Rachel Weisz

Rachel Weisz

Leben & Werk

Von der Mumie verfolgt, in Stalingrad verheizt, als mörderische Friseuse verzweifelt, als Landarbeiterin verliebt und als viktorianische Frau verbissen gegen die Konventionen der Zeit kämpfend, hat die Engländerin Rachel Weisz Charakterrollen aller Art bewältigt und in Welterfolgen mitgewirkt.

Entdeckt wurde die langhaarige dunkle Schöne mit den tiefliegenden Augen, der rauchigen Stimme und dem vollen Mund zusammen mit Kollegin Liv Tyler von Bernardo Bertolucci, der die beiden in seiner Toskana-und-Schönheitshymne “Stealing Beauty – Gefühl und Verführung” sich in einer Künstlerkolonie am Swimmingpool räkeln ließ. Weisz fiel erst nackt, dann als Bohemienne auf, die sich Frust-und-Wut-Fights mit ihrem Yuppie-Freund liefert.

Geboren 1971, studierte Weisz an der Universität Cambridge, wo sie die Theatergruppe “Talking Tongues” gründete und eine Bühnenkarriere begann. 1994 vom Londoner Kritikerverband als beste Newcomerin ausgezeichnet, wandte sich Weisz nach ihrer Entdeckung durch Bertolucci dem Spielfilm zu.

Sie floh in dicken Pullovern mit Keanu Reeves in dem Actioner “Außer Kontrolle” durch Winterlandschaften und spezialisierte sich einige Zeit auf Melodramen: in “Brombeerzeit” als Landarbeiterin im Zweiten Weltkrieg, in “I Want You” als Friseuse mit einem mörderischen Geheimnis in der zerquälten Seele und als “Amy Foster” (einer Joseph-Conrad-Verfilmung) als junge Frau, die 1888 einen Schiffbrüchigen gegen den Willen der bigotten Gemeinde heiratet.

Der Welterfolg stellte sich 1999 mit “Die Mumie” ein, wo sie als energische Archäologin vom Hohepriester des Pharao verfolgt wird. Für die Rolle musste Weisz Haare lassen. Vor dem zweiten Teil “Die Mumie kehrt zurück” bewältigte Weisz zuerst als russische Frontkämpferin im Zweiten Weltkrieg an der Seite von Jude Law das Inferno von Stalingrad in Jean-Jacques AnnaudsDuell – Enemy at the Gates“.

Außerdem setzte sie gekonnt Frauenheld Will (Hugh Grant) in der Nick-Hornby-Verfilmung “About a Boy” ihren weiblichen Reizen aus.

Facetten ihrer dunkleren Seite ließ Weisz in der Grisham-Verfilmung “Das Urteil” aufblitzen, wo sie als Freundin eines Jurymitglieds den Kontrahenten eines spektakulären Gerichtsprozesses für zehn Millionen Dollar Schuld- bzw. Freispruch anbot.

Nachdem sie in der Buddykomödie “Neid” als Gattin von Ben Stiller aufgrund des unerwarteten Reichtums ihres Nachbarn Jack Black von dem im Titel beschriebenem Gefühl gepackt wurde, fand sie in der Action-Comic-Adaption “Constantine” an die Seite von Keanu Reeves zurück: Gemeinsam mit der von Reeves gespielten Titelfigur untersucht Weisz als Polizistin den mysteriösen Tod ihrer Zwillingsschwester und muss sich dazu in die von Dämonen und Engeln bevölkerte Unterwelt von Los Angeles begeben.

In Fernando Meirelles’ Adaption des John Le Carré-Romans “Der ewige Gärtner” spielt sie Tessa, eine politisch engagierte, leidenschaftliche und unangepasste Wissenschaftlerin, die mit Quayle (Ralph Fiennes) einem mittleren Beamten, der sich bei Problemen gerne in seinen Garten flüchtet, von England nach Kenia zieht. Ihr gewaltsamer Tod reißt ihn aus seiner Passivität, denn er will die Hintergründe aufdecken. Weisz erhielt dafür 2006 einen Oscar und den Golden Globe als beste Nebendarstellerin.

In “The Fountain” wird Rachel Weisz von Regisseur Darren Aronofsky, den sie 2004 heiratete, mit der Rolle der schwer krebskranken Izzi betreut. Ihr Filmehemann ist Hugh Jackman, der drei Rollen in der futuristischen Regiearbeit innehat.

In Wong Kar WaisMy Blueberry Nights” beeindruckte Weisz als frustrierte Geschiedene und in “Brothers Bloom” einmal mehr als Femme Fatale und exzentrische Erbin. Dann spielte sie in Peter Jacksons Bestseller-Verfilmung “In meinem Himmel” eine gebrochene Mutter, deren Tochter bestialisch ermordet wurde.

Dass das 50 Mio. Dollar teure Historien-Projekt “Agora” floppte lag nicht an der gewohnt groß aufspielenden Rachel Weisz. Erneut für Fernando Meirelles trägt Weisz im Beziehungsreigen “360″ zum Bild moderner Vorstellungen von Liebe bei.

Im Actionthriller “Das Bourne Vermächtnis” kehrt sie zu “Die Mumie”zurück.

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