Pierre Jolivet

Schauspieler • Regisseur • Drehbuchautor
Pierre Jolivet Poster

Leben & Werk

Französischer Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler. Zu Beginn seiner Karriere Komiker und Schauspieler, wechselte Pierre Jolivet nach einer Phase der Zusammenarbeit mit Luc Besson, mit „Streng persönlich“ (1985) zur Regie. Anfangs wenig erfolgreich, verbuchte er nach sechs Jahren Pause mit der Kriminalkomödie „Ma petite entreprise – Alles für die Firma“ 1999 seinen größten Publikumserfolg. Jolivet inszeniert unklassifizierbare, ungewöhnliche und zwischen tragikomischen Szenen und realistischen Alltagsgeschichten pendelnde Komödien, Liebesgeschichten und Krimis, die er mit Stars und Newcomern besetzt. Seine Lieblingsschauspieler Vincent Lindon, François Berléand und Roschdy Zem haben wesentlich zu seinem Werk beigetragen. Etwa Lindon an der Seite von Sandrine Bonnaire in der Liebesgeschichte „Kann das Liebe sein?“ (2007) und Zem und Marie Gillain in „La très, très grande entreprise (Das sehr, sehr große Unternehmen)“ (2008), wo sie als Teil eines Quartetts von einem Agrochemiekonzern geschädigter Seeanrainer in Paris gegen das Unternehmen vorgehen, das sie mit einer lächerlich geringen Entschädigung abspeisen will.

Pierre Jolivet wurde 1952 in Saint-Mandé, Val-de-Marne, als Sohn der Schauspielerin Arlette Thomas geboren. Mit Bruder Marc ging er im Mai 1968 mit Improvisationstheater in Fabriken, in denen gestreikt wurde. In den 70er-Jahren war er Animateur im Club Méditerranée. Später bildete er mit Marc das Komiker-Duo „Recho et Frigo“, das einigen Erfolg im Fernsehen, Radio und 1978 im Pariser Olympia feierte. 1981 lernte er den jungen Luc Besson kennen, der für ihn das Musikvideo „Voici“ inszenierte. Jolivet schrieb mit ihm einen Kurzfilm, aus dem Bessons Regiedebüt „Der letzte Kampf“ (1982) wurde: Im Endzeitszenario, in dem kein Wort gesprochen wird, tritt Jolivet als The Man gegen den noch unbekannten Jean Réno an. Für Besson schrieb er das Drehbuch zu „Subway“ (1985).

Auf Jolivets Regiedebüt folgten das Sittenbild „Der Mann mit dem Babytick“ (1986) und das Freundschaftsdrama „Der Preis der Freiheit“ (1988, mit Patrick Bruel und François Cluzet), das 1998 sein US-Remake als „Für das Leben eines Freundes“ (mit Vince Vaughn) erfuhr. Mit dem in der Arbeitswelt spielenden Krimi „Fred“ (1997) um einen in einen Mordfall verwickelten Kranführer, begann die Zusammenarbeit mit Lindon, der in „Alles für die Firma“ seine Schreinerei verliert und mit einem Freundesquartett den Computer der Versicherung anzapft, um die Arbeiter bezahlen zu können. Dem Mittelalter-Fresko „Le frère du guerrier“ (2002) folgten die Komödien „Filles uniques“ (2003), in der sich eine Untersuchungsrichterin (Sandrine Kiberlain) in eine Diebin (Sylvie Testud) verliebt, die Freundschaftsgeschichte „Zim and Co.“ (2005) um vier Heranwachsende, die unter Bewährungsauflagen stehen, und „Kann das Liebe sein?“, in der sich ein Geschäftsmann (Lindon) in eine Keramik-Künstlerin (Bonnaire) verliebt und durch einen Privatdetektiv (Berléand) alles verkompliziert wird.

Jolivets „Streng persönlich“ war 1985 für den César als Bester Erstlingsfilm nominiert. Er ist gelegentlich in Nebenrollen zu sehen, so in „Zim“ als Besitzer eines Luxusapartmenthauses, in „…entreprise“ (08) als Anwalt, und in Guillaume Canets Medien-Satire „Bad, Bad Things“ (2002). Sohn Adrien ist Theaterregisseur und Schauspieler.

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