Leben & Werk

Österreichischer Regisseur rumänischer Herkunft, der in den USA und Europa arbeitet und seit der Milleniumswende mit einer Reihe von für das Fernsehen inszenierten historischen Filmen, Epen, Monumentalfilmen und Liebesdramen zum Spezialist für Mehrteiler und Event Movies dieser Genres wurde. Robert Dornhelms Filme zeichnen sich durch detailgetreue Bilder, aufwändiges Produktionsdesign und internationale Besetzung aus, die in den Hauptrollen neue Gesichter und in den tragenden Nebenrollen Weltstars wie Omar Sharif, Ben Kingsley oder Klaus Maria Brandauer aufweist. Dornhelms bekanntester Kinofilm ist die märchenhafte Gesellschaftssatire „Der Unfisch“ 1997 mit Maria Schrader, die gleichzeitig mit einem Jahrmarktswal in einem Alpendorf strandet und für Aufregung sorgt.

Die Reihe der historischen Stoffe begann 2001 mit „Anne Frank - die wahre Geschichte“ nach dem berühmten Tagebuch der in Holland vor den Nazis versteckten und aufgespürten Jüdin. Hauptdarstellerin Hannah Taylor-Gordon war in Dornhelms Bibelfilm „Die zehn Gebote“ (2006) - die Geschichte Moses von der Geburt bis zum Exodus der Israeliten aus Ägypten und Einzug ins Gelobte Land - die Rachel, in die sich Moses (Dougray Scott) verliebt. Der aus der Serie „E.R.“ bekannte Goran Visnjic spielte den Rebellen „Spartacus“ (2004) in dem Monumentalfilm um den Sklavenaufstand im Römischen Reich (erste Version 1960 von Stanley Kubrick mit Kirk Douglas). Das Melodram „Kronprinz Rudolfs letzte Liebe“ (2006) thematisiert die Zwänge des Sohnes von Kaiserin Sisi, dessen politische Ambitionen in der K.u.K.-Monarchie nicht ernst genommen werden und der sich mit seiner Geliebten in Mayerling erschießt. 2007 arbeitet Dornhelm an einer mehrteiligen Neuverfilmung von Tolstojs Roman „Krieg und Frieden“.

Robert Dornhelm wurde 1947 im rumänischen Timisoara geboren, emigrierte 1960 mit der Familie nach Wien und studierte dort von 1965 bis 1967 an der Filmakademie. Zwischen 1967 und 1975 drehte er mehr als 100 Dokumentarfilme für den ORF und wurde dafür mit dem Dr. Karl-Renner-Preis der Österreichischen Regierung ausgezeichnet. Sein Dokumentarfilm „Kinder der Theaterstraße“, mit einem Gastauftritt von Grace Kelly, war 1978 für den Oscar nominiert. 1979 versuchte er mit „She Dances Alone“, dem Phänomen des Balletttänzers Nijinski auf die Spur zu kommen. International bekannt wurde Dornhelm mit „Echo Park“ (1985), der das Leben vier junger Leute in dem Stadtteil von Los Angeles beschreibt, ein Vorläufer der Slacker-Movies der 90er-Jahre, mit Tom Hulce („Amadeus“) in der Hauptrolle. Seit dem Misserfolg der kunsthistorischen Zeitreise „The Venice Project“ (1999) arbeitet Dornhelm ausschließlich fürs Fernsehen. Sein Schaffen umfasst Politthriller wie „Requiem für Dominic“ (1990) und „Das letzte Attentat“ (1997, Stephen Rea als IRA-Mann in New York), das Rancherdrama „Cold Feet“ (1989), das Robert-Kennedy-Biopic „RFK - Ein Kennedy gibt nicht auf“ (TV 2002) und die Miniserie „Into the West“ (2005; Co-Regie mit Simon Wincer), die die Besiedelung des amerikanischen Westens und die Folgen für die Indianer am Beispiel zweier Familiengeschichten beschreibt.

Neben Arnold Schwarzenegger ist Dornhelm der bekannteste Österreicher in den USA. Er besitzt die doppelte Staatsbürgerschaft. In Österreich betreibt er ein Weingut im Burgenland.

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