Peter Lohmeyer

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Leben & Werk

Fußball spielt eine der Hauptrollen in seinem Leben. Insofern war der lange schlaksige Peter Lohmeyer für Regisseur Sönke Wortmann die Idealbesetzung in „Das Wunder von Bern“, in dem Lohmeyer einen Kriegsheimkehrer spielte, der erst 1954 seinen Sohn (Lohmeyers eigener Nachwuchs) kennen lernt: Parallel zum Weg der deutschen Mannschaft ins Finale der Weltmeisterschaft (3:2 gegen Ungarn) fällt auch die Entscheidung zwischen Vater und Sohn.

Lohmeyers Spitzname war Schalke, weil er nach dem Umzug der Eltern von Hagen nach Stuttgart dort in der Jugend das „ehrliche Trikot“ seines Vaters trug, der für die Kicker von Gelsenkirchen ein Faible hatte. Das hinderte ihn nicht, in der C-Jugend des VfB Stuttgart zu spielen. Aber Schalke ist seine Mannschaft geblieben. Darüber spricht er gern, weshalb er von der Presse mitunter als „Stan Libuda des deutschen Films“ bezeichnet wird.

Peter Lohmeyer ist im Film einer, der locker seinen Kollegen Manfred Krug (in Frank Beyers „Abgehauen“), einen Kommissar mit Fahrplantick („Zugvögel“), einen Autoschieber („Bunte Hunde“) oder einen wortkargen Trucker („Pauls Reise“) spielt. Programmatisch sein Kommissar in „Zugvögel“, der ihm den Bundesfilmpreis 1998 einbrachte: Der verfolgt einen möglichen Mörder (Joachim Król) bis in den Norden Finnlands, steht auf dem Bahnhof von Inari wie die Westerner in der Ouvertüre von „Spiel mir das Lied vom Tod“ (einschließlich Fliege) und lässt die Handschellen zuschnappen: cool, hart und kompromisslos. Im Krimi „Die Mutter des Killers“ war er ein tot geglaubter Schriftsteller, der sich selbst in den Fuß schießt, in „Der Pirat“ Drogendealer mit Afro-Look, in „Die Eroberung der Mitte“ Psychotherapeut mit Durchblick. Der Lange aus Hagen kriegt den Schlangenblick von Nicolas Cage oder die Melancholie von Robert De Niro hundertprozentig hin, der Titel „Einer meiner ältesten Freunde“ (Rainer Kaufmann, 1994) trifft die Sache perfekt. Zu Lohmeyers Feldtouren zählen die Drifter aus „Tiger, Löwe, Panther“ und „Spieler„, der Assistent in einigen „Bella Block“-Krimis und eine eher ungewöhnliche Kostümrolle in „Kaspar Hauser“. Zu seinen nachhaltigsten Rollen gehört der schweigsame Trucker in „Pauls Reise“, der durch den heimlich mitgefahrenen Sohn ein anderer Mensch wird.

Ende der neunziger Jahre wurde Lohmeyer, der u.a. in Argentinien und Irland drehte, zu einem „kleinen Star“ in Kuba. Auf der Zuckerrohrinsel drehte er mit Regisseur Daniel Diaz Torres die dortigen Publikumserfolge „Kleines Tropikana“ (als Detektiv auf Spurensuche in Havanna, der mit Engelsflügeln und Schnapsflasche im Arm als Leiche endet) und „Der Cuba Coup“ (als mit der falschen Identität eines schwedischen Professors untergetauchter Kleingauner, der in Konflikte mit der lokalen Unterwelt gerät). Er schrieb eigene Artikel über Kuba in der „Süddeutschen Zeitung“. Für die Filme „Die Mutter des Killers“, „Bunte Hunde“ und „Der Cuba Coup“ arbeitete er als Koproduzent mit seiner 1994 gegründeten Firma Glückauf Film.

Ende 2003 wurde er von „Zugvögel“-Regisseur Peter Lichtefeld wieder auf Reisen geschickt: In „Playa del futuro“ verfolgt Lohmeyer, der auch als spießiger Ehemann („Cowgirl“) und Oberkommunarde mit Langhaar-Perücke („Am Tag als Bobby Ewing starb„) zu sehen war, einen angeblichen Freund nach Spanien, weil der ihm seine Steuerschulden aufgebürdet hat. In Andalusien findet Lohmeyers sympathischer Loser neben einer Reihe gestrandeter Persönlichkeiten schließlich auch sein Glück.

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