Robert Schwentke

Regisseur • Drehbuchautor
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Leben & Werk

Deutscher Regisseur und Drehbuchautor. Seine Spezialität sind riskante Gratwanderungen, die seine Helden in Thrillern, Tragikomödien und Romanzen erleben. Eigentlich wollte der deutsche Regisseur und Drehbuchautor Robert Schwentke europäische Filme mit dem Know-How von Hollywood realisieren, blieb aber nach dem Erfolg des Thrillers „Flightplan“ in den USA. Er debütierte 2002 mit dem Thriller „Tattoo“, der zwei Kommissare bei der Jagd nach einem Serienkiller verfolgt. Die virtuose Inszenierung des Stoffes fiel in Hollywood auf, wo Schwentke von den Disney-Studios mit der Inszenierung des Thrillers „Flightplan - Ohne jede Spur“ (2005) beauftragt wurde. Er setzt die Story um eine Transatlantikpassagierin (Jodie Foster), deren Tochter in einem Großraumflugzeug spurlos verschwindet, als souveränes Spannungskino um und verbuchte einen großen Kassenerfolg. Nachdem sich zwei Projekte zerschlugen, lieferte Schwentke 2009 die Bestsellerverfilmung „Die Frau des Zeitreisenden“ mit Rachel McAdams, die sich in den unfreiwilligen Zeitreisenden Eric Bana verliebt, als ungewöhnliche und charmante Sci-Fi-Romanze ab.

Robert Schwentke wurde 1968 in Stuttgart geboren, experimentierte in seiner Jugend mit der Super-8-Kamera seines Großvaters und studierte nach dem Abitur vier Semester Philosophie und Literaturwissenschaft in Tübingen. 1993 entschloss er sich zu einem Wechsel und begann ein Filmstudium am Columbia College in New York. In der Zeit entstand der Kurzfilm „Heaven!“ mit Hannes Jaenicke, eine Story um Gauner, Mafiagelder und Verfolgung durch die Wüste. Von 1993 bis 1997 studierte er Film am American Film Institute in Los Angeles und schloss mit dem M.A. ab. Schwentke kehrte nach Europa zurück und schrieb Drehbücher für drei „Tatort“-Folgen (1997, 1999, 2001) um die Kölner Kommissare Ballauf und Schenk, die sich durch unerwartete Plot-Wendungen auszeichneten und für den Grimme-Preis nominiert wurden.

Mit „Tattoo“ wagte sich Schwentke mit Erfolg ins Genre des Thrillers. Die spannende Jagd eines jungen (August Diehl) und eines alternden Kommissars (Christian Redl) nach einem Serienkiller, der tätowierte Haut für die Kunstmafia sammelt, endet mit der Überraschung, dass der Killer eine Frau ist. Ein Jahr später inszenierte Schwentke die auf eigenen Erfahrungen basierende Tragikomödie „Eierdiebe“ um einen an Hodenkrebs erkrankten Studenten in der Chemotherapie (Wotan Wilke Möhring), der im Krankenhaus aberwitzig surreale Situationen erlebt.

2009/10 inszeniert Schwentke die Actionkomödie „Red“, in der sich Morgan Freeman als Agent und Bruce Willis als Killer gegenüberstehen.

Robert Schwentkes „Tattoo“ wurde 2002 in Fantasporto mit einer Speziellen Ehrung und auf dem Sweden Fantastic Film Festival mit dem Großen Preis ausgezeichnet. „Eierdiebe“ erhielt 2003 den Publikumspreis des Filmfestivals Biberach.

Robert Schwentke, der Jacques Rivette und Jean-Luc Godard als seine Vorbilder nennt, lebt in Los Angeles.

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