Roberto Benigni Poster

Oscar-Verbot für nominierten "Borat"-Star Sacha Baron Cohen geplant

Ehemalige BEM-Accounts  

Kein Humor oder nachvollziehbares Werbeverbot?

So ist Sacha Baron Cohen bei den Oscars nicht willkommen… Bild: Paramount

Wo Sacha Baron Cohen hinkommt, bleibt kein Stein auf dem anderen und keine peinliche Frage ungestellt: Ob als „Ali G„, „Borat“ oder „Brüno“ – der britische Satiriker nervt seine Umgebung stets mit den peinlichsten und dummdreistesten Fragen, die jeder normale Mensch gerade NICHT stellen würde. Dafür lieben die Fans den – trotz seiner scheinbar brachialen Haudraufmethode – äußerst hintersinnigen Comedian.

Allerdings hat die altehrwürdige Oscar-Academy trotz der Erfolge von „Borat“ und „Brüno“ offenbar noch immer nicht kapiert, was Satire à la Sacha Baron Cohen bedeutet: Die Produzenten der Oscar-Verleihung, die am Montagmorgen um 3 Uhr früh unserer Zeit in L.A. über die Bühne geht, wollen Cohen nämlich die Eintrittskarte entziehen – obwohl er als bester Nebendarsteller in „Hugo Cabret“ selbst für einen Goldjungen nominiert ist.

Stein des Anstoßes ist natürlich ein Satireprojekt des umtriebigen Schock-Profis: In seinem neuen Film „Der Diktator„, der im Mai in die Kinos kommt, spielt Sacha Baron Cohen einen Despoten, der mit großer Leidenschaft sein Volk unterdrückt und alles tut, um den Einzug der „verhassten Institution namens Demokratie“ in seinem Land zu verhindern. Aus dem Umfeld des Comedians war mehrfach zu hören, dass er daher in vollem „Diktator„-Outfit bei den Oscars auflaufen und sämtliche Gäste mit antiamerikanischen Sprüchen brüskieren wolle.

Alle Bilder und Videos zu Roberto Benigni

Falsches Outfit: Du kommst hier net rein!

Die Produzenten der Gala drohten daraufhin, Cohen den Eintritt ins Kodak Theatre und den Zugang zum Roten Teppich zu verwehren. Er sei zwar als normaler Gast und Oscar-Kandidat Sacha Baron Cohen willkommen, jedoch nicht als sein Film-Alter-Ego aus „Der Diktator„. Ein Sprecher der Academy erklärt: „Wir haben ihn noch nicht ausgeschlossen, wir wollen aber erfahren, was er vorhat.“

Die offizielle Begründung lautet, dass keinem Gast erlaubt werden solle, die Oscar-Verleihung als reine Werbeplattform für seinen neuen Film zu missbrauchen. Das ist allerdings schon deshalb ziemlich unglaubwürdig, weil viele Moderatoren, Oscar-Präsentatoren und Gaststars die Gala völlig selbstverständlich auf diese Weise nutzen. Zudem feiert sich die gesamte Filmbranche mit den Oscars ohnehin selbst, da die Goldjungen, anders als die meisten anderen Preise, von Filmschaffenden an andere Filmschaffende verliehen werden. Kritiker kanzeln die Academy Awards daher insgesamt als reine Promo-Veranstaltung ab.

Kenner vermuten daher, dass der geplante Ausschluss von Sacha Baron Cohen einen ganz anderen Grund hat: Die Macher wollen mit einer würdevollen Gala den Glanz und Glamour der Traumfabrik medienwirksam in die Welt hinaustragen – die Vorstellung, sie könne stattdessen zu einer schrägen Zirkusveranstaltung verkommen, ist ihnen dabei ein Graus.

Was man dabei aber vergisst: Einige der größten Oscar-Momente sind genau solchen Entgleisungen zu verdanken, allen voran Roberto Benignis überschwänglicher Tanz durch die Sitzreihen, als er den Preis für „Das Leben ist schön“ verliehen bekam.

Ob Sacha Baron Cohen am Ende doch teilnehmen darf, entscheidet sich dann Sonntag nacht. Alle Infos zur Oscar-Verleihung finden Sie dann auf www.kino.de.

UPDATE: Sacha Baron Cohen hat als Reaktion auf die Kontroverse eine Erklärung abgegeben, die – Hinweis der Redaktion – natürlich als satirisch zu verstehen ist:

„Admiral General Aladeen wird demnächst eine formelle Antwort darauf veröffentlichen, dass er von den Oscars ausgeschlossen wurde durch die Academy of Motion Picture Arts and Zionists!“

Richtigerweise heißt die Academy natürlich „Academy of Motion Picture Arts and Sciences“, also „Akadmeie der Filmkunst und Filmwissenschaft“, nicht „Akademie der Filmkunst und Zionisten“. Hintergrund für Sacha Baron Cohens Wortspiel ist, dass seine Filmfigur aus „Der Diktator“ aus der fiktiven Republik Wadiya stammt, die sich als islamisches Land gegen einen Staat Israel positioniert – satirisch, wohlgemerkt!

Damit bringt er die Academy natürlich ziemlich in die Bredouille. Ein Insider erklärt: „In der Academy diskutiert man nun, wie man darauf reagieren soll. Denn nun ist die Öffentlichkeit natürlich der Meinung, dass die Academy keinen Humor hat. Aktuell hat die Academy ihre offizielle Position zu Cohens Ausschluss aber noch nicht verändert.“

News und Stories

Kommentare