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Roberto Faenza

Producer • Regisseur • Drehbuchautor

Leben & Werk

Italienischer Regisseur und Drehbuchautor. Das Werk von Autor und Regisseur Roberto Faenza lässt sich in zwei Phasen aufteilen. Die erste ist eng mit der italienischen Politik verbunden und umfasst linksextreme Arbeiten im Geist der 68er Bewegung („Escalation“), die zweite, nach einem amerikanischen Intermezzo mit „Cop Killer„, umfasst ab 1991 menschliche, sensible und intime Geschichten, teilweise nach literarischen Vorlagen. Als Faenzas Hauptwerke gelten das Holocaust-Drama „Jona che visse nella balena“ (1993), „Erklärt Pereira“ (1995, mit Marcello Mastroianni) und das Mafia-Drama „Alla Luce del Sole“ (2004). 2009 war Faenza im Wettbewerb von Cannes mit dem psychologischen Thriller „Il caso dell‘ infidele Klara“ (mit Laura Chiatti) vertreten. Bei den Sexszenen der Eifersuchtsgeschichte experimentierte er mit versteckter Kamera.

Roberto Faenza wurde 1943 in Turin geboren und erwarb sein Regiediplom 1965 am Centro Sperimentale di Cinematografia in Rom. Er arbeitete als Dozent an der Universität Pisa und lehrte mit einem Gaststipendium in Washington. Sein Regiedebüt „Escalation“ (1968, mit Claudine Auger und Lino Capolicchio) ist eine antikapitalistische Satire, die den Wandel eines Industriellensohns vom Hippie in London zum zynischen Fabrikbesitzer erzählt. Faenzas antitechnologische Fabel „H23“ wurde 1969 nach zwei Tagen aus den Kinos genommen. Seine gegen die Democrazia Cristiana gerichtete Satire „Forza Italia!“ wurde 1978 am Tag der Ermordung Aldo Moros verboten, war 15 Jahre nicht zu sehen. Nie in den Kinos landete die antikommunistische Komödie „Si salvi chi vuole“ (1980, mit Claudia Cardinale, die ihn in ihren Memoiren „Mein Paradies“ nicht erwähnt).

Mit amerikanischen Geldern inszenierte Faenza den Thriller „Cop Killer“ (1983), ein Duell zwischen einem New Yorker Bad Lieutenant (Harvey Keitel) und einem Killer (Johnny Rotten, Sex Pistols). Danach ging er an nach Pisa zurück und veröffentlichte kommunikationswissenschaftliche Bücher. 1991 nahm er mit „Der Badearzt“ (nach Arthur Schnitzler), in dem Keith Carradine zwischen drei Frauen steht, die Regie wieder auf. „Jona che visse nella balena“ (1993) erzählt eine Holocaust-Geschichte aus der Perspektive eines holländischen jüdischen Jungen, der im KZ landet, und brachte Faenza den David als Bester Regisseur ein.

International machte Faenza 1995 mit „Erklärt Pereira“ (nach Antonio Tabucchi) auf sich aufmerksam. Hauptdarsteller Marcello Mastroianni wurde für seine Leistung als Kulturredakteur in Lissabon, der 1938 sein politisches Bewusstsein entdeckt, mit dem David ausgezeichnet. „Die stumme Herzogin“ (1996) ist ein psychologisches Drama um die Auflösung des Traumas einer Taubstummen (Emmanuelle Laborit) im Sizilien des 18. Jahrhunderts. Ebenfalls in Sizilien spielt „I Vicerè“ (2007), der wie Luchino Viscontis Meisterwerk „Der Leopard“ (1963) die Epoche des Risorgimento im 19. Jahrhundert aus der Perspektive einer Adelsfamilie schildert. „Prendimi l’anima“ (2002) folgt den Spuren der Psychologin Sabina Spielrein, die vom Psychiater Carl Gustav Jung verführt wurde.

Für „Alla Luce del Sole“, die Geschichte des 2003 von der Mafia ermordeten Paters Don Dino Puglieni (Luca Zingaretti, „Commissario Montalbano„), der sich in Palermo um die Straßenkinder des von der Mafia beherrschten Viertels Branaccio kümmerte, wurde Faenza 2004 mit dem Sonderpreis des David ausgezeichnet.

Filme und Serien

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