Robbie Coltrane

Robbie Coltrane

Leben & Werk

Schottischer Schauspieler. Zwei-Zentner-Wonneproppen und Charakterkopf mit spätem Karriereschub, wurde Robbie Coltrane als genialer, privat ausschweifender Polizeipsychologe in der innovativen TV-Crime-Serie „Cracker – Für alle Fälle Fitz“ so populär, dass die Serie in England in den 90er-Jahren zeitweise 58 Prozent der Zuschauer von der Straße gefegt hat. Parallel schaffte er als zwielichtiger Ex-KGB-Agent und Spieler Valentin Zukowsky in den James-Bond-007-Filmen „GoldenEye“ und „Die Welt ist nicht genug“ an der Seite von Pierce Brosnan den internationalen Durchbruch. Zur Kultfigur wurde Coltrane als so bärbeißiger wie gutmütiger Wildhüter und Halbriese Rubeus Hagrid in den acht nach Romanvorlagen von Joanne K. Rowling entstandenen „Harry Potter“-Filmen (2001/11). 2012 spielt Coltrane in der Literaturverfilmung „Große Erwartungen“ (nach Charles Dickens) den Anwalt und Wohltäter Mr. Jaggers.

Robbie Coltrane, der seinen Künstlernamen aus Verehrung für Jazz-Saxophonist John Coltrane annahm, wurde 1950 im schottischen Rutherglen, South Lancashire, ein Vorort von Glasgow, als Anthony Robert McMillan, Sohn eines Chirurgen und einer Lehrerin geboren. In der Schule war er Kopf des Debattierclubs und wäre beinahe relegiert worden, als er die Kleider des Präfekten des Glenalmond College ans Fenster hängte. Zutiefst verachtet er die teure Kunsthochschule in Glasgow, an der er seinen Abschluss in Bildender Kunst und Film machte. 1973 drehte er dort die von der Schottischen Gesundheitsbehörde geförderte Doku „Young Mental Health“.

Auftritte in verschiedenen Stadttheatern verschafften ihm einen gewissen Ruf. 1978 wurde er im Stück „Slab Boys“ am Traverse Theatre und am Hampstead Theatre in London entdeckt, bevor er sich mit Auftritten in den Shows „Alfresco“, „Kick up the Eighties“ und „Saturday Night Live“ in der Comedy-Szene etablierte. Dem Spielfilmdebüt in Bertrand Taverniers „Der gekaufte Tod“ (1979) folgten in den 80er-Jahren Nebenrollen, als Detective in „The Supergrass“, Gangster in Neil Jordans „Mona Lisa“, Fürst Borghese in Derek Jarmans Biopic „Caravaggio“ und Falstaff in Kenneth Branaghs „Henry V“. 1990/91 wurde er in den mit klassischen Pfaffenwitzen im katholischen Milieu gepfefferten Komödien „Nonnen auf der Flucht“ (als Gangster in Verkleidung) und „Ein Papst zum Küssen“ (als neuer Papst, der einen Korruptionsskandal aufdeckt) bekannt.

Mit „Cracker“ (Granada Television für ITV, 9 Folgen 1993-95; ABC TV: 1996 zwei; 2006 eine), schuf Coltrane als Polizeipsychologe Edward Fitzgerald, exzessiver Grübler, Trinker und Spieler, der in düsteren Mordfällen ermittelt und sein Privatleben aufs Spiel setzt, ein Medienereignis. Dafür gewann er drei Jahre hintereinander (1994-96) den BAFTA Award als Bester TV-Darsteller.

Coltrane war 2002 im Horrorthriller „From Hell“ der assistierende Sergeant des Jack the Ripper verfolgenden Inspektors (Johnny Depp), Premierminister im Agentenfilm „Stormbreaker“ (2005) und Kurator in der Abenteuerkomödie „Brothers Bloom“ (2008). 2013 ist er in dem von Emma Thompson geschriebenen viktorianischen Drama „Effie“ (Teenager-Braut heiratet Kunstkritiker) der Arzt. Synchronsprecher war Coltrane für die Animationsfilme „Arthur Weihnachtsmann“ (Leitelf), „Merida“ (Lord Dingwall) und „Der Grüffalo“ (Titelheld).

Anfang der 90er-Jahre veröffentlichte Coltrane die Autobiographie „Coltrane in a Cadillac“, aus der 1993 die gleichnamige TV-Serie entstand, in der er über klassische Autos berichtet.

Zu seinen Auszeichnungen gehören acht für „Cracker“. 2006 wurde er zum Order of the British Empire Stufe Officer (OBE) ernannt. 2011 erhielt er den British Academy Scotland Award für seinen außerordentlichen Beitrag für die Filmwelt.

Coltrane, der sich wegen Alkoholsucht (eine Flasche Whiskey pro Tag) 1986 einer erfolgreichen Therapie in einer Klinik in Mexiko unterzog, heiratete 1988 Bildhauerin Rhona Gemmel, mit der er zwei Kinder hat und seit 2003 getrennt lebt. Er lebt in Stirlingshire, Schottland und sammelt Autos.

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