Richard Thorpe

Producer • Regisseur
Richard Thorpe Poster

Leben & Werk

Amerikanischer Regisseur (1896 – 1991). Produzent Pandro S. Berman feierte ihn als effizientesten Regisseur, den er je gekannt habe, Schauspieler James Mason spöttelte über diese Qualität. Richard Thorpe, der in 45 Jahren (1923-1967) 185 Filme inszenierte, wurde wie Regisseur W.S. Van Dyke „One Take“ genannt, weil er meist nur eine Einstellung filmte und mechanisch Totale und Großaufnahme wechselte. Auch ohne erkennbaren Stil ist Thorpe einer der bemerkenswertesten Hollywood-Regisseure. Er inszenierte Western, Musicals, Tarzan-Abenteuer, Komödien, Krimis und, auf dem Höhepunkt seiner Karriere als Vertragsregisseur bei MGM, die drei Ritter-Epen „Ivanhoe“, „Die Ritter der Tafelrunde“ und „Quentin Durward – Liebe, Tod und Teufel“ (alle mit Robert Taylor), die eine Welle von „Ritter und Ladies“-Filmen (Henry Hathaways „Prinz Eisenherz“) auslösten und Klassiker wurden. Thorpe arbeitete mit namhaften Stars (Elizabeth Taylor, Steve McQueen, Orson Welles, Burt Lancaster), inszenierte die beiden besten Elvis-Presley-Filme („Jailhouse Rock – Rhythmus hinter Gittern„, und „Acapulco“, mit Ursula Andress) und verabschiedete sich mit dem Western „Duell der Gringos“ (mit Glenn Ford und Angie Dickinson).

Rollo Smolt Thorpe wurde in Hutchinson, Kansas, geboren, trat im Vaudeville und in Musikkomödien als Schauspieler auf und arbeitete sich nach Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg in Hollywood schnell vom Requisiteur zum Schnittmeister und Regieassistent hoch, übernahm 1923 seine erste Regie und inszenierte eine Flut billiger Western, Actionfilme, Komödien und Serials. Der Durchbruch kam 1935, als er von Louis B. Mayer, der seine Arbeit schätzte, für MGM engagiert wurde. Mit durchschnittlich drei Filmen pro Jahr arbeitete Thorpe mit bemerkenswertem Tempo und löste nach dessen Tod 1943 Van Dyke als schnellsten Regisseur von MGM ab. 1936 übernahm er von Van Dyke die Tarzan-Serie mit Johnny Weissmüller für vier Abenteuer („Tarzans Rache“, „Tarzan und sein Sohn“, „Tarzans geheimer Schatz“, „Tarzans Abenteuer in New York“). Einen Namen machte er sich als Regisseur des Thrillers „Night Must Fall“ (1937), der Robert Montgomery eine Oscar-Nominierung als mörderischer Psychopath einbrachte. 1938 wurde er nach einer Woche Drehzeit bei „The Wizard of Oz“ abgelöst, 1939 inszenierte er eine „Huckleberry Finn“-Version mit Mickey Rooney.

Thorpes Wunsch, Musicals zu inszenieren, ging mit „Two Girls and a Sailor“ in Erfüllung, es folgten „Drei kleine Worte“ (mit Fred Astaire), vier mit Schwimm-Sensation Esther Williams („Flitterwochen zu dritt“, „Mexikanische Nächte“, „Auf einer Insel mit dir“, „Bezaubernde Lippen“) und „Der große Caruso“ (mit Mario Lanza). Thorpes in England gedrehter Ritterfilm „Ivanhoe, der schwarze Ritter“ (1951) war der einzige seiner Filme, der eine Oscar-Nominierung als Bester Film erhielt, und sein größter Kassenerfolg wurde. Die weibliche Hauptrolle spielte Elizabeth Taylor, als Teenager in Thorpes „Wirbel um Judy“ und „Ein verwöhntes Biest“. „Die Ritter der Tafelrunde“, MGMs erster Film im Format CinemaScope, nahm 1953 am Wettbewerb in Cannes teil. Mit Steve McQueen entstand die Komödie „Die Heiratsmaschine„, in Italien der Historienfilm „Die Tataren“ (mit Welles). Für MGMs Prestige-Western „Das war der Wilde Westen“ übernahm Thorpe 1962 die historischen Übergangs-Passagen.

Richard Thorpe war bis zu ihrem Tod 1975 mit Schauspielerin Belva McKay verheiratet. Sohn Jerry Thorpe ist TV-Regisseur und -Produzent („Falcon Crest„).

Thorpe hat einen Stern auf dem Walk of Fame, 6101 Hollywood Boulevard. (geh)

Filme und Serien

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