Quentin Tarantinos neunter Film spaltet die Lager, ganz besonders bei der Darstellung von Martial-Arts-Legende Bruce Lee. Während sich der Kultregisseur bei einer Pressekonferenz rechtfertigte, wünscht sich Bruce Lees Tochter Shannon Lee, dass er „die Klappe hält“. Achtung: Spoiler zu Szenen mit Bruce Lee in „Once Upon A Time… In Hollywood“ folgen.

Seit dem 15. August 2019  läuft „Once Upon A Time… In Hollywood“ auch in den deutschen Kinos. Und selbst wer bislang nur die Trailer gesehen hat, weiß, dass Bruce Lee in Regisseur Quentin Tarantinos Film nicht besonders gut wegkommt. Kritik gab es dafür auch von Bruce Lees Tochter Shannon Lee, die sich traurig darüber zeigt, dass ihr Vater im Film auf eine Weise behandelt und dargestellt werde, wie er zu Lebzeiten vom „weißen Hollywood“ behandelt wurde – von oben herab. „Es war kein gutes Gefühl, im Kino zu sitzen und zu hören, wie die Leute über meinen Vater lachten“, so Shannon Lee gegenüber The Wrap zur Darstellung ihres Vaters als arroganter Schnösel, was „fast schon wie eine Karikatur“ wirke.

Tarantino, der auf einer Pressekonferenz in Moskau damit konfrontiert wurde, antwortete, dass er das meiste davon nicht erfunden habe, „Bruce Lee war schon irgendwo ein arroganter Kerl. Ich habe ihn schon solche Dinge sagen hören“, rechtfertigte er sich. „Er könnte einfach die Klappe halten“, reagierte Shannon Lee nun auf seine jüngsten Aussagen im Gespräch mit Variety. „Das wäre sehr nett. Oder er könnte sich entschuldigen, oder er könnte sagen, ‚Ich weiß nicht wirklich, wie Bruce Lee drauf war. Ich habe es nur für meinen Film so geschrieben. Aber das sollte nicht für bare Münze genommen werden.‘“

Besonders problematisch halte sie, dass er auf der einen Seite die Darstellung ihres Vaters als Fakt verkaufen wolle, während er sich auf der anderen Seite hinter der Fiktion verstecke. Die betreffende Szene, so nicht wenige Kritiker, habe fast schon rassistische Züge und endet damit, dass Bruce Lee, der von Mike Moh dargestellt wird, von Brad Pitts Cliff Booth die Leviten gelesen bekommt. „Könnte Cliff Bruce Lee vermöbeln? Brad Pitt wäre nicht in der Lage, Bruce Lee zu verprügeln, aber Cliff wahrscheinlich schon. Wenn ich sage, dass Cliff Bruce Lee verprügeln kann, dann kann er es, er ist ein fiktiver Charakter“, rechtfertigt sich Tarantino. Er könne ihren Vater darstellen, wie es ihm beliebt, so Shannon Lee, „aber es ist etwas unaufrichtig von ihm, zu sagen, ‚Nun, so war er nun mal, aber es ist ein fiktiver Film, also macht euch nicht allzu viele Gedanken darüber.‘“

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Shannon Lee hat den Traum ihres Vaters Bruce Lee verwirklicht

Ihr Vater, so Shannon Lee, musste „dreimal so hart kämpfen, um das zu erreichen, was andere einfach in den Schoß gelegt bekamen“. Tatsächlich gewann Bruce Lee mit seiner ersten größeren Rolle in Hollywood als Kato in „The Green Hornet – Das Geheimnis der grünen Hornisse“ zwar eine Menge Fans, blieb aber nur der Sidekick für Van Williams‘ Britt Reid. Als er 1971 den Verantwortlichen bei Warner Bros. seine Idee für eine Serie mit ihm in der Hauptrolle pitchte, lehnte das Studio ab. Später veröffentlichte das Studio mit „Kung Fu“ dann eine Serie, die auf Bruce Lees Konzept basieren soll, dieser war sogar zunächst für die Hauptrolle vorgesehen, die dann aber an David Carradine ging.

Doch Bruce Lees Traum ist nicht mit ihm gestorben. Shannon Lee, die das Vermächtnis ihres Vaters verwaltet, hat seine alten Aufzeichnungen wiederentdeckt und gemeinsam mit Justin Lin („Fast & Furious Five“) die Cinemax/HBO-Serie „Warrior“ produziert, die den Geist und die Vorstellung ihres Vaters widerspiegeln soll.

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