Richard Loncraine

Regisseur • Drehbuchautor
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Leben & Werk

Britischer Regisseur und Drehbuchautor. Gleichermaßen kompetent in Film, Fernsehen und Werbung, umspannt das Werk des britischen Regisseurs Richard Loncraine die gerühmte Shakespeare-Adaption „Richard III.“ (1995), Komödien („Der Missionar„, mit Monty Python Michael Palin), Romanzen („Wimbledon“), Thriller („Firewall, „Bellman and True“), Horrorfilme („Full Circle“) und TV-Serien und -Mehrteiler wie „Band of Brothers“ (2001). Loncraine gilt als beliebter Schauspieler-Regisseur, der Statisten ohne Dialog so enthusiastisch inszeniert, wie die Weltstars Harrison Ford, Ian McKellen, Michael Palin, Robert Downey Jr., Maggie Smith, Kirsten Dunst, Mia Farrow und Renée Zellweger, die in dem komödiantischen Road Movie „My One and Only“ (2009), das an die Lebensgeschichte von George Hamilton angelehnt ist, als Lebedame in den 50er- Jahren mit ihren Teenager-Söhnen durch die USA reist, um einen Mann zu finden, und mit den Söhnen beim Film landet.

Richard Loncraine wurde 1946 in Cheltenham, Gloucestershire, geboren. Seine Familie zog mit ihm in der Nachkriegszeit mit Pferd und Wagen über Land und spielte Shakespeare-Stücke in Zelten und in Parks. Er brachte sich selbst das Zeichnen bei, besuchte das Institute of Contemporary Art, entwarf Spielzeug und studierte drei Jahre an der Film School of the Royal College of Art. Loncraine wandte sich an Yorkshire Television und begann mit Dokumentarfilmen, was ihm Arbeit bei der BBC brachte, für deren Wissenschafts-Reihe „Tomorrow’s World“ er in zwei Jahren 75 Zehn-Minuten-Episoden inszenierte. Ein Auftritt als Darsteller in John Schlesingers Ehedrama „Sunday, Bloody Sunday“ (1970), für das er außerdem Requisiten entwarf, brachte ihn mit Jim Garrett zusammen, dessen Firma TV-Werbespots herstellte. Loncraine inszenierte mehr als 400 Werbespots und erhielt dafür zahlreiche Preise. Berühmt wurden die für British Telecom produzierten „It’s Good to Talk“-TV-Spots mit Bob Hoskins.

Loncraines Debütfilm „Flame“ wurde 1975 von David Puttnam produziert, außerdem die Geisterhausgeschichte „Full Circle – Julias unheimliche Wiederkehr“ (1977) mit Mia Farrow. Seitdem arbeitete Loncraine regelmäßig für das britische Fernsehen, so mit Dennis Potters „Blade on the Feather“ (1980), dem Drama „Mein Haus in Umbrien“ (2003), und „Churchill – The Gathering Storm“ (2002), über die Bemühungen von Premierminister Winston Churchill, die deutsche Gefahr abzuwenden. Für das amerikanische Fernsehen inszenierte er die Episode „Day of Days“ der epochalen Weltkrieg-II-Serie „Band of Brothers“ (2001), die den ersten Einsatz einer Fallschirmjägereinheit bei der alliierten Invasion 1944 in der Normandie schildert.

Loncraine erregte Aufsehen mit der Shakespeare-Adaption „Richard III.“ (1995), die das Stück in die 30er-Jahre des 20. Jahrhunderts verlegt und das blutgetränkte Original mit den Bürgerkrieg- und Mordszenen als Action-Kino inszeniert. In der Tennisspieler-Romanze „Wimbledon“ (2004) trifft ein ausgelaugter Profi (Paul Bettany) auf eine ehrgeizige Newcomerin (Kirsten Dunst). Harrison Ford wird im Thriller „Firewall“ (2006) als Sicherheitsexperte einer Bank von Paul Bettany erpresst, im Erzählmuster Loncraines Thriller „Bellman and True“ (1982) ähnlich, wo Bernard Hill als Sicherheitsexperte einer Bank von den Entführern seines Sohnes erpresst wird.

Richard Loncraine wurde für „Richard III.“ 1996 mit dem Silbernen Bären der Berlinale für die Beste Regie ausgezeichnet. Für „Band of Brothers“ erhielt er 2002 den Emmy Award.

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