Leben & Werk

Vielseitig und zwischen populären Actionfilmen und mehr persönlichen Arbeiten wechselnd, war der Engländer Peter Yates einer der intelligentesten Regisseure, die in Hollywood arbeiteten. Zweimal für den „Oscar“ nominiert, war Yates vor allem durch den Polizeifilm „Bullitt“ und den Abenteuerfilm „Die Tiefe“ bekannt geworden.

Yates, geboren 1929, war Fahrer und Leiter eines Rennwagenteams, bevor er beim Film als Assistent von Guy Hamilton („Goldfinger„) und Tony Richardson („Tom Jones“) arbeitete und 1962 mit dem Pop-Musical „Summer Holiday“ (mit Cliff Richard) als Regisseur debütierte. Sein Thriller „Überfall“, der 1967 den britischen Postraub zum Inhalt hatte, fiel Steve McQueen auf, der ihn nach Kalifornien einlud und ihm die Regie von „Bullitt“ (1968) übertrug, einem der besten Polizeifilme überhaupt, in dem McQueen mit beispielloser Lässigkeit einen Cop zwischen Beruf und Privatleben verkörperte. Berühmt wurde „Bullitt“ durch die Verfolgungsjagd über die hügeligen Straßen von San Francisco, bei der McQueen selbst am Steuer saß. Der Welterfolg des Thrillers ermöglichte Yates, der nicht als Action-Regisseur allein gelten wollte, das Kammerspiel „John und Mary“ (mit Dustin Hoffman und Mia Farrow), das ein katastrophales kommerzielles Desaster wurde.

Yates wandte sich wieder ergiebigeren Stoffen zu und inszenierte Robert Mitchum in dem psychologisch außergewöhnlichen Gangsterfilm „Die Freunde von Eddie Coyle“ (1972), die Kriminalkomödie „Vier schräge Typen“ (1971, mit Robert Redford als Anführer bei einem Einbruch, der „Sneakers“ vorwegnahm), die Screwball Comedy „Bei mir liegst du richtig“ (1973, mit Barbra Streisand) und „C.R.A.S.H.“, eine Slapstick-Komödie um die Fahrer von Krankenwagen (mit Raquel Welch, Harvey Keitel und Larry Hagman).

Yates‘ größter kommerzieller Erfolg wurde „Die Tiefe“, ein auf den Bahamas gedrehter, unterschätzter Unterwasser-Thriller mit Jacqueline Bisset, Nick Nolte und Robert Shaw, dessen Einspielergebnis von dem Überraschungserfolg des parallel gestarteten ersten „Star Wars“-Films beeinträchtigt wurde. Für die Geschichte der Freundschaft von vier radfahrenden Teenagern, die an der Schwelle zum Erwachsensein stehen („Vier irre Typen“, „Oscar“-nominiert als bester Film), und für das dem britischen Theater gewidmete Kammerspiel „The Dresser - Ein ungleiches Paar“ („Oscar“-nominiert als bester Film) wurde Yates 1979 und 1983 für den Regie-„Oscar“ nominiert. „The Dresser“ ist eine Geschichte zwischen einem gealterten Theaterschauspieler („Oscar“-Nominierung für Albert Finney) und seinem Garderobenmann („Oscar“-Nominierung für Tom Courtenay).

Zu Yates‘ Arbeiten in den 1980er und 1990er Jahren gehören der Thriller „Der Augenzeuge“ (mit William Hurt und Sigourney Weaver), der Gefängnisfilm „Von Bullen aufs Kreuz gelegt“ (mit Tom Selleck; Yates übernahm die Regie erst bei unmittelbarem Drehbeginn), die durch halb Europa führende Verfolgungsjagd um eine kostbare Weinflasche („Year of the Comet„, mit Penelope Ann Miller), die Irland-Geschichte „Stürmische Begegnungen“ (mit Albert Finney) und die Romantikkomödie „Curtain Call“ (mit Michael Caine).

Yates‘ immer kompetente Regie steht in merkwürdigem Kontrast zu seiner Selbsteinschätzung: „Ich würde meine Arbeit irgendwo unter Essen für die Alten, aber über die Herstellung von Zahnpasta einordnen.“

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