Pierre Arditi

Pierre Arditi

Leben & Werk

Französischer Schauspieler. Einer der gefragtesten Schauspieler Frankreichs, der mit verhaltenem Spiel, gewitztem Understatement und diskretem Charme seine Vielseitigkeit unter Beweis gestellt hat und zu den unverzichtbaren nationalen Größen in Film, TV und Theater gehört. Arditi spielte unter Regiestars wie Claude Lelouch, Robert Enrico, Costa-Gavras, Claude Berri, Pascal Thomas und Gérard Oury und ist gesuchter Erzähler, Dokumentarfilm- und Synchronsprecher. Eine besondere Verbindung besteht zwischen Arditi und Regisseur Alain Resnais, für den er in sieben Filmen Rollen übernahm. Resnais besetzte ihn in „Mein Onkel aus Amerika“ (1979) als dynamischen Unternehmer, als Internatslehrer in „Das Leben ist ein Roman“ (1982), als Archäologe in „Liebe bis in den Tod“ (1984), als Konzertmeister in „Mélo“ (1986), in vier Rollen in „Smoking/No Smoking“ (1993), als Ehemann in „Das Leben ist ein Chanson“ (1997) und in „Pas sur la bouche“ (2003) und traurigen Barkeeper in „Herzen“ (2006).

Pierre Arditi wurde 1944 in Paris als Sohn einer belgischen Mutter geboren. Nach der Schulzeit brachte ihn seine Schwester Catherine 1965 zum Theater, wo er als Statist anfing und in der Schauspielschule Tania Balachova Unterricht nahm. Arditi war sich für keine Rolle zu schade, spielte für Roberto Rossellini die Hauptrolle als Philosoph „Blaise Pascal“ (TV 1971) und schlug sich mit kleinen Rollen durch die 70er-Jahre. Nach „Mein Onkel aus Amerika“ explodierte seine Karriere, zeitweise spielte er in acht Filmen pro Jahr, bis 2007 über in 150 Produktionen. Zusätzlich spielte Arditi auf Pariser Bühnen und in Avignon in vorwiegend modernen Rollen in Stücken von Beckett, Brecht, Jean Poiret und Yasmina Reza und wurde 1987 mit dem Prix Molière ausgezeichnet.

Arditi trat im Fernsehen in der Kult gewordenen Comedy-Serie „Ca c’est Palace“ (1988), in Literaturverfilmungen („Der Graf von Monte Christo“, 1998, mit Gérard Depardieu) und als Titelheld in 13 Folgen der Actionthrillerserie „Sauveur Giordano“ (2001-2007) auf.

Im Kino brachte Arditi Catherine Deneuve in Jean-Pierre Mockys Thriller „Agent trouble“ (1987) als Angst einflößender Geheimdienstler in Gefahr, war mehrfach Partner von Sabine Azéma, so in den Resnais-Filmen und in der Agentenkomödie „Geheimauftrag Erdbeer Vanille“ (1988). Arditi war in Costa-Gavras‘ Vatikan-Politsatire „Die kleine Apokalypse“ (1991) dabei, tummelte sich in Komödien wie „Le Grand appartement“ (2006, mit Laetitia Casta) und in drei Filmen von Claude Lelouch (unter anderem als Magenspezialist in „Männer und Frauen – Eine Gebrauchsanleitung“, 1995). Er parodierte sich selbst in Bertrand Bliers „Les Acteurs“ (2000), schlüpfte in der Körperwechselkomödie „Messiers les enfants“ (1997) in die Haut eines Zwölfjährigen und war in den nach den Romanen von Gaston Leroux entstandenen historischen Krimis „Le mystère de la chambre jaune“ (2003) und „Le parfum de la dame en noir“ (2005) als Inspektor Larsant und als Zauberkünstler zur Stelle.

Pierre Arditi wurde 1987 für „Mélo“ mit dem César als Bester Nebendarsteller und 1994 für „Smoking/No Smoking“ mit dem César als Bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. 2002 wurde er Ritter der Ehrenlegion, 2004 Träger des Nationalen Verdienstordens. 2004 nahm er für Reporter ohne Grenzen an der Aktion „Photos de Stars“ teil, bei der Autogramme versteigert wurden.

Pierre Arditi war zeitweise mit den Schauspielerinnen Florence Giorgetti („Das große Fressen“), von der er einen Sohn hat, und Evelyne Bouix (Edith Piaf in „Edith und Marcel“, 1983, von Claude Lelouch) liiert.

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