Robert Siodmak

Schauspieler • Producer • Regisseur • Drehbuchautor

Leben & Werk

Er ist einer der wichtigsten Regisseure des Film noir, der in den Jahren zwischen 1943 und 1950 ausnahmslos Meisterwerke dieser Stilrichtung schuf, in denen die pessimistische Weltsicht des Genres durch tiefenpsychologische Elemente erweitert wurde. Seine Karriere ist, bedingt durch das Schicksal eines deutschen Emigranten, deutlich in drei Phasen gegliedert. Robert Siodmak (1900 - 1973) arbeitete als Buchhalter und Herausgeber einer Illustrierten, schrieb Zwischentitel für Filme, die für den Export bestimmt waren, und war Schnittassistent. 1930 debütierte er in dem berühmten Gemeinschaftswerk „Menschen am Sonntag“ als Regisseur, was ihm einen Vertrag bei der Ufa einbrachte, für die er u.a. den Hans-Albers-Film „Quick“ inszenierte, bevor er wegen der Machtübernahme durch die Nazis nach Paris ging. Dort hatte er Erfolge mit dem Revuefilm „Die Krise ist vorbei“ und nahm mit dem Krimi „Der Fallensteller“ 1939 Motive der Schwarzen Serie vorweg. Einen Tag vor Kriegsbeginn schiffte er sich nach Amerika ein und drehte bis 1943 einige Fantasy-Filme wie „Die Schlangenfrau“ oder „Son of Dracula“. Mit der Cornell-Woolrich-Verfilmung „Zeuge gesucht“ beginnt jene Reihe von Films noirs, die seinen Ruhm ausmachen: „Konflikt“, „Die Wendeltreppe“, „The Killers - Rächer der Unterwelt“, „Der schwarze Spiegel„, „Schrei der Großstadt„, „Gewagtes Alibi“ und „Onkel Harrys seltsame Affäre“. In diesen Filmen irren vielfach passive Personen, die sich nicht mehr wehren, oder psychopathisch veranlagte Charaktere wie der Serienmörder in „Die Wendeltreppe“ in düsteren und teils viktorianisch anmutenden Dekors umher oder sie landen, wie die Zwillingsschwestern in „Der schwarze Spiegel“, in der Psychiatrie. Siodmak entdeckte Burt Lancaster und Ava Gardner, die durch „The Killers“ zu Stars wurden. Mit Gregory Peck und Ava Gardner inszeniert er die Dostojewskij-Verfilmung „Der Spieler“, mit Lancaster den farbenprächtig-selbstironischen Piratenfilm „Der rote Korsar“ (der bereits in England gedreht wird). Zurück in Deutschland, gelangen ihm mit der Gerhard-Hauptmann-Verfilmung „Die Ratten“ (mit Curd Jürgens und Maria Schell) und dem mit Preisen (u.a. für Hauptdarsteller Mario Adorf) überschütteten „Nachts, wenn der Teufel kam“ aufsehenerregende Produktionen, die weit über das Niveau des damaligen deutschen Films hinausgehen. Danach drehte Siodmak Routine-Produktionen, wie „Katja - die ungekrönte Kaiserin“ (mit Romy Schneider), oder, für Artur Brauners CCC-Film, Karl-May-Filme („Der Schut“, „Der Schatz der Azteken„, „Die Pyramide des Sonnengottes„) und den zweiteiligen Monumentalfilm „Kampf um Rom“. Siodmaks Pläne, in der Schweiz in Ascona, wohin er sich bereits Mitte der 50er Jahre zurückgezogen hatte, ins Hotelgewerbe einzusteigen, scheiterten. Er starb in einem Krankenhaus in Lugano. Siodmaks Bruder Curt (1902 - 2000) war als Schriftsteller, Drehbuchautor und Regisseur von Horror-, Fantasy-, Science-Fiction- und Tarzan-Filmen tätig. Sein Bruder Werner (1907 - 1966) ging nach Palästina, Bruder Rolf (1913 - 1933) nahm sich das Leben. 1998 war den Siodmak-Brüdern die Retrospektive der Berlinale gewidmet.

Filme und Serien

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