (2010). Im Drama „Das letzte Schweigen“ (2010) ist er Mordverdächtiger in einem Kindermordfall in einer Kleinstadt. Ebenso des Mordes an einer alten Frau verdächtigt wird er im Bergsteigerkrimi „Tod am Engelstein“ (2010). Als flüchtiger Häftling in Emily Atefs Drama „Töte mich“ (2011) nimmt sich Wiesnekker einer depressiven 15-jährigen an und reist mit ihr von Köln nach Marseille.

Roeland Wiesnekker wurde 1967 in der Nähe von Zürich in eine musikalische Familie mit niederländischen Wurzeln geboren, weshalb er einen Schweizer und einen niederländischen Pass besitzt. In seiner Jugend bewunderte er Charlie Chaplin, wollte Schauspieler werden und kam auf Umwegen zu dem Beruf. Mit 15 Jahren absolvierte er eine Ausbildung zum Koch, wollte Sportlehrer werden, arbeitete als Pfleger in einer Klinik und als Küchengehilfe in einer Gassenküche, alles Erfahrungen, die ihn prägten, bevor er 1986-89 an der Schauspielakademie Zürich studierte. Noch vor dem Abschluss ging er ans Schauspielhaus Bochum, wurde zum Nachwuchsschauspieler des Jahres nominiert, kehrte nach Zürich zurück und arbeitete am Schauspielhaus, im Fabriktheater und im Theater Gessnerallee. 1991 trat er in einem Kurzfilm und in einer Nebenrolle in der Krimiserie „Eurocops“ mit Barbara Rudnik auf, der er 2010 in ihrer letzten Rolle im Thriller „Mörder auf Amrun“ wieder begegnete. Zu seinen Kinorollen zählen der Reporter in „Wachtmeister Zumbühl“ (1994) und der Sänger in der Komödie „666 - Trau keinem, mit dem du schläfst“ (2002).

Vereinzelt in TV-Produktionen, so im Historiendrama „Schwabenkinder“ (2003), übernahm Wiesnekker nach „Strähl“ in der Erfolgssoap „Lüthi und Blanc“ (SF1, 2004-2007), die Schweizer Familienschicksale rund um eine Schokoladenfabrik erzählt, ab Folge 140 eine tragende Rolle als Besitzer der Calvados-Bar. Er glänzte als psychisch angeschlagener, drogensüchtiger Ermittler im Vierteiler „Blackout - Die Erinnerung ist tödlich“ (2005) und als von Polizeipsychologe Christian Ulmen geplagter Soko-Ermittler in der Serie „Dr. Psycho“ (14 Episoden 2006/07). Zu den Krimiserien gehören „Rosa Roth“, „Nachtschicht“ und „Tatort“. 2011 gehört er zum Ensemble des Thriller-Dramas „Der Chinese“ (nach Henning Mankell; mit Christian Nyquist („Millenium“-Trilogie)). Für den Spreewaldkrimi “ Mörderische Hitze“ wurde er 2014 mit dem deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Darin spielt er Gottfried Richter, der blutüberströmt mit Selbstmordgedanken vor einen LKW springt. Er scheint ein schreckliches Verbrechen begonnen zu haben, doch befindet sich nun im künstlichen Koma. Christian Redl muss alles daran setzen die Spuren im idyllischen Spreewald zu ergründen und das Opfer zu finden. In weiteren Rollen sah man ihn im Natascha Kampusch Biopic „3096 Tage“ (2013), den Fernsehfilmen „Die Pilgerin“ oder „Das Lächeln der Frauen“ (beide 2014). Für die Romanverfilmungen aus der Feder von Kerstin Gier „Die Mütter-Mafia“ (2014) und „Die Müttermafia-Patin“ (2015) erobert er das Herz von Annette Frier.

Für „Strähl“ wurde Wiesnekker 2005 mit dem Schweizer Filmpreis als Bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Für „Blackout“ wurde er 2005 mit dem Deutschen Fernsehkrimipreis geehrt. Auf dem Film & Videofestival Montecatini (Italien) erhielt er den Darstellerpreis für den Kurzfilm „Auf der Strecke“ (2003), der später sogar für den Oscar als Bester Kurzfilm nominiert wurde. 2009 war er für „Der Verführer“ für den Schweizer Filmpreis nominiert, erhielt den Preis als Bester Hauptdarsteller auf dem Festival International du Film Interculturel in Paris.

Wiesnekker, der Rollen intuitiv auswählt und gern in vollbesetzten Kneipen Texte lernt, sagt von seiner Arbeit: „Wichtig sind mir vielmehr vielschichtige Charaktere, gute Bücher und Regisseure.“

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