Robert Bresson

Regisseur • Drehbuchautor
Robert Bresson Poster

Leben & Werk

Der neben Andrej Tarkowskij und Carl Theodor Dreyer am stärksten religiös motivierte Regisseur der Filmgeschichte nimmt mit seinen wenigen stilistisch rigiden Werken eine Außenseiterstellung in der Filmgeschichte ein. Er gilt gleichzeitig wegen seiner ästhetischen Radikalität der Reduzierung aller filmischen Elemente auf ein Minimum als Philosoph und Theologe des Kinos. Die Filme des Katholiken Robert Bresson behandeln ein Generalthema: die Suche des Menschen nach Erlösung von Schuld und Gnade durch einen (wie bei Ingmar Bergman) schweigenden Gott. Bresson arbeitet meistens mit Laienschauspielern und mit Originalton. Formal berühmt sind seine Ellipsen, die wesentliche Informationen nicht zeigen, die der Zuschauer erschließen muss, so die Folter von Jeanne d’Arc („Der Prozeß der Jeanne d’Arc„) oder der Selbstmord von Dominique Sanda in der Dostojewskij-Verfilmung „Die Sanfte„. Robert Bresson (1907 – 1999) wurde in der Auvergne geboren, wo sein Film „Zum Beispiel Balthazar“ spielt, in dem ein Esel und ein junges Mädchen durch die Mitmenschen ausgenutzt und missbraucht werden. Der Esel erlebt bei seinen verschiedenen Besitzern eine Passionsgeschichte, die die sieben Todsünden beinhaltet. Zuerst Maler, begann Bresson beim Film als Drehbuchautor, leistete seinen Kriegsdienst, geriet in Gefangenschaft und wurde, als er ein Fieber simulierte, entlassen. Sein erster Film entstand 1943, bis 1983 drehte er nur zwölf weitere. Die Werke „Tagebuch eines Landpfarrers“ und „Ein zum Tode Verurteilter ist entflohen“ gehören zu den Vorläufern des Autorenkinos in den 50er Jahren, der Film „Pickpocket„, die Geschichte eines Taschendiebs, beeinflusste Paul Schraders „American Gigolo“ (mit Richard Gere). Sein „Lancelot du Lac„, um das Scheitern der Gralsritter um König Artus, ist seinerseits von Orson Welles‘ „Falstaff“ beeinflusst. Mit „Der Teufel möglicherweise“ und „Das Geld“ setzte sich Bresson mit dem manifesten Bösen, der Materialität der Welt und ökologischen Problemen auseinander. Sein Film um das Mädchen „Mouchette“ erfuhr durch Maurice Pialats „Die Sonne Satans“ (mit Gérard Depardieu und Sandrine Bonnaire) eine Bresson gewidmete Ergänzung. Seine Werke wurden mehrfach ausgezeichnet (u.a. bester Regisseur in Venedig für „Ein zum Tode Verurteilter ist entflohen“, „Grand Prix du Cinéma“ in Cannes für „Das Geld“). 1995 erhielt er den „Prix René Clair“ für sein Lebenswerk. 1975 erschienen seine Notate zum Film: Gedanken, Aphorismen und Reflexionen.

Filme und Serien

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