Alle Bilder und Videos zu Peter Patzak

Leben & Werk

Österreichischer Regisseur, Drehbuchautor, Produzent, Kameramann, Darsteller, Musiker und Maler. Der erfolgreichste und mit knapp hundert Kino- und Fernsehfilmen produktivste Regisseur Österreichs, schrieb früh Fernsehgeschichte, als er 1976 die Regie der Reihe „Kottan ermittelt“ übernahm, die nach Romanen des Wiener Autors Helmut Zenker (1949-2003) entstand und für Aufruhr im geordneten TV-Krimi-Alltag sorgte. Der manisch-depressive, dümmlich-zynische, Wiener Jargon („Inspektor gibt’s koan“) sprechende Polizeimajor Kottan, in 19 Folgen bis 1983 nacheinander von Peter Vogel, Franz Buchrieser und Lukas Resetarits verkörpert, löst Mordfälle und Komplotte. Doch wichtiger war in der von Zenker und Patzak geschriebenen Reihe die Synthese von Realität und Kunstfiguren, Satire auf bürokratische Polizeiarbeit und Bürgertum, Wiener Schmäh, groteske Szenen, Slapstick, Running Gags, überdrehte Alltagssituationen und willkürliche Musiknummern. 2010, nach 26 Jahren, inszenierte Patzak für’s Kino das Kult-Revival „Kottan ermittelt – Rien ne va plus“ mit Resetarits, der an einer Zeichentrick-Kakerlake verzweifelt und als Dienstwagen einen Smart nehmen muss.

Patzaks Arbeiten zeichnen sich durch Vielfalt und ungewöhnlich dichte Geschichten aus, er hat Soziogramme („Santa Lucia“, „Jetzt oder nie“), Literaturverfilmungen („Das Einhorn“ „Shanghai 1937/Hotel Shanghai“, „Die Wasserfälle von Slunj“), historische Stoffe („Gavre Princip – Himmel unter Sternen“, „Wahnfried – Richard & Cosima“), Actionfilme („Der Joker“, „Killing Blue„), Krimis mit Zitaten aus Hollywood-B-Pictures („Den Tüchtigen gehört die Welt„), spannende Thriller („Die Entführung“) und Polit-Thriller („Rochade“, „Das Babylon-Komplott“, „St. Petri Schnee“), psychologische Dramen („Jenseits der Brandung“), Porträts mit Sozialblick („Kassbach“) und Komödien mit bitterem ironisch-satirischem Einschlag („Schmetterlingsgefühle“) inszeniert. Dem harschen Realismus in Wiener Amtsstuben („Hart im Nehmen“, „Lex Minister“) antworteten aufregende Alpenkrimis („Die Försterbuben“), auf Aussteiger-Träume („Nichts wie weg“) folgten Erotik-Thriller („Sweet Little Sixteen“) und milieugerechte Kriminalfälle („Kill Me Softly – Frauenmord in Frankfurt“). Zu den TV–Reihen, die Patzak inszenierte, gehören der „Polizeiruf 110 – Rot ist eine schöne Farbe“ (1998, um Korruption bei der Polizei in Erfurt) und der „Tatort – Gelobtes Land“ (2000, mit Michaela May und Edgar Selge) um Menschenschlepperei, der ihm den Unicef-Preis einbrachte. Durchgehendes Motiv seiner Arbeiten ist die Verquickung von Politik und Wirtschaftsverbrechen, so in „Die achte Todsünde: Toskana-Karussell“ (2003, mit Franco Nero und Susanne Lothar).

Peter Patzak hat mit internationalen Stars wie Franco Nero („Die Försterbuben“, „Das Babylon Komplott“), Michael York („Rochade“) und Elliott Gould („Der Joker“) gearbeitet. Zu den deutschsprachigen Stars, die er inszenierte, gehören Armin Müller-Stahl („Killing Blue“), Peter Maffay („Der Joker“), Götz George („Die Entführung“), Italo-Western-Star William Berger („Die Försterbuben“) und Iris Berben („Rochade“, „St.Petri Schnee“, „Lex Minister“).

Peter Patzak wurde 1945 in Wien als Sohn eines Polizisten im Majorsrang geboren, studierte Psychologie, Kunstgeschichte und Malerei und arbeitete 1968-1970 bei einem TV-Sender in New York. 1972 inszenierte er seinen ersten Kinofilm („Die Situation“, mit Rita Tushingham und Gordon Mitchell). Zwischen den „Kottan“-Folgen entstand 1978 „Das Einhorn“, nach dem Roman von Martin Walser, der am Drehbuch der Dreiecksgeschichte mit Peter Vogel, Gila von Weitershausen und Christiane Rücker mitarbeitete.

2007 inszenierte Patzak in Wien die Bühnenversion von Theo van Goghs Spielfilm „Interview“ und war auch für Bühnenbild und Ausstattung verantwortlich.

Peter Patzaks Malereien wurden erstmals 1962 in Wien ausgestellt, es folgten Ausstellungen in Basel, Zürich und Saarbrücken.

Peter Patzak wurde unter anderem 1992 mit der Goldenen Romy, 1996 mit dem Max-Ophüls-Preis und 2010 mit dem Großen Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet.

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