Leben & Werk

Amerikanischer Theater- und Opernregisseur, Autor, Designer, Produzent, Bühnenbildner, Dramatiker und Choreograph mit ungewöhnlicher Produktivität. Robert Wilson hat seit 1969 in jedem Jahr teils mehrere Bühnenaufführungen in aller Welt inszeniert und als Maler und Zeichner gearbeitet. Die Zahl seiner unvollendeten oder nicht zu Stande gekommenen Projekte ist fast ebenso groß. Wilson war einer der ersten, die die Grenzen zwischen E- und U-Musik, Oper, Theater und Film aufhoben und auf der Bühne mit Elementen aller Gattungen experimentierten. Er arbeitete mit Rock-Musikern wie Tom Waits („“The Black Rider“, Text von William S. Burroughs), David Byrne („Knee Plays“) und Herbert Grönemeyer („Woyzeck“) und schrieb 1976 das Libretto zur Oper „Einstein on the Beach“ (Musik: Philip Glass), die ein Instant-Klassiker wurde.

Robert Wilson wurde 1941 in Waco, Texas, geboren. Bis zu seinem 17. Lebensjahr war er sprach- und verhaltensgestört und 1958 durch eine Tänzerin und Bewegungstherapeutin geheilt. Er entwickelte früh Interesse für Bildertheater und schrieb noch während der Schulzeit erste nonverbale Stücke. Ende der 50er Jahre studierte er in Texas Betriebswirtschaft, ging dann aber nach New York und studierte Mathematik und Architektur und machte 1965 seinen Abschluss am Pratt Institute. Wilson begann mit hirnverletzten und behinderten Kindern zu arbeiten und förderte entsprechende Einrichtungen sein Leben lang.

Im Jahre 1966 arbeitete Wilson als Bühnenbildner, gründete 1969 die „Byrd Hoffman School of Byrds“, eine Gruppe für intermediale Zusammenarbeit und lernte so u.a. Philip Glass kennen. Es entstanden Performances, Stücke ohne lineare Erzählstruktur, visionäre Bildercollagen und in Zeitlupe umgesetzte Bewegungschoreographien, die von der Kritik hymnisch gefeiert wurden. Seit 1973 auch international tätig, hat Wilson in über 40 Inszenierungen klassische

Dramen und Opern von Shakespeare bis Tschechow und Heiner Müller, Mozart („Die Zauberflöte“) bis Wagner („Parsifal„) inszeniert und Autoren wie Edgar Allan Poe, Gustave Flaubert und Marguerite Duras dramatisiert.

Zu Wilsons bevorzugten Autoren gehört Georg Büchner, dessen „Dantons Tod“ er inszenierte, zu dessen „Woyzeck“ er Tom Waits die Musik komponieren ließ und zu dessen „Leonce und Leana“ Herbert Grönemeyer die Musik schrieb. Wilson war mehrfach Gast des jährlichen Berliner Theatertreffens.

Berühmt wurde Wilsons Mammutprojekt „The CIVIL warS“, das in fünf verschiedenen Städten mit austauschbaren Szenen produziert werden sollte und eine Familie zu verschiedenen Zeiten in verschiedenen Katastrophen präsentieren sollte. Es kam jedoch nur zu Aufführungen einzelner Teile.

2005 arrangierte Wilson in Mozarts Geburtshaus in Salzburg eine Dauerausstellung. Im Februar 2006 wurde auf der Berlinale der Dokumentarfilm „Absolute Wilson“ von Katharina Otto-Bernstein uraufgeführt, die Wilson fünf Jahre mit der Kamera begeitete.

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