Prof. Dr. Günter Rohrbach

Prof. Dr. Günter Rohrbach

Leben & Werk

Mit Filmen von Format wurde Günther Rohrbach im Lauf seiner fünf Jahrzehnte umfassenden Karriere einer der wagemutigen, innovativen und einflussreichen deutschen Produzenten, der es vom Redakteur des WDR über den Studiochef der Bavaria zum Ehrenpräsidenten der Deutschen Filmakademie brachte. Seit 1961 hat er Film- und Fernseharbeiten von Weltruf produziert, junge Talente gefördert, mit Studioarbeiten Maßstäbe gesetzt und die heimische Filmindustrie wohlwollend kritisch begleitet. Zu seinen Filmen zählen internationale Erfolgsproduktionen wie “Das Boot”, “Die unendliche Geschichte” und “Die weiße Massai“, Höhepunkte der Fernsehgeschichte wie “Berlin Alexanderplatz” und nationale Kinohits wie “Die Apothekerin”, “Rennschwein Rudi Rüssel” und “”Schtonk”.

Günther Rohrbach wurde 1928 in Neunkirchen an der Saar geboren, wo er 1949 das Abitur ablegte, studierte Germanistik, Theaterwissenschaften und Psychologie in Bonn, unterbrach das Studium für Theaterinszenierungen am Saarbrücker Konservatrium, nahm das Studium in Paris, München und Bonn wieder auf und promovierte mit einer Arbeit über Grimmelshausens “Simplicissimus”. In diesen Jahren schrieb Rohrbach u. a. für die Zeitschrift “Filmkritik” und die “Frankfurter Hefte” und gründete den Bonner Filmclub. Nach der Promotion arbeitete er für mehrere Zeitungen und Rundfunkanstalten.

1961 trat Rohrbach als Redakteur in den WDR Köln ein, wo er Leiter des Planungsstabes wurde, den Sender umorganisierte, Filmproduktionen integrierte und Leiter des Programmbereichs Fernsehspiel, Unterhaltung, Familie wurde. Bis zu seinem Ausscheiden 1979 war Rohrbach verantwortlich für Sendungen wie die erste deutsche TV-Talkshow “Je später der Abend” (mit Dietmar Schönherr), die Comedy-Serie “Klimbim” (mit Ingrid Steeger und Elisabeth Volkmann) und die “Otto-Show”. Er beteiligte sich an Produktionen des Neuen Deutschen Films und förderte Regisseure wie Rainer Werner Fassbinder (“Martha”), Wolfgang Petersen (“Die Konsequenz”), Edgar Reitz (“Stunde Null”) und Wim Wenders (“Der scharlachrote Buchstabe”).

Von 1979 bis 1994 war Rohrbach Geschäfsführer der Bavaria Film GmbH, baute in diesen 15 Jahren die Bavaria zum multimedialen Produktions- und Service-Unternehmen um, produzierte und war an allen relevanten deutschen Kino-Großproduktionen wie Wolfgang Petersens “Das Boot” und “Die unendliche Geschichte”, den “Schimanski”-Kinofilmen mit Götz George, Peter TimmsGo, Trabi, Go“, Loriots “Ödipussi” und “Pappa ante Portas“, Josef Vilsmaiers “Stalingrad” und “Charlie & Louise”, Dominik Grafs “Die Sieger” und Helmut Dietls genialer Saire “Schtonk” beteiligt. Im Fernsehbereich sorgte er mit RWFs “Berlin Alexanderplatz” für ein mediengeschichtliches Ereignis (und einen Skandal) und ist mit den Mehrteilern und Serien “Rote Erde”, “Väter und Söhne” und der “Tatort”-Reihe (Schimanski) verbunden.

1994 schied Rohrbach aus der Bavaria aus und arbeitete als freier Filmproduzent u. a. mit Hanno Huths Senator Film (Peter Timms “Rennschwein Rudi Rüssel” und “Der Zimmerspringbrunnen“, Rainer Kaufmanns “Die Apothekerin”, Max FärberböcksAimée & Jaguar“). Zu einem Triumph wurde 2005 “Die weiße Massai” erfolgreichster deutscher Film des Jahres.

Rohrbachs Nebentätigkeiten umfassen Lehraufträge, Honorarprofessuren und den Vorsitz des Bundesverbandes Deutscher Filmproduzenten (1992-1998). Er ist Mitglied der Europäischen Filmakademie, der Akademie der Darstellenden Künste, des Beirats der Cinemathek Berlin und seit 2004 mit Senta Berger und anderen Gründungsmitglied der Deutschen Filmakademie und ihr Ehrenpräsident.

Zu Rohrbachs zahlreichen Auszeichnungen gehören der Bundesfilmpreis (drei Mal), der Bayerische Filmpreis (drei Mal), die Goldene Kamera (zwei Mal), die Besondere Ehrung des Adolf-Grimme-Preises, Ehrenpreis des Bayerischen Filmpreises, Bundesfilmpreis für hervorragendes Wirken im Deutschen Film, Emmy Award, BAFTA Award und Nominierungen für Golden Globe und Oscar.

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