Leben & Werk

In den 50er Jahren gehörte er mit Anthony Mann, Nicholas Ray, Samuel Fuller und Robert Aldrich zu den fünf wichtigsten Hollywood-Regisseuren. Wie seine Kollegen brachte er frischen Wind in die Studios mit Filmen, die als Zeugnisse skeptischen Realismus gelten und von der liberalen Haltung ihrer Regisseure zeugen, die kontroverse Themen angehen. Ab dem Ende des Jahrzehnts legte er eine Reihe hochkarätiger, jahrzehntelang populärer Literaturverfilmungen vor. Richard Brooks (1912 - 1992) begann als Sportreporter und Radiokommentator und leistete im US Marine Corps seinen Militärdienst ab. Er schrieb Drehbücher für berühmte Films noirs („The Killers“, „Key Largo„) und musste erleben, dass sein Roman „The Brick Foxhole“, in dem Rekruten einen Homosexuellen töten, in der Verfilmung („Crossfire“, 1947) entscheidend verändert wurde: Aus dem Schwulen wurde ein Jude. 1950 debütierte er als Regisseur mit „Crisis“, in dem Cary Grant als entführter Arzt einen lateinamerikanischen Diktator operieren muss. In „The Blackboard Jungle - Die Saat der Gewalt“ (1955) spielte Glenn Ford einen Lehrer in den Slums. Dieser Film, der die berühmte Rock’n’Roll-Musik von Bill Haley enthält, ist einer der ersten über Jugendkriminalität und wird vielfach als Brooks‘ wichtigster angesehen. In dem Western „Die letzte Jagd“ spielte Robert Taylor einen wahnsinnigen Büffeljäger. Filme mit dieser latent kritischen Haltung bei einem Studio wie MGM durchzusetzen, gehörte zu Brooks‘ großen Leistungen, bevor er mit Literaturverfilmungen mit Starbesetzung selbst ein Star-Regisseur wurde: Elizabeth Taylor und Paul Newman in „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ (Tennessee Williams), Yul Brynner und Maria Schell in „Die Brüder Karamasow“ (Dostojewskij) oder Geraldine Page und Paul Newman in „Süßer Vogel Jugend“ (Williams). Er inszenierte weiterhin mit Burt Lancaster und Jean Simmons, mit der Brooks seit 1960 verheiratet war „Elmer Gantry“ (Sinclair Lewis, Drehbuch-„Oscar“ für Brooks, dessen einziger „Oscar“ dies blieb) und mit Peter O’Toole und Daliah Lavi „Lord Jim“ (Joseph Conrad). Zu Brooks‘ besten Filmen zählen der Western „Die gefürchteten Vier“ (1966), der von der Entführung einer Ranchergattin (Claudia Cardinale) und von dem Kommando von vier „Professionals erzählt, die sie aus den Händen eines Mexikaners (Jack Palance) befreien sollen. Ebenso berühmt und viel diskutiert wurde das nach Truman Capotes Bericht inszenierte Dokudrama „Kaltblütig“ (1967) um den Mord an einer Farmerfamilie und die einsitzenden Täter. Der Western „700 Meilen westwärts“ (mit Gene Hackman und James Coburn) erzählt gelöst von einem Pferderennen, das Drama „Auf der Suche nach Mr. Goodbar“ von einer Barbekanntschaften suchenden Lehrerin (Diane Keaton), die Opfer eines bisexuellen Psychopathen (Richard Gere) wird. Nur mäßig erfolgreich war die brillante Mediensatire „Flammen am Horizont“ (mit Sean Connery als Star-Reporter).

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