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Pola Negri

Schauspieler

Leben & Werk

Polnische Filmschauspielerin, deutscher und amerikanischer Stummfilmstar. Ernst Lubitsch, mit dem sie sechs Filme drehte, nannte sie „ein Feuer großer Klasse“. Wegen ihrer großen ausdrucksvollen Augen brauchte sie kaum Schminke, ihr Privatleben und ihre Affären sorgten für Skandale. In Polen Theaterstar, in Deutschland und den USA Stummfilmstar war sie zuletzt auch als Immobilienmaklerin erfolgreich.

Als Barbara Apolonia Chalupek 1894/1897? (genaues Datum nicht bekannt) im polnischen Lipno als Tochter eines eingewanderten Ungarn und einer Polin geboren, besuchte Pola Negri Ballettschulen in Warschau und St. Petersburg, musste ihre Tanzkarriere jedoch wegen Tuberkulose aufgeben. 1909-1911 nahm sie Schauspielunterricht in Warschau, debütierte 1912 auf der Bühne und war mit 17 Jahren Theaterstar. Nach ihrer italienischen Lieblingsdichterin Ada Negri nannte sie sich Pola Negri. Gegen Ende des Ersten Weltkriegs verarmt, ging sie nach Deutschland, wo sie in Filmen von Ernst Lubitsch in „Carmen“, „Die Augen der Mumie Ma“, „Sumurun“, „Die Bergkatze“ und in der Titelrolle von „Madame Dubarry“, mit der 1920 die Ufa ihr Kino Ufa-Palast eröffnete, zum Kassenstar avancierte. Als „Passion“ war der Film in den USA ein Hit, Negri reiste 1923 mit Lubitsch nach Hollywood und wurde von der Paramount unter Vertrag genommen. Als Gegengewicht zu Gloria Swanson avancierte sie zur ersten erfolgreichen europäische Schauspielerin in den USA.

Pola Negri verkörperte Tänzerinnen, was Ausdruck von Laster war, spielte Zarin Katharina die Große in „Forbidden Paradise“ (1924) von Lubitsch und ruinierte als Vamp mit ausschweifenden Partys Ehen und Kleinstädte in Filmen, in denen versteckt sadomasochistische Motive auftauchen („The Woman on Trial“, „Loves of an Actress“). Pola Negri erregte Aufsehen durch Affären mit Charlie Chaplin und Rudolph Valentino, über dessen Sarg sie sich 1927 warf. Als der Tonfilm aufkam, hatte sie wegen ihres Akzents Schwierigkeiten. Nachdem Paramount den Vertrag löste, ging sie nach Europa zurück. Dort ließ sie sich für arisch erklären und feierte 1935 ihr Comeback in Willi Forsts „Mazurka“: Das von ihr gesungene „Wenn die Sonne hinter den Dächern versinkt“ gilt als beste Interpretation des Liedes von Peter Kreuder. Pola Negri spielte in weiteren deutschen Filmen („Tango Notturno“, „Madame Bovary“), ging aber 1938 vor Kriegsausbruch wieder in die USA zurück. 1943 in „Hi Diddle Diddle“, Parodie ihres Vamp-Image, lehnte Negri die Rolle der alternden Stummfilm-Diva in Billy WildersSunset Boulevard“ ab. In ihrem letzten Film spricht sie 1964 als exzentrische juwelenbesessene Ägypterin in der Disney-Abenteuerkomödie „Die Schatzsucher“ den legendären Satz: „Ich habe zwei Weltkriege überlebt, vier Revolutionen und fünf Ehemänner.“

Pola Negri war von 1918-20 mit dem polnischen Graf Dombski verheiratet und von 1927-31 mit dem georgischen Prinz Mdivani, dessen Titel sich als unecht erwies. Seit Ende der 50er-Jahre war sie erfolgreiche Grundstücksmaklerin in San Antonio, Texas, wo sie 1987 starb. 1970 veröffentlichte sie ihre phantasievolle Autobiographie „Memoirs of a Star“.

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