Leben & Werk

Die britische Singer/Songwriterin PJ Harvey kommt als Polly Jean Harvey am 9. Oktober 1969 in Yeovil in der englischen Grafschaft Dorset zur Welt, wo sie auf einer Schaffarm aufwächst. Sie begeistert sich für die Platten der Eltern – John Lee Hooker, Captain Beefheart, Jimi Hendrix -, später für Indie-Bands wie die Pixies, Television oder Slint. Acht Jahre lang erhält sie Unterricht auf dem Saxophon, einem Instrument, das sie neben der Gitarre auch noch in ihren frühen Bands spielt: bei Bologna, den Polekats, den Stoned Weaklings oder Automatic Dlamini. 1991 gründet sie ihr erstes Trio unter eigener Flagge und veröffentlicht die Debüt-Single „Dress“ auf dem kleinen Label Too Pure. Der zweiten Single „Sheela Na Gig“ folgt 1992 das erste Album „Dry“, das mit einer Mixtur aus gitarrenbetontem Hardrock, Blues und Grunge zu beiden Seiten des Atlantiks stürmische Kritiken einfährt. Das Magazin „Rolling Stone“ kürt die 22-Jährige gar zur besten Sängerin und zur besten Songwriterin des Jahres. Um ihrer unfreiwilligen Rolle als feministischer Galionsfigur ein abruptes Ende zu setzen, posiert Harvey im April 1992 halbnackt auf der Titelseite des NME. Im Folgejahr unterschreibt sie einen Major-Vertrag mit Island Records, wo noch zwei weitere Alben mit ihrem Trio erscheinen, bevor PJ Harvey endgültig als Solokünstlerin in Erscheinung tritt. Das von Mark Ellis produzierte „To Bring You My Love“ wird 1995 zu einem weltweiten Erfolg und verkauft sich über eine Million Mal. Mit Streichern und elektronischen Effekten bietet die Platte eine weit größere musikalische Bandbreite als ihre Vorgänger und beinhaltet auch den Radio-Hit „Down By The Water“. Harvey hat auch die alte Indie-Sparsamkeit in der Kleiderwahl nunmehr mit Schminke und Kostüm getauscht. Mit dem 1998 erschienenen „Is This Desire?“ verwirrt sie Fans und Kritik gleichermaßen durch den Einsatz moderner Studiotechnik und das zeitweise gänzliche Fehlen der bislang dominanten Gitarre. „Stories Of The City. Stories Of The Sea“ (2000) indes versöhnt die gespaltenen Lager wieder und bringt der Künstlerin einen Mercury Prize ein. Bis heute kann Harvey – neben zwei weiteren Mercury-Nominierungen – auf sechs Nominierungen für den Brit Award sowie fünf für den Grammy zurückblicken. Auf ihrem im Mai 2004 veröffentlichten „Uh Huh Her“ spielt die Künstlerin außer dem Schlagzeug alle Instrumente selbst. Als Gastmusikerin ist sie unter anderem auf Nick Caves „Murder Ballads“ und Trickys „Angels With Dirty Faces“ zu hören. Im Mai 2006 erscheint ihre erste DVD: „PJ Harvey On Tour – Please Leave Quietly“.

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