Sanfte Engel oder Maschinen-Freaks? Das ist für Will Smith die alles entscheidende Frage im SciFi-Thriller „I, Robot“: Vor der atemberaubenden Kulisse des Jahres 2035 geben zwielichtige Maschinenmenschen einem misstrauischen Cop Rätsel auf. Gehen Sie in einem interaktiven Special auf Spurensuche durch die Welt der Roboter.

Will Smith traut den NS-5 Robotern nicht © Fox

Apfelkuchen backen, den Hund Gassi führen und die Kinder hüten – nur 31 Jahre in der Zukunft ist das kein Job mehr für Au-pair-Mädchen, sondern Aufgabe einer Horde stets hyperfreundlicher Roboter. Im Jahr 2035 kommt auf fünf menschliche Erdenbewohner je ein Blechkamerad. Doch während die Welt die neu gewonnene Freizeit genießt, ist ein Mann voller Unbehagen gegen die Dienstboten aus Metall und Mikrochips: der Cop Del Spooner (Will Smith) – und er hat ganz persönliche Gründe!

Kein Wunder also, dass Spooner, der gerade nach einer längeren Zwangspause ins Revier zurückgekehrt ist, sich in seinen neuen Fall geradezu verbeißt: Denn kurz vor der Auslieferung einer neuen Generation Roboter wird der wichtigste Designer der mächtigen Herstellerfirma auf dem Bürgersteig vor seinem Labor gefunden – mit zerschmetterten Gliedern:

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Will Smith ist einem bedrohlichen Geheimnis auf der Spur: Der Kinotrailer zu „I, Robot“

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(1:48, Format: WMV)

Die Suche nach dem Schuldigen konfrontiert Spooner mit seiner eigenen Vergangenheit © Fox

MODERNE MEETS KLASSIK

Alle Bilder und Videos zu Robin Williams

Regisseur Alex Proyas, der schon für „The Crow“ und „Dark City“ verantwortlich zeichnete, präsentiert einen erstaunlichen Genre-Mix. Zu Anfang eine klassische Detektiv-Story nach dem „Whodunnit“-Muster, entwickelt sich „I, Robot“ mit spektakulären Action-Elementen auf der Höhe des derzeit Möglichen zu einer im besten Sinn des Wortes anspruchsvollen Science Fiction – mit hoch intelligenten Twists und Wendungen. Aber auch mit knackigen One-Linern wird dank Superstar Will Smith nicht gegeizt.

Für die philosophische Dimension der Geschichte zeichnet dabei SF-Kultautor Isaac Asimov verantwortlich. Schon in den 40er-Jahren schrieb er als Pionier eine Serie von Kurzgeschichten, in denen Roboter die Hauptrollen spielten. 1950 erschien die Sammlung „I, Robot“. Für diese Stories entwickelte Asimov einen Verhaltenskatalog, ohne den später weder Kubricks2001“ noch Commander Data oder der Terminator denkbar gewesen wären:

HINTERGRUND

]Die drei Gesetze der Robotik nach Isaac Asimov

Ein Robot darf keinen Menschen verletzen oder ihn durch Untätigkeit zu Schaden kommen lassen.Ein Robot muss den Befehlen eines Menschen gehorchen, außer sie stehen im Widerspruch zum 1. Gesetz.Ein Robot muss seine Existenz schützen, außer seine Handlungen widersprechen dem 1. oder 2. Gesetz.

DER MIT DEN ROBOTS TANZT: DATEN, FAKTEN

UND WEITERE ZITATE ZU ISAAC ASIMOV

Handlungsprotokoll: Auch der tatverdächtige Robot Sonny ist eigentlich an die drei Gesetze gebunden © Fox

EDLE ROBOS, FIESE MENSCHEN

Dank dieser Regeln, die für die heutige Robotik-Industrie noch immer von großer Bedeutung sind, handeln Asimovs Blechkameraden oft menschlicher als ihre Schöpfer – die ja meist schon an Punkt 1 scheitern. Im Kino hat Robin Williams das bereits vorgeführt: Die Vorlage zum rührseligen „200-Jahre-Mann“ stammt nämlich ebenfalls von Isaac Asimov.

Alex Proyas konzentriert sich nun auf jene Geschichten Asimovs, in denen die Roboter aus der Reihe tanzen und gegen die drei Gesetze zu handeln scheinen. Wobei sich immer sehr schnell herausstellt, dass Maschinen generell nur so gut sind, wie ihre Programmierer:

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Will Smith und Regisseur Alex Proyas erläutern Isaac Asimovs legendäre drei Gesetze der Robotik als Basis der Filmhandlung.

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Alex Proyas über Asimovs Vorlage, die Filmidee und seine Vision von der Zukunft in „I Robot“.

Weltenschöpfer: Patrick Tatopoulos entführt mit seinen Designs ins Jahr 2035 © Fox

METALLENE SPHINXEN

So intelligent die Story von „I, Robot“ sich entwickelt, so spektakulär ist die Welt, in die sie den Betrachter entführt. Verantwortlich dafür ist Schock-Spezialist Patrick Tatopoulos: Er hat die Riesenechse „Godzilla“ erschaffen, furchteinflößende Außerirdische für „Independence Day“ und die klassischen Monster aus „Van Helsing„. Doch die Roboter aus Isaac Asimovs Kurzgeschichten-Sammlung sind mit ihren ethischen Grundsätzen höchst komplexe Wesen.

Denn Asimovs Maschinenmenschen wären nicht so spannend, wenn sie eben nicht ab und zu aus unerfindlichen Gründen auf diese Ethik pfeifen würden. Um den Robotern im Film nun jeden Ausdruck von sanftmütig-grüblerisch bis wüst und bedrohlich verleihen zu können, schuf Tatopoulos ein revolutionäres Design: Die Roboter der Serie NS-5 sind transparent und tragen auf ihrem Metallskelett ein computergeneriertes Antlitz aus silikonähnlichem Material, das feinste Gesichtsbewegungen erlaubt:

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Dr. Susan Calvin im Gespräch mit dem beschuldigten Roboter Sonny, der sich vor seiner Deaktivierung fürchtet.

(Englisch m. dt. Untertiteln, 1:24, Format: WMV)

NS-4-Robots als Mitarbeiter verschiedener Dienstleistungs-Firmen © Patrick Tatopoulos

AUS DEM NÄHKÄSTCHEN DES DESIGNERS

„Mit Licht von vorne wirken sie wie griechische Statuen oder Engel. Aber wenn man die Lichtquelle unterhalb oder im Körper platziert, sind das Angsteinflößende Maschinen-Freaks“, beschreibt Tatopoulos seine Schöpfungen.

Im Chicago des Jahres 2035 kommt auf je fünf Menschen ein NS-5, das prägt auch das moderne Stadtbild. Um die Szenen in den Straßen filmen zu können, mischten sich Schauspieler in grünen Anzügen unter die Passanten. Aus ihren Bewegungen wurden später wie bei Gollum in „Der Herr der Ringe“ am Computer die Roboter erzeugt. Hier ein Blick ins Skizzenbuch des Designers und auf seine Inspirationen aus der Ahnengalerie der Filmroboter:

GALERIE

Vom Skizzenbuch bis zum computergenerierten Roboter: Die Entwicklungs-Studien von Set- und Creature-Designer Patrick Tatopoulos, exklusiv auf KINO.DE!

» ZUR DESIGN-GALERIE» ZUR DESIGN-GALERIE

Von „Metropolis“ bis zum „Terminator“: Roboter haben wichtige Kapitel der Filmgeschichte geschrieben.

» ZUR GALERIE ‚ROBOTER IM KINO‘

Stehen beide auf Kugeln: Detective Spooner und sein Audi © Fox

WELT DER WUNDER

In die futuristische Skyline der Film-Metropole wurden sogar tatsächlich geplante Gebäude eingefügt, deren Entwürfe die Stadtverwaltung von Chicago dem Filmteam zur Verfügung stellte.

Auch das Problem mit den ewig zu kleinen Parklücken ist im Jahr 2035 gelöst: Die Autos fahren nicht auf Rädern, sondern auf Kugeln. Damit können sie sich quer und schräg bewegen. Klar, dass „I, Robot“ damit eine Verfolgungsjagd bietet, wie sie das Kino noch nie gesehen hat. Der coolste Flitzer ist dabei natürlich Will Smiths Audi, für den die Ingolstädter eigens eine spektakuläre Studie namens „RSQ“ entwickelten. Welche Annehmlichkeiten das Leben im Jahr 2035 sonst noch bietet, können Sie hier selbst erforschen:

INTERAKTIVE KONSOLEN

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Regen absorbierende Straßen und holografisches 3D-Fernsehen: Erforschen Sie das Leben in einer Metropole des Jahres 2035.

» ZUR KONSOLE ‚METRO LIFE 2035‘

(Englisch, Flash benötigt)

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Finden Sie heraus, welche heutigen Technologien weiterentwickelt wurden, um NS-5-Roboter zu konstruieren.

» ZUR KONSOLE ‚INNOVATION‘

Die Robots spielen in der Abwehr klassisch mit Libero und zwei Manndeckern © Fox

AUSNAHMEFEHLER IN DER DREIERKETTE

Seit Leonardo Da Vinci 1495 den ersten humanoiden Roboter entwickelte, ist viel passiert. In der Realität arbeitet beispielsweise ein NASA-Robot namensDante (Foto) im Inneren von Vulkanen und ein Basketball-Spezialist (Foto) stellt selbst Shaq O’Neal in den Schatten.

Und während sich Kinoheld Will Smith 2035 nur mit den kriminellen Energien der Robos herumschlagen muss, droht in der Gegenwart sogar noch schlimmeres Ungemach – und zwar von Manuela Veloso, wissenschaftliche Beraterin bei „I, Robot“ vom weltweit führenden Lehrstuhl für Robotik an der Carnegie Mellon Universität in Pittsburgh: Sie will 2058 eine Robotermannschaft zur Fußball-WM schicken.

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