Robert Wiene

Producer • Regisseur • Drehbuchautor

Leben & Werk

Deutscher Regisseur, Drehbuchautor und Produzent. Robert Wiene (1873-1938) verdankt seinen Ruhm der Regie von „Das Kabinett des Dr. Caligari“ (1919/20), Hauptwerk des expressionistischen deutschen Stummfilms und Publikums- wie Kritikererfolg, den selbst Spötter wie Kurt Tucholsky lobten. Der Anteil Wienes an der berühmten Architektur des Films, die auch auf den Film noir Einfluss hatte, ist umstritten. Wiene war als Drehbuchautor für Filme mit dem Stummfilmstar Henny Porten (1890-1960) bekannt, nach „Caligari“, der seine Karriere überschattete, inszenierte er Stoffe wie „Raskolnikow“, „Orlacs Hände“ und „Der Rosenkavalier“, die Jahrzehnte später wieder entdeckt und gewürdigt wurden.

Robert Wiene wurde 1873 in Breslau als Sohn des Königlich Sächsischen Hofschauspielers Carl Wiene geboren, trat zunächst nicht in die Fußstapfen seines Vaters, sondern begann 1894 in Berlin ein Jurastudium, das er in Wien fortsetzte und an unbekanntem Ort abschloss. 1908 übernahm er für kurze Zeit die Leitung des Kleinen Schauspielhauses in Wien und war 1909 Mitbegründer der Neuen Wiener Bühne. 1912 kam Wiene als Drehbuchautor zum Film („Die Waffen der Jugend“), arbeitete für die Berliner Messter Film und die Bioscop. Mit Walter Turczinsky schrieb er Drehbücher zu 18 Filmen mit Stummfilmstar Henny Porten („Das wandernde Licht“, „Der Liebesbrief der Königin“, „Die Räuberbraut“).

Weil Regisseur Fritz Lang wegen des Abenteuerfilms „Die Spinnen“ verhindert war, wurde Wiene die Regie des von Carl Mayer verfassten „Das Kabinett des Dr. Caligari“ übertragen (Lang steuerte die Idee zur Rahmenhandlung bei). Die Geschichte des Schaustellers Caligari (Werner Krauß, der mit dem somnambulen Medium Cesare (Conrad Veidt) mordet, wurde ein Welterfolg. Wiene versuchte 1920 mit dem von Mayer verfassten Kriminalfilm um das Mädchen „Genuine“ an den Erfolg anzuknüpfen, der Film floppte. „Raskolnikow“ (1923), nach Dostojewskijs Roman „Schuld und Sühne“, war noch expressionistischem Stil verbunden, der Horrorfilm „Orlacs Hände“ (1925) um die Mörderhände eines Pianisten (Conrad Veidt) arbeitete mit realistischeren Mitteln. Wienes Bibelfilm „I.N.R.I.“ (1923) wurde dank Starbesetzung mit Henny Porten, Werner Krauß und Asta Nielsen berühmt, am Opernfilm „Der Rosenkavalier“ (1925) arbeiteten Komponist Richard Strauß und Librettist Hugo von Hoffmannsthal persönlich mit.

Wiene gehörte 1919 zu den Gründern des Bundesverbandes der Filmregisseure in Wien und arbeitete während der Weimarer Republik in Deutschland und Österreich. 1922 gründete er seine eigene Gesellschaft Lionardo-Film. Nach dem Misserfolg des Tonfilm-Remakes von Max Macks Psychothriller „Der Andere“ (1913 bzw. 1930) inszenierte Wiene Genrefilme („Der Liebesexpress“, „Taifun“) und emigrierte über Budapest, wo 1934 noch „Eine Nacht in Venedig“ entstand, nach London und Paris. Dort versuchte er vergeblich, mit Jean Cocteau ein Tonfilm-Remake von „Caligari“ zu realisieren. Während Dreharbeiten zum Spionagedrama „Ultimatum“ (1938, mit Erich von Stroheim), das die Folgen des Attentats in Sarajewo 1914 behandelt, erkrankte Wiene, Regisseur Robert Siodmak (1900-1973) vollendete den Film. Wiene starb 1938 in Paris.

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