Leben & Werk

Deutscher Regisseur, Produzent und Drehbuchautor. Adolf Winkelmann fing als Experimentalfilmer an, wurde mit Sittengemälden über das Ruhrgebiet („Die Abfahrer„, „Jede Menge Kohle“, „Nordkurve“) bekannt und inszenierte für das Fernsehen Politthriller und Krimis („Der Leibwächter“, „Der letzte Kurier„) sowie Dramen. Mehrfach geht es dabei um Familien mit behinderten Kindern („Engelchen flieg“). So greift er im Zweiteiler „Contergan“ den Medikamenten-Skandal der 60er-Jahre auf. 2006 gedreht und nach juristischen Auseinandersetzungen zur Ausstrahlung freigegeben, erreichte der Film im November 2007 Rekordquoten; Hauptdarstellerin Denise Marko aus Schrobenhausen in Bayern wurde mit dem Bambi ausgezeichnet.

Adolf Winkelmann wurde 1946 in Hallenberg/Westfalen geboren, wuchs in Dortmund auf und drehte mit vierzehn Jahren auf 8mm einen zweistündigen Amateurfilm über seine Indianer spielenden Freunde. Nach dem Abitur 1965 studierte er in Kassel Kunst, nahm 1967 mit Fotografiearbeiten an der Pariser Biennale teil. 1966 begann er mit Experimentalfilmen auf 16mm, auf denen er mit umgeschnallter Kamera verfolgt, wie Personen seiner Umwelt reagieren, nahm an Experimentalfilmfestivals in Knokke, New York, Rotterdam, Paris und Hamburg teil und galt als Protagonist des „Anderen Kinos“. 1975 kehrte er ins Ruhrgebiet zurück und arbeitete für das Fernsehen. 1977 dreht er „Schlechte Karten“ (1977), der von arbeitlosen Maschinenbaulehrlingen erzählt.

Winkelmanns Spielfilme, bitter-realistische Heimatfilme aus dem Ruhrgebiet, erzählen von Alltag, Frust und Freuden, Kohlehalden, Tankstellen, Mietwohnungen, Schrebergärten und Fußballstadien. Ein Trio bricht mit einem gestohlenen Lastwagen von Dortmund aus auf („Die Abfahrer“), ein Bergmann zersägt die Einrichtung seiner Wohnung und steigt aus („Jede Menge Kohle“), eine Tankstelle wird Endzeitkulisse („Super“; mit Udo Lindenberg, auch Musik), 24 Stunden an einem Samstag reichen, um Fußballgötter zu entzaubern („Nordkurve“, gedreht im Westfalenstadion).

Mit Komödien hat Winkelmann wenig Glück. „Peng! Du bist tot!“ (1986, mit Ingolf Lück als Computerspezi in Kriminöten) und „Waschen, Schneiden, Legen“ (1999, mit Schlagersänger Guildo Horn als Friseur) gehen unter. Für das Fernsehen inszenierte er Thriller um Bodyguards (Franz Xaver Kroetz in „Der Leibwächter“, 1989), Profikiller („Gefährliche Spiele“, 1994), Drogenhandel und Russenmafia (Sissi Perlinger in „Der letzte Kurier“, 1996). Das Familiendrama „Engelchen flieg“ (2004) wird 2006 mit „Das Leuchten der Sterne“ fortgesetzt. Auf der Expo 2000 in Hannover war Winkelmann mit der Installation „Deutschland.Pic“ vertreten, die auf 32 Großbildleinwänden seine persönliche Sicht von Deutschland präsentierte.

Winkelmann wurde mit Bundesfilmpreisen in Silber („Die Abfahrer“, „Jede Menge Kohle“) und in Gold („Nordkurve“), dem Adolf-Grimme-Preis in Gold („Der letzte Kurier“) und 1997 mit dem Preis des Ministerpräsidenten von Nordhein-Westfalen ausgezeichnet.

Seit 1979 ist Adolf Winkelmann Professor für Film-Design an der Fachhochschule Dortmund. Seine Ruhr Sound Studios in Dortmund sind bekannt für digitale Postproduktion und Musikclips, Geschäftsführerin ist seine zweite Frau Christine Schäfer-Winkelmann, mit der er eine Tochter hat.

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