Peter Lilienthal

Schauspieler • Producer • Regisseur • Drehbuchautor
Peter Lilienthal Poster

Leben & Werk

Seit 1955 kontinuierlich an Kurzfilmen, Dokumentararbeiten und Spielfilmen für Film und Fernsehen arbeitend, gehört Peter Lilienthal zu den Pionieren des Mediums Fernsehen wie zu den Protagonisten des Neuen Deutschen Films und zu den politisch sehr engagierten deutschen Regisseuren. Er hat die Welt, vor allem seine zweite Heimat Lateinamerika, bereist und wird in einer Biografie (2004) als „Kino-Zauberer“ charakterisiert: „Er beherrscht das Kunststück, aus Banalitäten des Alltags wie den politischen Katastrophen des Jahrhunderts poetische Funken zu schlagen.“

Peter Lilienthal, 1929 in Berlin geboren, floh 1939 mit der Mutter nach Uruguay, wo er in ihrem Hotel aufwuchs. Kunstgeschichte- und Jurastudium gehen zusammen mit der Arbeit in Filmclubs in Montevideo und ersten Kurzfilmen. Ein Stipendium führt ihn nach Paris und Berlin. Von 1959 an dreht er für den Sender Freies Berlin und den Südwestfunk, wo er seinem langjährigen Kameramann Michael Ballhaus begegnet, Dokumentarfilme und Theaterverfilmungen über Generationsprobleme und surreale Themen (Slawomir Mrozeks „Striptease“). Ab 1964 freier Regisseur, kann Lilienthal mit der Geschichte des von Kinostar Eddie Constantine gespielten Anarchisten und Emigranten „Malatesta“ 1969 seinen ersten Spielfilm realisieren.

Lilienthal betrieb zeitweise eine Produktionsfirma mit Norbert Kückelmann („Die Sachverständigen„), war 1966/67 als Dozent an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin tätig und von 1985 bis 1996 erster Direktor der Abteilung Film und Fernsehen an der Akademie der Künste in Berlin. Er war Mitbegründer des Filmverlags der Autoren und spielte gelegentlich in Filmen anderer Regissee (Wim Wenders‘ „Der amerikanische Freund„).

In fünf Filmen („La Victoria“, „Es herrscht Ruhe im Land„) setzt sich Lilienthal mit Latenamerika, speziell Chile und Nicaragua, auseinander und arbeitet mit dem chilenischen Schriftsteller Antonio Skarmeta zusammen. Diese Politarbeiten setzen den Thrillern von Costa-Gavras eher ruhige Rebellen entgegen, die lieber reden als handeln. „Der Aufstand“ rekonstruiert halbdokumentarisch die sandinistische Revolution in Nicaragua. Wichtigster Film wird 1984 „Das Autogramm“, eine politische Parabel über Bespitzelung und Machtmissbrauch in einer fiktiven Diktatur, mit Laienspielern, einem echten Boxer, der heute als Anwalt in Queens, New York arbeitet, und dem Musiker, Komponisten und Bandoneon-Spieler Juan José Mosalini inszeniert. Lilienthals größter Erfolg wird die 1979 mit dem Goldenen Bären der Berlinale und dem Bundesfilmpreis ausgezeichnete Geschichte des jüdischen Jungen „David“, der mit gefälschten Papieren dem Terror der Nazis entkommen kann.

Lilienthal 2005 in einem Gespräch in Münster anlässlich einer Retrospektive: „Natürlich kann ein Film nicht die Welt verändern. Andererseits: ‚Das‘ Publikum gibt es nicht. Wenn ich also bei einem Zuschauer nur die Neugier auf etwas, und sei es das Bandoneon-Spiel (‚Das Autogramm‘), wecke, habe ich ihn schon zu etwas verführt. Ich will eigentlich seit Kinderzeiten zu etwas verführen… Ich habe Sehnsucht. Sehnsucht nach Gerechtigkeit, dass Menschen gütiger und großzügiger und sanfter werden. Ich habe Sehnsucht nach schönen Menschen, schöner Musik und schönen Texten. Ja. Sehnsucht, Ungeduld und Hoffnung.“

Filme und Serien

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